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28.02.2017

20:37 Uhr

DFB-Pokal

Frankfurt müht sich ins Halbfinale

Eintracht Frankfurt steht erstmals seit zehn Jahren wieder im Halbfinale des DFB-Pokals. Wie in den Runden zuvor ist auch der Erfolg gegen Bielefeld hart erarbeitet. Die Fans feiern einen Rückkehrer ganz besonders.

„Das war kein einfacher Sieg“, sagte Frankfurts Trainer Nico Kovac nach dem DFB-Pokal Spiel. Seine Mannschaft hat knapp mit 1:0 gewonnen. Reuters, Sascha Rheker

Frankfurt gegen Bielefeld

„Das war kein einfacher Sieg“, sagte Frankfurts Trainer Nico Kovac nach dem DFB-Pokal Spiel. Seine Mannschaft hat knapp mit 1:0 gewonnen.

Frankfurt/MainMarco Russ stand nach dem Abpfiff auf dem Rasen und küsste seine weinende Frau. Dann ging es mit der Tochter auf dem Arm zum Feiern in die Fankurve. Beim emotionalen Comeback des Verteidigers hat Eintracht Frankfurt seine Negativserie gestoppt und ist dem Traum vom DFB-Pokalfinale einen Schritt näher gekommen. Das Team von Trainer Niko Kovac bezwang am Dienstagabend im Viertelfinale Zweitligist Arminia Bielefeld dank einer überragenden Leistung von Torwart Lukas Hradecky nach harten Kampf mit 1:0 (1:0) und steht damit im Pokal erstmals seit zehn Jahren wieder unter den letzten Vier.

Bei seinem zweiten Startelfeinsatz in dieser Saison erzielte Danny Blum (6. Minute) das entscheidende Tor für die Eintracht, die in der Bundesliga zuletzt drei Spiele in Serie ohne eigenen Treffer verloren hatte. In der Nachspielzeit kam Russ zu seinem ersten Einsatz nach seiner Krebserkrankung – und wurde von den Fans frenetisch gefeiert. „Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Es war eine lange Zeit, eine harte Zeit“, sagte Russ.

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„Das war kein einfacher Sieg. Und dann freue ich mich für Marco Russ“, sagte Trainer Kovac. „Wichtig sind zwei Dinge, wir sind im Halbfinale und Marco Russ ist wieder da“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. „Es ist eine Bestätigung für unsere Saison“, sagte er zum sportlichen Erfolg.

Gegen die mutigen Gäste aus Ostwestfalen musste für die Kovac-Elf immer wieder der reaktionsschnelle Hradecky retten. Wie zuletzt in der Liga ließ die Eintracht die Souveränität aus der Hinserie vermissen, kam im Gegensatz zu den ersten beiden Runden aber ohne Elfmeterschießen in die nächste Runde. Mit 1:0 hatte man auch 2006 auf dem Weg ins Pokalendspiel, damals im Halbfinale, gegen die Arminia gewonnen. Bielefeld verpasste zwar im Gegensatz zu 2015 den überraschenden Sprung ins Halbfinale, tankte trotz der Niederlage aber Selbstbewusstsein für den Abstiegskampf in der 2. Bundesliga.

Die Frankfurter Hoffnungen auf eine personelle Entspannung nach den vielen Ausfällen beim 0:2 in der Bundesliga in Berlin erfüllten sich nur bedingt. Zwar waren die gesperrten David Abraham und Omar Mascarell wieder dabei, dafür mussten Bastian Oczipka (Sprunggelenk) und Makoto Hasebe (Grippe) kurzfristig passen.

Die wichtigste Personalie des Abends spielte sich aber ohnehin zunächst auf der Ersatzbank ab. 285 Tage nach seinem letzten Einsatz für die SGE stand Russ erstmals wieder im Kader - die Fans feierten ihn schon vor dem Anpfiff mit großem Applaus, bei seiner Einwechslung war der Jubel frenetisch.

Hasebes Ersatzmann Mijat Gacinovic (3.) stand gleich im Blickpunkt. Die Arminia hatte Glück, dass Schiedsrichter Felix Zwayer nicht auf Elfmeter entschied, als Torwart Wolfgang Hesl den Frankfurter im Luftkampf umriss. Oczipkas Ersatzmann Taleb Tawatha leitete kurz darauf die Führung ein. Seine Hereingabe landete bei Blum, der problemlos zu seinem ersten Pflichtspieltor für die Eintracht einschoss.

Die Hausherren spielten wie Kovac gefordert ihre technische Überlegenheit aus. Besonders Tawatha agierte über links als Antreiber. Bielefeld kam nur bei groben individuellen Fehlern der Eintracht wie einem schlampigen Befreiungsschlag von Hradecky (5.) oder einem Fehlpass von Hector (20.) zu Möglichkeiten. Der Verteidiger hatte die beste Chance, das Ergebnis zu erhöhen, sein wuchtiger Kopfball (36.) ging über das Tor.

Schon kurz vor dem Seitenwechsel agierte die Eintracht umständlich und gewehrte den Gästen plötzlich Räume. Und nach der Pause wurde die Arminia auch gefährlich. Hradecky rettete gegen den eingewechselten Andreas Voglsammer (50.). Die Frankfurter Überlegenheit war nun vorbei, Bielefeld mindestens ebenbürtig und auch deutlich aktiver. Immer wieder musste der wachsame Hradecky klären, wie bei einem Schuss von Fabian Klos (80.) und einer Großchance von Christopher Nöthe (85.). Die Eintracht war längst wieder in ihrem schlechten Bundesliga-Modus der vergangenen Wochen, rettete aber den Sieg über die Zeit.

Von

dpa

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