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29.10.2014

15:52 Uhr

DFB-Pokal Hamburg - Bayern

„Gegner mit brutaler Klasse“

Nach dem 0:3 in Berlin ist die Ausgangslage für den HSV vor dem Pokalspiel gegen Bayern am Mittwoch alles andere als gut. Trainer Zinnbauer fordert Aggressivität. Er spricht von einem „Gegner mit brutaler Klasse.“

Am Mittwoch wartet auf Pep Guardiola (M) mit dem FC Bayern München auf dem Weg ins Finale wieder der Hamburger SV als Hindernis. dpa

Am Mittwoch wartet auf Pep Guardiola (M) mit dem FC Bayern München auf dem Weg ins Finale wieder der Hamburger SV als Hindernis.

Düsseldorf Die Bayern kommen, und jeder erwartet den nächsten K.o. des Hamburger SV. Auch HSV-Coach Joe Zinnbauer gab sich vor dem Pokal-Kracher keinen Illusionen hin. „Wir werden nicht darüber reden, dass wir uns riesengroße Chancen gegen Bayern ausrechnen“, sagte der 44-Jährige vor der ausverkauften Zweitrundenpartie am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) und sprach von einem „Gegner von brutaler Klasse“.

Als machtlosen Sparringspartner sieht Zinnbauer seine Mannschaft allerdings auch nicht. Der neue Cheftrainer der Hanseaten erinnerte seine Profis an das Achtungszeichen beim 0:0 gegen die Über-Bayern zu seinem Arbeitsbeginn vor sechs Wochen in der Fußball-Bundesliga. Diese 90 torlosen Minuten bemühte auch Bayern-Coach Pep Guardiola als Warnung für seine favorisierten Titelverteidiger: „Da haben wir gemerkt, wie schwer es in Hamburg ist.“

Der Spanier erklärte die Pokalaufgabe - drei Tage vor dem prestigeträchtigen Liga-Duell gegen Borussia Dortmund - sogar zum „wichtigsten Spiel“ für den deutschen Rekordchampion in der Gegenwart: „Es ist ein Finale. Und der Pokal ist immer gefährlich für die großen Mannschaften.“

Den Gegner baute Guardiola sogar noch ein wenig verbal auf. Ob der HSV für ihn ein Abstiegskandidat sei, wurde er am Dienstag gefragt. Klare Antwort: „Unmöglich! Sie spielen mit Herz.“ Das müsse sich auf Dauer auszahlen, zumal der Trainerwechsel in Hamburg durchaus Wirkung zeige: „Hamburg ist mit dem neuen Trainer sehr aggressiv. Der HSV hat eine gute Mannschaft.“

Namentlich hob er Torjäger Pierre-Michel Lasogga hervor, den es zu kontrollieren gelte: „Er ist ein sehr gefährlicher Stürmer.“ Eine Aufgabe für Weltmeister Jérome Boateng, der nach seiner Erholungspause beim Liga-Topspiel in Mönchengladbach für Mehdi Benatia ins Team zurückkehrt. Der Ex-Römer muss im DFB-Pokal noch eine Sperre aus dem italienischen Cup-Wettbewerb verbüßen. In der Offensive meldete sich zudem Arjen Robben wieder fit.

Guardiola erwartet natürlich einen Sieg seiner Mannschaft, auf deren Leistungen er angesichts der schwierigen Ausgangssituation zu Saisonbeginn bislang „stolz“ sei. Und der Spanier glaubt fest an ein weiteres Bayern-Erfolgsjahr: „Ich denke, es wird eine starke Saison.“

Fußball: DFB-Pokal im Oktober (2)

Eintracht Frankfurt - Bor. Mönchengladbach 1:2

Ein souveräner Auftritt der Favre-Elf führt die Gladbacher ins Achtelfinale. Es ist erst das dritte Mal in den letzten zehn Jahren, dass dies gelingt. Über weite Strecken beherrschen die Gäste das Geschehen und müssen den Sack bereits in der ersten Halbzeit zumachen. Viele gute Chancen lassen sie liegen. Dennoch führen die Fohlen durch die Tore von Hazard (17.) und Traore (67.) lange Zeit. Kurz vor Schluss macht es Kadlec mit seinem Anschlusstreffer (89.) nochmal spannend. Im Anschluss rettet die Borussia den Vorsprung sicher ins Ziel.

VfL Wolfsburg - 1. FC Heidenheim 4:1

Heidenheims Matchplan auf Konter zu spielen geht zunächst auf. Schnatterer schließt den ersten Konter zum 1:0 ab (12.). Zudem stehen die Gäste bis zur 28. Spielminute sicher. Dann erzielt Caligiuri das 1:1 und die Wölfe werden von Minute zu Minute besser. Bas Dost gelingt kurz vor der Pause das verdiente 2:1 (44.). Luis Gustavo schraubt das Ergebnis in der zweite Hälfte durch einen Doppelpack in die Höhe (65./78.). Am Ende heißt es 4:1 für die Wölfe.

TSG Hoffenheim - FSV Frankfurt 5:1

Der FSV Frankfurt war in Hoffenheim ohne Chance. Matchwinner war Roberto Firmino, der doppelt traf - so wie zum zwischenzeitlichen 3:0: Da versenkt er eine Hereingabe von Tobias Strobl per Fallrückzieher aus sieben Metern im Netz.

Hamburger SV - Bayern München 1:3

Keine Pokal-Überraschung in Hamburg. Der FC Bayern München gewinnt verdient und überlegen mit 3:1 gegen die Hamburger. Im ersten Durchgang hält der HSV noch gut dagegen und kämpft mutig an, aber nach dem Seitenwechsel findet das Spiel nur noch auf ein Tor statt. Lewandowski bringt die Gäste früh in Führung (7.). Danach erhöht Alaba kurz vor der Pause auf den 2:0-Pausenstand (44.). Ribery macht den Sack mit seinem Tor zum 3:0 (55.) zu. Lasogga gelingt in der 85. Minute der Ehrentreffer. Hamburg verkauft sich teilweise gut, ist aber chancenlos. Die Unterschiede zwischen beiden Teams sind einfach zu groß.

RB Leiptzig - Erzgebirge Aue 3:1

Erzgebirge Aue macht lange ein klasse Spiel. In der 20. Minute gehen die Gäste durch ein Eigentor von Klostermann in Führung. Daraufhin machen sie hinten dicht und bringen die Bullen zur Verzweiflung. Erst in der Nachspielzeit gelingt ihnen der Treffer. Poulsen, Leipzigs auffälligster Spieler, macht nach einer Ecke den Kopfball rein (90.+1). In der Verlängerung spielt dann nur noch RB. In der 97. Minute gibt es Elfmeter. Kaiser versenkt diesen sicher. Boyd macht dann in der 108. Minute alles klar, als er das 3:1 erzielt. Unterm Strich gewinnt Leipzig verdient, weil die Gastgeber die besseren Chancen haben.

1860 München - SC Freiburg 2:5

Nachdem das Streich-Team in der 16. Minute durch einen Treffer von Rama in Rückstand gerät, gleicht Freis nach 25 Minuten das Spiel aus. Freiburg kann dann seine leichte Feldüberlegenheit gegen gut kämpfende Gastgeber in der 59. Minute durch den ersten Saisontreffer von Mehmedi zur Führung ausbauen. Nur fünf Minuten später gelingt dem Schweizer auch das 3:1, ehe Okotie ebenfalls fünf Minuten später 1860 auf 2:3 heranbringt. In Minute 84. stellt dann der eingewechselte Schmid die Zwei-Tore-Führung wieder her, und Mehmedi macht mit seinem dritten Tor des Abends in der 89. Minute alles klar für den Bundesligisten.

Würzburger Kickers - Eintracht Braunschweig 0:1

Der Zweitligist macht gegen das Abwehrbollwerk des Tabellenführers der Regionalliga Bayern lange Zeit keinen Stich. Alles sieht nach einer Verlängerung aus, als Nielsen die einzige richtige Torchance im Spiel zum 1:0 (78.) ausnutzt. Danach beginnt die furiose Schlussoffensive des Viertligisten, die fast mit dem Ausgleich belohnt wird. Doch der Seitfallzieher von Bieber (83.) zählt nicht. Ein Klassenunterschied ist nicht zu sehen, aber Braunschweig hat das glücklichere Ende für sich.

1. FC Magdeburg - Bayer 04 Leverkusen 4:5 i.E.

Leverkusen tut sich in Magdeburg über die gesamte Spielzeit schwer. Selbst der frühe Führungstreffer durch Calhanoglus Freistoß in der dritten Minute bringt keine wirkliche Beruhigung. Der Viertligist hält unverändert wacker mit und kommt nach 28 Minuten zum 1:1-Ausgleich durch Siefkes, der auch gleichzeitig den Pausenstand darstellt. In Durchgang zwei ist die Werkself überlegen, scheitert aber in Person von Drmic und Papadopoulos zweimal am Aluminium, ehe Son nach 78 Minuten vom Platz gestellt wird. Beim 1:1 bleibt es vorerst auch nach 90 Minuten und in weiten Teilen der Verlängerung, Niklas Brandt bringt den FCM nach 111 Minuten dann zwar mit 2:1 in Front, doch die Gäste gleichen fünf Minuten später durch Papadopoulos aus. So geht es ins Elfmeterschießen, Bayer gerät ins Hintertreffen, doch dank starker Paraden von Keeper Leno gelingt am Ende doch noch der Sprung ins Achtelfinale.

Herausforderer Zinnbauer setzte beim HSV-Training auf unorthodoxe Spielchen, um die 0:3-Niederlage von Berlin aus den Köpfen zu bekommen und die Kommunikation auf dem Feld zu beleben. In einem Trainingsspiel teilte er seinen Kader in zwei Teams auf - dabei durfte eine Mannschaft nur positive, die andere nur negative Kommentare abgeben. „Wir müssen die Uhr wieder auf Null stellen. Es wird ein anstrengendes Programm, aber im Pokal ist vielleicht doch was drin“, sagte Zinnbauer. Nur eins soll es nicht geben: So eine Klatsche wie beim 0:5 im Volkspark im vergangenen Februar im Pokal-Viertelfinale.

„Das Aggressive, das müssen wir wieder an den Tag legen, deswegen kommt Bayern genau richtig“, hoffte Zinnbauer, dem die Chefetage vor der Partie als Vertrauensbeweis einen Profivertrag bis 2016 gab. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass das folgende Heimspiel um Bundesligapunkte gegen Bayer Leverkusen für ihn „im Brennpunkt“ der wichtigen Woche steht.

Gegen den Cup-Verteidiger aus München wird dem HSV Flügelspieler Dennis Diekmeier (Oberschenkelprobleme) fehlen. Amateur Ashton Götz wird sein zweites Spiel von Beginn an machen und vermutlich auf Franck Ribéry oder Weltmeister Mario Götze treffen. Auch Mittelfeldorganisator Valon Behrami muss nach einem Schlag auf die Wade im Hertha-Spiel wohl passen. U23-Spieler Matti Steinmann bot sich im Training als Alternative auf der Sechs an. Ganz offen ist noch, wie Zinnbauer in Zukunft die beiden Regisseure Rafael van der Vaart und Lewis Holtby einsetzen will. Als der Holländer verletzt war, lief Holtby zu großer Form auf.

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