Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.12.2013

22:50 Uhr

DFB Pokal

Sechs Tore zwischen Frankfurt und Sandhausen

Die Eintracht steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Der Erstligist wähnte das Spiel schon gewonnen, als Sandhausen einen Zwei-Tore-Rückstand noch einmal aufholte. Doch der Spiel des Abends sorgte für klare Verhältnisse.

Das 2:0, sein zweites Tor: Joselu trifft für Frankfurt vom Elfmeterpunkt. Reuters

Das 2:0, sein zweites Tor: Joselu trifft für Frankfurt vom Elfmeterpunkt.

FrankfurtDer Spanier Joselu hat Eintracht Frankfurt mit einem Dreierpack ins Viertelfinale des DFB-Pokals geschossen und den Bundesliga-Frust damit zumindest kurzzeitig verdrängt: Nach der K.o.-Runde in der Europa League erreichten die Hessen am Mittwochabend durch das 4:2 (1:0) gegen den SV Sandhausen zum ersten Mal seit der Saison 2006/07 auch wieder die Runde der letzten Acht im Pokal. Vor der Minuskulisse von nur 18 200 Zuschauern trafen Joselu (19./49./Foulelfmeter/90.+2) und Vaclav Kadlec (72.) für die Eintracht. Die Gäste durften nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch ein Eigentor von Sebastian Rode (64.) und den Treffer von Simon Tüting (66.) sogar kurz von einer Sensation träumen.

„In Deutschland war es das erste Mal, dass ich drei Tore in einem Spiel gemacht habe, aber wichtig ist nur, dass die Mannschaft gewonnen hat“, meinte der überglückliche Joselu. Kapitän Pirmin Schwegler analysierte treffend: „Das hätten wir heute einfacher haben können.“

Für Frankfurts Trainer Armin Veh war die Partie eine willkommene Gelegenheit, die Ergebniskrise in der Bundesliga mit zuletzt neun Spielen in Serie ohne Sieg zumindest vorübergehend vergessen zu machen. Und dementsprechend konzentriert und motiviert trat seine Mannschaft auch auf. Die Hessen waren von Beginn an überlegen und die spielerisch reifere Elf. Die Gäste unterstrichen dagegen mit einer gut gestaffelten Defensive, warum sie in der 2. Liga erst 14 Gegentore in 16 Spielen kassiert haben.

Herausgespielte Chancen waren eine Rarität. In der zwölften Minute profitierte Joselu von einem missglückten Klärungsversuch des Gästekeepers Manuel Riemann - sein Heber landete aber knapp neben dem Tor. Die Frankfurter mussten nur eine Schrecksekunde überstehen, als Stiefler frei vor Eintrachts Torhüter Kevin Trapp im entscheidenden Moment über seine eigenen Füße fiel (18.). Fast im Gegenzug besorgte Joselu nach einem schönen Angriff über Tranquillo Barnetta und Vaclav Kadlec das verdiente 1:0 (19.). Bereits beim 3:3 gegen Schalke hatte Joselu zweimal getroffen. Wochenlang als Fehleinkauf verschrien, entwickelt er sich langsam zum Hoffnungsträger. Am Samstag trifft er mit der Eintracht auf seinen ehemaligen Arbeitgebern Hoffenheim.

Alles lief nach Plan für den Favoriten. Der wiedergenesene Sebastian Rode gab nach nur einem Spiel Verletzungspause wieder den Stabilisator im defensiven Mittelfeld, Neuzugang Kadlec zeigte seine Vielseitigkeit erstmals im rechten offensiven Mittelfeld, und Joselu überzeugte als Sturmsolist. Sichtlich zufrieden marschierte Veh zur Pause in die Kabine.

Nach dem 2:0 durch Joselus verwandelten Foulelfmeter (49.) - Seyi Olajengbesi hatte Takashi Inui gelegt - sah schon alles nach einem lockeren Pflichtsieg der Hessen aus. Die Frankfurter schalteten in den Kraftsparmodus und machten so den Außenseiter stark. Sandhausen, das in Runde eins Nürnberg ausgeschaltet hatte, wurde immer mutiger. Ausgerechnet Rode leistete dann mit einem Eigentor weitere Aufbauarbeit, als er mit seinem Rückpass den verdutzten Trapp düpierte. Nur 120 Sekunden später gelang Tüting sogar das 2:2. Veh war stinksauer. Sollten Unkonzentriertheiten sein Team schon wieder um den verdienten Lohn bringen? Diesmal nicht - Kadlec und erneut Joselu setzten die Schlusspointe. Ende gut, aber nicht alles gut.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×