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17.11.2015

17:41 Uhr

DFB-Präsidentschaft

Landesverbände sprechen sich für Grindel aus

Der mutmaßliche Nachfolger von Wolfgang Niersbach steht fest. Der bisherige DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel soll neuer Präsident des Fußballbunds werden. Die Landesverbände sprachen sich für den CDU-Politiker aus.

Der stellvertretende Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestags soll nach Willen der Landesverbände neuer DFB-Präsident werden. dpa

Reinhard Grindel

Der stellvertretende Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestags soll nach Willen der Landesverbände neuer DFB-Präsident werden.

HannoverDas mächtige Amateurlager im Deutschen Fußball-Bund hat Reinhard Grindel wie erwartet zum Präsidentschaftskandidaten gekürt und damit die Liga-Vertreter um Reinhard Rauball brüskiert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und bisherige DFB-Schatzmeister soll die Nachfolge des zurückgetretenen Wolfgang Niersbach antreten. Dies gab Interims-Verbandschef Rainer Koch nach dem Treffen der 21 Landesverbands- und fünf Regionalpräsidenten am Dienstag in Hannover bekannt. Mit ihrem Vorpreschen in der Personalfrage widersetzten sich die Landeschefs der Wunsch-Taktik des Profifußballs.

„Mein Ziel ist, dass Amateure und Profis unter dem gemeinsamen Dach des DFB gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten“, sagte Grindel in einer Stellungnahme des DFB. Er gab bekannt, dass er seinen Sitz im Sportausschuss des Deutschen Bundestages niederlegen werde. „Sollte ich zum Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes gewählt werden, werde ich auch meine Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter aufgeben“, kündigte Grindel an. Der Politiker war bereits wiederholt wegen seiner Doppelfunktion im DFB und in der Politik kritisiert worden.

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Lückenlose Aufklärung? Medienberichte deuten darauf hin, dass Wolfgang Niersbach schon früh von dem Skandalpapier zwischen Beckenbauer und Jack Warner wusste. Mitwisser demnach: DFB-Generealsekretär Helmut Sandrock.

Koch und DFB-Vize Peter Frymuth fanden nach der gut zweistündigen Sitzung auch harsche Worte zum Skandal um die Vergabe der WM 2006. „Es kann nicht sein, dass Millionen von Fußballspielern, Fußballspielerinnen und Hunderttausende von Ehrenamtlichen darunter leiden, wenn eine Handvoll von Menschen vor vielen, vielen Jahren Dinge gemacht hat, die jetzt den DFB zurecht kritisch betrachten lassen“, sagte Frymuth in Richtung von Niersbach, Franz Beckenbauer und anderen damaligen Verantwortlichen.

Auch wenn die mehr als 25 000 deutschen Amateurfußballvereine nichts mit den aktuellen Vorkommnissen zu tun hätten, erklärte Koch, „so werden diese doch alle miterfasst von den aktuellen gegenüber UEFA, FIFA und dem DFB erhobenen schwerwiegenden Vorwürfen.“ Der Jurist aus dem bayrischen Poing mahnte auch: „Es wäre dem DFB viel geholfen, wenn in Zukunft die Satzung immer eingehalten werden würde.“

Rauball, zusammen mit Koch Interimspräsident beim größten Sportfachverband der Welt (6,9 Millionen Mitglieder), hielt sich zwar im gleichen Hotel auf wie die Landesfürsten. Er war aber als Delegationsleiter der Nationalmannschaft in Hannover.

Der Ligapräsident hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gemahnt: „Es ist das Recht der Landes- und Regionalverbände, Vorschläge zu machen. Die weitere Marschroute, was die Strategie, die Inhalte, die Termine und auch die Personen betrifft, sollte aber erst in der Präsidiumssitzung des DFB am kommenden Freitag besprochen, beschlossen und dann veröffentlicht werden.“

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