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18.05.2012

20:07 Uhr

DFB-Sportgericht

Urteil über Skandalspiel auf Montag vertagt

Die Verkündung des Sportgerichtsurteils über den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des skandalbehafteten Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf ist auf Montag um 15 Uhr vertagt worden.

Stark zum Auftakt der Gerichtsverhandlung. dpa

Stark zum Auftakt der Gerichtsverhandlung.

FrankfurtDie Entscheidung über den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf fällt erst am Montag. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes vertagte sich am Freitag in Frankfurt nach mehr als sechsstündiger Beweisaufnahme.

Die Verhandlung soll am Montag fortgesetzt werden. Dann soll um 15 Uhr das Urteil verkündet werden. Hertha hatte nach der 2:2 ausgegangenen Partie in Düsseldorf Protest eingelegt.

Bei der Verhandlung am Freitag sorgten vor allem die Aussagen von Schiedsrichter Wolfgang Stark für Aufsehen. Stark hat im Fußball schon viel erlebt - aber was ihm nach dem Skandalspiel von Düsseldorf widerfahren sein soll, klingt ungeheuerlich. Vor dem DFB-Sportgericht sagte Stark als Hauptzeuge, er sei nach dem Abpfiff von Berliner Spielern angegriffen und am Kopf verletzt worden.

„Der Spieler Kobiaschwili hat mit ausgestrecktem Arm, mit der Faust in meine Richtung geschlagen. Ich duckte mich kurz ab und wurde am Hinterkopf getroffen“, sagte der Unparteiische aus Ergolding am Freitag bei der Verhandlung in Frankfurt/Main. Er habe ein Hämatom am Hinterkopf erlitten - und damit noch Glück gehabt.

Denn Stark stand nach eigenen Angaben bei dem Schlag ganz oben auf der Treppe zu den Katakomben des Düsseldorfer Stadions. Er stürzte nur deswegen nicht die fünf bis sechs Meter in die Tiefe, weil er sich am Geländer festhalten konnte. „Man kann sich ja ausrechnen, was sonst passiert wäre“, sagte der Referee.

Stark sitzt im schwarzen Anzug vor dem Sportgericht und Dutzenden Journalisten. Direkt neben ihm die Hertha-Verantwortlichen. Es sind verstörende Erinnerungen, von denen er erzählt, aber der Unparteiische spricht mit fester Stimme.

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Unten an der Treppe sei die „Hetzjagd“ weitergegangen. Hertha-Profi Christian Lell habe ihn am Arm gepackt. Stark selbst sei als „Du feige Sau!“ und „Du feiges Schwein!“ beleidigt worden. Und die Spieler ließen offenbar nicht locker. Vier bis fünf Berliner Profis versuchten angeblich, die Schiedsrichter-Kabine zu stürmen.

Stark und seine Assistenten versuchten, die Tür zuzuhalten. Draußen will Stark unter anderem Hertha-Kapitän Andre Mijatovic und Torhüter Thomas Kraft gesehen haben. „Stark, du Arschloch“, habe der Keeper gebrüllt. Mijatovic soll den Referee „Wichser“ genannt haben.

Kommentare (11)

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steuer_michel

18.05.2012, 15:49 Uhr

Proletenhaufen - So was nennt sich Fußball.

Dem DFB und dieser Millionärsliga sollte man den Geldhahn zudrehen und die Polizeieinsätze in Rechnung stellen.

Aber nein, das wird nicht getan - Der deutsche Fußball wird auch in Zukunft tun und lassen können was er will!

Das gemeine Volk soll seine "Brot und Spiele" bekommen!

Account gelöscht!

18.05.2012, 16:14 Uhr

Egal wie man zu Fortuna oder Hertha steht:

Schiedsrichter Stark hat ein Spiel unter unfassbaren Bedingungen weiterlaufen lassen und damit die Emotionen der Spieler selbst aktiv mit provoziert.

Sollte es körperliche Gewalt gegen den Schiedsrichter gegeben haben, ist das natürlich nicht zu tolerieren.

Wir sollten nicht naiv sein. Es geht längst nicht mehr nur um Sport. Es geht um handfeste wirtschaftliche Interessen für die Klubs und die Spieler.

Wer das nicht begreift, der ist 1954 stehen geblieben.

Account gelöscht!

18.05.2012, 16:41 Uhr

So, so, der Schiri hat also die Emotionen der Spieler "provoziert".
Kurz und knapp: Das ist einfach nur "[...]".
Und ich hoffe, der DFB wacht langsam aus seinem beamtentypischen Büroschlaf auf. Der Spieler, der den Schiri attackiert hat, gehört gesperrt. Und zwar lebenslänglich. Anscheinend hat es sich noch nicht bis in die DFB-Funktionärskaste herumgesprochen, dass selbst in den alleruntersten Amateurligen Schiedsrichter attackiert und verprügelt werden. Und Profis sind Vorbilder. Also DFB-Funktionäre, hört auf herumzuseiern sondern handeln sie lieber.
Und ich wiederhole mich: Wird Polizei benötigt, kein Problem. Aber dann bitte gegen Bezahlung und nicht auf Kosten des Steuerzahlers.

[+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

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