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12.11.2015

17:22 Uhr

DFB und die WM 2006

Auch DFB-Generalsekretär Sandrock wird belastet

Lückenlose Aufklärung? Medienberichte deuten darauf hin, dass Wolfgang Niersbach schon früh von dem Skandalpapier zwischen Beckenbauer und Jack Warner wusste. Mitwisser demnach: DFB-Generealsekretär Helmut Sandrock.

Rücktritt im Wortlaut

Niersbach: „Entscheidung ist mir ungeheuer schwer gefallen“

Rücktritt im Wortlaut: Niersbach: „Entscheidung ist mir ungeheuer schwer gefallen“

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FrankfurtWolfgang Niersbach gerät durch das brisante Beckenbauer-Papier immer mehr ins Zwielicht, um seine Nachfolge als DFB-Präsident tobt der Machtkampf: Im Skandal um die Vergabe der WM 2006 wird das Länderspiel der Fußball-Nationalmannschaft in Frankreich zur Nebensache. Drei Tage nach dem Rücktritt von DFB-Boss Niersbach berichteten „Der Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“, dass Niersbach schon länger von dem ominösen Vertragsentwurf zwischen dem damaligen OK-Chef Franz Beckenbauer und Fifa-Spitzenfunktionär Jack Warner gewusst haben soll. Seine frühere Aussage, wonach es „keinen Stimmenkauf“ vor WM-Vergabe gegeben hat, tätigte er möglicherweise wider besseren Wissens.

Erstmals gerät auch DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock in die Kritik. Neben Niersbach soll Sandrock von dessen Stellvertreter Stefan Hans über das Papier informiert worden sein, schrieb die „SZ“. Der Verband wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen in beiden Medien nicht zu den neuen Details äußern und war für Anfragen nicht zu erreichen.

Der Vertragsentwurf von 2000, vier Tage vor der WM-Vergabe, hatte dem damaligen, inzwischen wegen Korruption gesperrten Fifa-Wahlmann Warner aus Trinidad und Tobago Vorteile garantiert. Es ist aber unklar, ob dies je umgesetzt wurde. Das Schreiben soll von Hans im Archiv des Verbandes entdeckt worden sein, nachdem die Recherchen nach der dubiosen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des DFB an die Fifa begonnen hatten.

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Hans hat nach Angaben der „SZ“ in einem Brief den Mitgliedern des DFB-Präsidiums mitgeteilt, dass er damals Niersbach und Sandrock unverzüglich telefonisch von seinem Fund in Kenntnis gesetzt habe - und zwar vor der missratenen Pressekonferenz Niersbachs am 22. Oktober. Damals konnte der DFB-Präsident viele Fragen nicht beantworten, sagte aber: „Die Kernbotschaft ist: Es ist bei der WM-Vergabe 2006 alles mit rechten Dingen zugegangen. Es hat keine schwarzen Kassen gegeben, es hat keinen Stimmenkauf gegeben.“

Den Inhalt des nun aufgetauchten brisanten Schreibens hatte zuletzt DFB-Interimspräsident Rainer Koch bestätigt. Unterschrieben hat den Vertragsentwurf laut DFB-Darstellung Beckenbauer, den Entwurf soll der einstige OK-Vizepräsident Fedor Radmann paraphiert haben.

Nach Angaben des „Spiegel“ hat Niersbach seine Präsidiumskollegen über das Dokument nicht informiert. Diese stießen durch die externen Prüfer der Frankfurter Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer darauf. Die DFB-Vizepräsidenten Koch und Reinhard Rauball, die am Montag vorerst das Führungsamt von Niersbach übernahmen, sowie Schatzmeister Reinhard Grindel sollen Niersbach daraufhin zur Rede gestellt haben. Stunden später folgte der Rücktritt des DFB-Chefs.

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