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26.06.2017

18:45 Uhr

Dicke Luft im russischen Fußball

Politiker will Kicker „die Fresse“ polieren

VonAndré Ballin

Erst kommen neue Dopingvorwürfe gegen Russland hoch, diesmal sogar gegen die Fußball-Nationalmannschaft. Dann scheidet das russische Team auch noch in der Vorrunde des Confed Cups aus. Die Stimmung in Moskau ist mies.

Russland ist im Confed Cup in der Vorrunde ausgeschieden. Jetzt gibt es Ärger auf der Funktionärsebene. dpa

Ausgeschieden

Russland ist im Confed Cup in der Vorrunde ausgeschieden. Jetzt gibt es Ärger auf der Funktionärsebene.

MoskauWjatscheslaw ist schwer geknickt. Eigentlich hatte sich der Moskauer das Wochenende so schön vorgestellt: Grillen auf der Datscha bei Freunden, dazu am Abend gemütlich vor dem Fernseher das entscheidende Vorrundenspiel der Russen gegen Mexiko schauen. Doch zuerst machte die Antenne schlapp und dann auch noch die Sbornaja.

Am Handy verfolgt Wjatscheslaw die letzten Sekunden des Spiels über das Internet, ehe er trotz zwischenzeitlicher 1:0-Führung betrübt die 1:2-Niederlage konstatiert. „Es ist doch wie immer“, klagt er anschließend. „Erst große Hoffnungen und dann wieder eine Pleite “, sagt er und macht sich enttäuscht auf die Heimfahrt.

Tatsächlich sind die Erfahrungen der russischen Fußballfans beim Confed Cup exemplarisch für die Achterbahn der Gefühle bei vergangenen Großereignissen. Nach Erfolg verheißendem Start – dem Sieg gegen Neuseeland oder der Führung gegen Mexiko – scheint den Kickern regelmäßig die Luft auszugehen.

Das war bei der EM im vergangenen Jahr – nach dem erkämpften Unentschieden gegen England – ebenso wie bei der WM 2014, wo das Weiterkommen im letzten Gruppenspiel gegen Algerien trotz früher Führung verpasst wurde. Immerhin; Randale gab es diesmal nicht. Während die Fans ihre Emotionen unter Kontrolle behielten, brannten aber bei einigen Offiziellen die Sicherungen durch.

Igor Lebedjew, Duma-Abgeordneter und Vorstandsmitglied des russischen Fußballverbands, forderte nach dem Spiel, Mittelfeldspieler Juri Schirkow „die Fresse“ zu polieren. Schirkow hatte die gelb-rote Karte gesehen. Lebedjew, der Sohn des kremlnahen Skandalpolitikers Wladimir Schirinowski, machte daher ihn und Torhüter Igor Akinfejew explizit für den Misserfolg der umformierten Sbornaja verantwortlich.

„Einer macht Patzer, der andere lässt uns hängen, und nachher schimpft wieder das ganze Land auf die Jungs, die echt gekämpft haben“, dabei hätten die zwei alles „verdorben“, hatte Lebedjew die Schuldigen ausgemacht. Russlands Fußball-Oberster Witali Mutko wollte die Kritik nicht so stehen lassen.

Kommentare (2)

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Herr Tomas Maidan

26.06.2017, 19:46 Uhr

Fake-News, das können die Russen. Und sonst gar nichts.

Herr Paul Kersey

28.06.2017, 11:02 Uhr

Man kann im Mannschaftssport halt dopen wie man will, da kommt's eben noch auf was anderes an, was den Flaschen aus Russland eben abgeht. Habe kein Mitleid, sondern freue mich!!!!

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