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14.08.2015

18:18 Uhr

Die Bundesliga geht wieder los

Elf Fakten für Fußball-Fans

VonThomas Schmitt, Leonidas Exuzidis

FC Bayern gegen HSV: Mit diesem Klassiker wird die Bundesligasaison 2015/16 eröffnet. Der Titelverteidiger aus München ist hoher Favorit in einer Liga, die er dominiert und vorantreibt. Sportlich wie wirtschaftlich.

Der Ball in der Bundesliga rollt ab Freitag wieder. Der FC Bayern und der HSV eröffnen die Saison. dpa

Start der Saison 2015/16

Der Ball in der Bundesliga rollt ab Freitag wieder. Der FC Bayern und der HSV eröffnen die Saison.

DüsseldorfNach 83 Tagen Sommerpause rollt in der Fußball-Bundesliga ab Freitagabend wieder der Ball. Der deutsche Meister FC Bayern München eröffnet um 20.30 Uhr (ARD und Sky) in der mit 75.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena gegen den Hamburger SV die 53. Bundesliga-Spielzeit.

Seit 2002 wird die Saison mit einem Heimspiel des Meisters eröffnet. In den bisherigen 13 Partien verließ der Titelverteidiger nie den Platz als Verlierer (10 Siege, 3 Remis). Die Bayern dürfen zum achten Mal die Saison eröffnen.

In der Bundesliga geht es inzwischen um viel mehr als Sport. Das Lieblingsspiel der Deutschen ist ein Tummelplatz für Stars, die Millionen verdienen. Profifußball ist ein Milliardengeschäft, in das immer mehr Geld fließt, aber aus dem auch immer mehr Geld zurückkommt.

Der 1. Bundesliga-Spieltag im Überblick

Bayern München - Hamburger SV 5:0 (1:0)

Der FC Bayern ist von Beginn an Chef im Ring. Hamburg setzt überwiegend auf eine kompakte Defensive und Sicherung des eigenen Tores. Nur selten kommen die Gäste in die Münchner Spielfeldhälfte. So fällt die Münchner Führung fast folgerichtig, als Benatia einen Alonso-Freistoß per Kopf ins Netz befördert (27.) Nach der Pause zunächst das gleiche Bild: Bayern macht das Spiel, der HSV die Räume eng. Nach 53 Minuten erhöht Lewandowski aber auf 2:0 und stellt die Münchner Weichen endgültig auf Sieg. Ein Doppelpack von Müller (69. und 73.) macht dann endgültig alles klar. Costa setzt dem Ganzen mit dem 5:0 kurz vor dem Abpfiff dann noch die Krone auf (87.)

Bayer Leverkusen - 1899 Hoffenheim 2:1 (1:1)

Bayer Leverkusen ist mit dem 2:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim eine vielversprechende Generalprobe gelungen. Vier Tage vor dem Königsklassen-Playoff-Hinspiel beim Miroslav-Klose-Club Lazio Rom machten Torjäger Stefan Kießling in der 45. Minute und „Joker“ Julian Brandt (71.) den saisonübergreifend siebten Heimsieg nacheinander perfekt. Steven Zuber hatte die Fußballprofis aus dem Kraichgau vor 27.125 Zuschauern in der BayArena nach fünf Minuten in Führung gebracht. Das 2:1 ist für Leverkusen der dritte Saison-Auftakterfolg in Serie. Hoffenheim unterlag beim achten Auftritt unter dem Bayer-Kreuz schon zum siebten Mal.

FC Augsburg - Hertha BSC 0:1 (0:0)

Die Europa-League-Starter des FC Augsburg haben sich zum Bundesliga-Auftakt eine Pleite eingehandelt. Rund einen Monat vor dem ersten Auftritt der Vereinsgeschichte auf europäischer Bühne unterlagen die Schwaben Hertha BSC am Samstag mit 0:1 (0:0). Trotz des frühen Platzverweises gegen Raúl Bobadilla wäre für das Überraschungsteam der Vorsaison in einer aufregenden Partie allemal ein Punktgewinn drin gewesen. Doch ein Chancenplus und die fußballerische Überlegenheit nützten nichts. Stattdessen reichte den Berlinern, die am Ende ebenfalls nur noch zu zehnt waren, ein Elfmetertor von Salomon Kalou (48. Minute) zum schmeichelhaften Sieg.

Werder Bremen - FC Schalke 04 3:0 (1:0)

Schalke 04 ist unter dem neuen Trainer Andre Breitenreiter der erhoffte Traumstart in der Fußball-Bundesliga gelungen. Die neu formierten Gelsenkirchener setzten sich am Samstag klar mit 3:0 (1:0) bei Werder Bremen durch und feierten den ersten Auswärtserfolg im Kalenderjahr 2015. Ein Eigentor des Bremer Verteidigers Theodor Gebre Selassie in der 34. Minute sorgte am Samstag für die Schalker Führung. Die Gäste, die mit dem Ex-Bremer Franco Di Santo in der Startelf begannen, legten in der zweiten Halbzeit durch Eric-Maxim Choupo-Moting (68.) und Klaas-Jan Huntelaaar (85.) nach. Werder bemühte sich zwar nach Kräften um ein besseres Resultat, wirkte aber längst nicht so spielstark wie die abgeklärten Schalker. Unter dem Strich blieb Werder zum elften Mal in Serie sieglos gegen den Angstgegner.

FSV Mainz 05 - FC Ingolstadt 0:1 (0:0)

Der FC Ingolstadt hat einen perfekten Einstand in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Der 54. Neuling in der Liga-Geschichte setzte sich am Samstag vor 27.152 Zuschauern beim FSV Mainz 05 mit 1:0 (0:0) durch. Der Österreicher Lukas Hinterseer erzielte in der 66. Minute das Tor des Tages und hat seinen Platz im Geschichtsbuch des Aufsteigers sicher. Der Erfolg der läuferisch und kämpferisch überzeugenden Schanzer war hochverdient. Die Mainzer konnten in keiner Phase an die guten Leistungen aus der Vorbereitung anknüpfen und boten zum Saisonstart eine äußerst enttäuschende Vorstellung.

Darmstadt 98 - Hannover 96 2:2 (1:0)

Aufsteiger SV Darmstadt 98 hat einen Auftaktsieg in der Fußball-Bundesliga knapp verpasst, 33 Jahre nach dem letzten Erstliga-Spiel aber eine spektakuläre Rückkehr ins Oberhaus hingelegt. Die „Lilien“ kamen am Samstag gegen Hannover 96 zu einem verdienten 2:2 (1:0). Vor 17 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor brachte Marcell Heller die Gastgeber zweimal in Führung (31. und 54. Minute). Der eingewechselte Charlison Benschop (48.) und ein Eigentor von Darmstadts Kapitän Aytac Sulu (62.) sorgten aber doch noch für einen Punktgewinn der Niedersachsen. Hannovers Neuzugang Mevlut Erdinc verschoss in der 58. Minute zudem noch einen Foulelfmeter.

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach 4:0 (3:0)

Borussia Dortmund ist im ersten Bundesliga-Spiel unter seinem neuen Trainer Thomas Tuchel zu einem 4:0 (3:0) gegen Borussia Mönchengladbach gestürmt. Marco Reus (15.), Pierre-Emerick Aubameyang (21.) und zweimal Henrich Mchitarjan (33./50.) schossen vor 81.359 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park den hochverdienten Sieg im Westderby heraus. Damit belegt der BVB nach dem Auftaktspiel den zweiten Platz hinter dem FC Bayern München (5:0 gegen den Hamburger SV).

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt (Sonntag, 15.30 Uhr)

VfL Wolfsburg: Der Vize-Meister ist bereits in Form, das hat er beim Supercup-Sieg gegen Bayern München bewiesen. Vor allem die Offensive ist stark. Mit der Rückkehr von Luiz Gustavo dürfte auch die Defensive die bekannte Sicherheit der Vorsaison erhalten.

Eintracht Frankfurt: Trainer-Rückkehrer Armin Veh hat für neue Begeisterung in der Mannschaft und im Umfeld gesorgt. Die Vorbereitung wurde ohne Ausfälle ordentlich bewältigt, die erste Aufgabe im Pokal souverän gelöst.

VfB Stuttgart - 1. FC Köln (Sonntag, 18.30 Uhr)

VfB Stuttgart: VfB-Trainer Zorniger hat ein Spielsystem mit aggressiver Balleroberung und schnellem Umschaltspiel erfolgreich installiert. Zum Saisonstart droht aber der Ausfall von Abräumer Dié. Zudem ist der Fall des wechselwilligen Rüdiger weiter ungeklärt.

1. FC Köln: Das 4:0 im Pokal beim Viertligisten Meppen mit drei Modeste-Toren deutet auf eine gute Frühform des FC hin. Vor allem im Mittelfeld hat Trainer Stöger viel Auswahl. Gerhardt drängt sich in Stuttgart für einen Platz in der Startelf auf.


1. Fußball ist ein Wachstumsmotor

Fußball ist nicht nur Spaß und Freizeitaktivität. Das Spiel hat eine größere wirtschaftliche Bedeutung als viele denken. Und diese nimmt sogar stark zu. Umgerechnet 110.000 Vollzeitarbeitsplätze werden vom Spielbetrieb im Profifußball angestoßen, rechnete die Unternehmensberatung McKinsey & Company aus. Die Wertschöpfung betrug im vergangenen Jahr 7,9 Milliarden Euro.

Seit 2008 sei die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze um 40.000 Stellen gewachsen. Die Beschäftigungsintensität des Profifußballs sei damit so stark gestiegen wie zuletzt in nur wenigen anderen Wirtschaftszweigen in Deutschland, so die Autoren der Studie „Wachstumsmotor Bundesliga“.

Weitere Erkenntnisse: Die Wertschöpfung stieg im gleichen Zeitraum um 55 Prozent. Damit ist der Beitrag des Profifußballs zehn Mal so schnell gewachsen wie die deutsche Gesamtwirtschaft. Der Staat profitiere durch die wirtschaftlichen Aktivitäten rund um den Profifußball abzüglich der Kosten mit jährlich 2,3 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben.

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