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30.09.2014

11:40 Uhr

Die Dortmunder Krise

BVB-Manager Zorc beklagt Patzer in der Abwehr

Michael Zorc hat den misslungenen Saisonstart von Borussia Dortmund mit Schwächen in der Defensive begründet. Der Sportdirektor fordert nun Siege in der Champions League und in der Bundesliga.

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BerlinBorussia Dortmunds Sportdirektor Manager Michael Zorc hat Defensivschwächen und individuelle Fehler für den misslungenen Start in die neue Bundesliga-Saison verantwortlich gemacht. Vor allem die elf Gegentore in den ersten sechs Liga-Spielen stören den 52-Jährigen.

„Wenn du jedes Mal zwei völlig unnötige Gegentore schluckst, ist es natürlich schwer, diese Spiele noch zu drehen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass gegenwärtig immer ein anderer Akteur patzt“, sagte Zorc in einem Interview der „Bild“ (Dienstag). „Unsere Gegentore sind selten aus dem Spiel heraus gefallen, viele wurden nach Standardsituationen und/oder dank unserer tatkräftigen Mithilfe erzielt.“

Einen einzelnen Akteur will BVB-Manager Zorc für die zahlreichen Fehler und die zweitmeisten Gegentore in der Bundesliga allerdings nicht verantwortlich machen. Erschwerend komme hinzu, "dass gegenwärtig immer ein anderer Akteur patzt", sagte er in dem Interview.

Borussia Dortmund: Der Megadeal des BVB

Spielraum

Borussia Dortmund darf das eigene Kapital kräftig erhöhen. Das hat sich der Verein auf der Hauptversammlung am 30. November 2010 genehmigen lassen. Insgesamt kann der Verein daher mehr als 30 Millionen neue Aktien verkaufen.
Quelle: Borussia Dortmund

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt bisher 61,425 Millionen Euro. Es ist in 61,425 Millionen Stammaktien eingeteilt. Wenn also der Spielraum für Kapitalerhöhungen vollständig genutzt würde, könnte sich die Zahl der Aktien um 50 Prozent erhöhen.

Aktuelle Kapitalerhöhung

Das Grundkapital wird mit Wirkung Juli 2014 nominal um 6,12 Millionen Euro erhöht. Dafür werden 6,12 Millionen neue Stückaktien ausgegeben. Eine neue Aktie kostet 4,37 Euro. Dieser Preis ist ein Durchschnitt der letzten fünf Börsenhandelstage abzüglich eines Abschlags von fünf Prozent.

Käufer

Die gut sechs Millionen neuen Aktien übernimmt Evonik Industries aus Essen. Das Grundkapital von Borussia Dortmund beträgt also künftig 67,545 Millionen Euro.

Anteil

Evonik wird durch die Aktie der zweitgrößte Einzelaktionär. Der Stimmrechtsanteil beträgt 9,06 Prozent des Grundkapitals.

Hintergrund

Evonik ist seit März 2006 Sponsor des BVB. Bisher lief der Vertrag bis zur Saison 2015/2016. Nun wurde dieser Vertrag bis zur Saison 2024/2025 verlängert.

Ziel

Evonik will mit der Beteiligung das Sponsorverhältnis als Kommanditaktionär der Gesellschaft festigen und insgesamt fördern sowie die bestehende Markenpartnerschaft ausbauen. Damit legten beide Partner eine gute Grundlage für neue wirtschaftliche und sportliche Erfolge auch auf internationaler Ebene.

Aktuelle Einnahmen

Durch die Kapitalerhöhung mit Evonik fließen dem BVB 26,74 Millionen Euro zu. Der Betrag ergibt sich aus der Anzahl der neuen Aktien, der mit dem Ausgabepreis multipliziert wird. Das Geld wird der BVB investieren, ohne Kredite aufnehmen zu müssen.

Mögliche Deals

Der BVB kann zudem noch problemlos weitere Aktien an Interessenten verkaufen. Dafür gibt es noch einen Spielraum von 24,6 Millionen Stück. Gemessen am aktuellen Börsenkursen von mehr als vier Euro könnte der BVB so weitere 100 Millionen Euro einnehmen.

Sondierungsgespräche

Die Geschäftsführung plant, diese restlichen Aktien zwischen dem 1. Juli und dem 30. September 2014 zu verkaufen. Diesbezüglich würden Sondierungsgespräche mit an strategischen Partnerschaften interessierten Unternehmen fortgesetzt.

Nach drei Niederlagen in den ersten sechs Begegnungen steht der BVB nur auf Platz zwölf der Tabelle und hat bereits sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern. „Wir haben zurzeit andere Probleme als über Titel zu sprechen. Wir möchten jetzt beim RSC Anderlecht bestehen, und dann ist ein Sieg gegen den HSV in der Bundesliga quasi Pflicht“, erklärte Zorc weiter.

Nach dem Auftaktsieg in der Champions League gegen den FC Arsenal kann die Borussia bei einem weiteren Dreier in der zweiten Partie an diesem Mittwoch beim RSC Anderlecht bereits einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale machen.

Der Bundesligist setzt dabei auf seine Auswärtsstärke. Von den letzten sechs Gruppenspielen in fremden Stadien wurde nur eines verloren, aber drei wurden gewonnen. Der Trend war auch in der vorigen Bundesliga-Saison zu erkennen. Auswärts verbuchte der BVB mehr Zähler als daheim.

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