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15.04.2014

15:24 Uhr

Die Katastrophe von Hillsborough

Was die Sicherheit in den Stadien bedroht

VonLisa Hegemann, Dietmar Neuerer

Ein tragisches Unglück wie vor 25 Jahren im Hillsborough-Stadion von Sheffield kann in Deutschland nicht passieren. Darüber sind sich die Vereine der Fußball-Bundesliga einig. Doch trotzdem bleiben Sicherheitslücken.

25 Jahre nach der Katastrophe

Liverpool gedenkt der Opfer von Hillsborough

25 Jahre nach der Katastrophe: Liverpool gedenkt der Opfer von Hillsborough

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Düsseldorf/BerlinMenschen, die gegen einen Zaun gedrückt werden; Menschen, die an den Absperrungen hochklettern; Menschen, die kaum noch zu atmen scheinen: Die Bilder aus Hillsborough, dem Stadion, in dem am 15. April 1989 96 Fußballfans starben, sind bis heute präsent. Der Name des Stadions steht inzwischen für eine der größten Katastrophen des Fußballs. Er ist ein Mahnmal – für schlechte Baustrukturen und falsches Polizeiverhalten.

Hillsborough hätte überall passieren können, schrieb Nick Hornby, Bestsellerautor und bekennender Arsenal-Fan, einst in seiner Fußballbibel „Fever Pitch“. Heute, 25 Jahre nach dem Hillsborough-Unglück, sieht das anders aus. Nicht nur in England. Auch in der Bundesliga haben sich die Stadien und die Fankultur seit den 1980er Jahren stark verändert. Doch das macht die deutschen Spielstätten noch lange nicht sicher.

Die Bundesligavereine sind sich darüber einig, dass sich ein Unglück wie das von Hillsborough in den deutschen Stadien nicht passieren kann – weil sich britische nicht mit deutschen Stadien vergleichen lassen. Aber auch hierzulande gibt es unkalkulierbare Risiken, die die Sicherheit im Fußball bedrohen.

Ordner, Polizei & Co.: Das kostet die Sicherheit in der Bundesliga

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Das kostet die Sicherheit in der Bundesliga

Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen kosten den Staat jährlich Millionen. Kritiker meinen, die Vereine sollten die Kosten selbst tragen, die der Fußball verursacht. Doch dabei übersehen sie einen entscheidenden Faktor.

Gefahren sehen die Vereine zum Beispiel in zwischenmenschlichen Konflikten, sprich: wenn eine Fangruppe mit einer anderen aneinander gerät – oder mit der Polizei. Der 1. FC Nürnberg spricht etwa bei der An- und Abreise von Problemen, betont allerdings, dass diese in der Regel nur dann der Fall sei, „wenn Ultra-Gruppierungen aufeinander treffen“. Konfliktpotenzial berge auch eine Begegnung mit Polizisten. Aus Schalke heißt es zudem, grundsätzlich sei „das Verhalten auswärts problematischer als zu Hause“. Das sieht auch die Deutsche Polizeigewerkschaft so.

Im Sicherheitskonzept sind Auswärtsfahrten deshalb klar geregelt: Die Vereine übernehmen die Organisation, Verkehrsunternehmen wie die Deutsche Bahn stellen Sonderzüge zur Verfügung, die Polizei sichert die Wege von den Bahnhöfen zu den Stadien ab. Zwar geht es im Sicherheitskonzept um die Fußballfans, doch die Anhänger selbst sind lediglich über Fanbeauftragte miteingebunden.

Das liegt auch daran, dass die Fans an dem Sicherheitskonzept nicht direkt mitgearbeitet haben. Die Fanbeauftragten erreichen auch nicht diejenigen, die die eigentlichen Probleme machen – nämlich die aggressiven Anhänger.

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