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16.01.2007

10:04 Uhr

Die Liste mit Röbers Aufgaben ist noch lang

Der „kleine Feldherr“ von Dortmund

VonMarcus Bark

Jürgen Röber hatte schon bei seiner Vorstellung als neuer Trainer des BVB kurz vor Weihnachten angekündigt, dass es hart werden würde. seinen Worten lässt der 54-Jährige nun Taten folgen und zieht jetzt bei der Borussia die Zügel an. Trotzdem verbessert sich die Stimmung.

Jürgen Röber gibt beim BVB eine klare Richtung vor. Im Hintergrund hört Florian Kringe aufmerksam zu. Foto: ap ap

Jürgen Röber gibt beim BVB eine klare Richtung vor. Im Hintergrund hört Florian Kringe aufmerksam zu. Foto: ap

MARBELLA. Die Fahnen am Trainingsgelände in Marbella versprechen das „Paradies des Fußballs“. Der Rasen ist ein sattes Grün, das Hotel in Sichtweite bietet jeden Komfort und das Wetter ist äußerst angenehm. Meistens scheint die Sonne, die Temperatur liegt am Mittag bei 18 Grad Celsius. Kein Spieler von Borussia Dortmund kommt jedoch auf die Idee, von paradiesischen Zuständen zu sprechen. Dafür sind sie auch nicht in den Süden Spaniens geflogen. Die Kicker des BVB sind gekommen, um sich darauf vorzubereiten, eine bislang verkorkste Bundesliga-Saison noch zu retten. Ziel ist es, vom neunten noch auf den fünften Platz und damit in den Uefa-Pokal zu kommen.

Jürgen Röber hatte hatte den Spielern Trainingspläne mit in den kurzen Urlaub gegeben, „damit sie sich hinterher nicht erschrecken“. Der Nachfolger von Bert van Marwijk fasste seine Ziele für die Vorbereitung prägnant zusammen: „Wir müssen uns quälen und arbeiten. Aber wir müssen auch Spaß haben.“

Und so quält der 1,71 Meter große Röber, der auch der „kleine Feldherr“ genannt wird, sie seit vergangenen Donnerstag in Andalusien. Bei einigen Spielern ist ein leichtes Grummeln angesichts des strammen Programms zu vernehmen. Aber die Einsicht überwiegt, dass Defizite aufzuarbeiten sind. „Du musst etwas tun. Nur wenn du topfit bist, kannst du auch erfolgreich sein“, sagt Verteidiger Philipp Degen. Der Schweizer ist ein Gewinner des Trainerwechsels. Von van Marwijk häufig kritisiert hat er nun „wieder Freude an der Arbeit“. Torwart Roman Weidenfeller machte bei Degen einen solchen Stimmungswechsel aus, dass er ihm zurief: „Du bist ja von einem Tag auf den anderen 20 Zentimeter größer geworden.“

Solche Sätze bestätigen Borussias Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Manager Michael Zorc, auf dessen Empfehlung der BVB Röber nach Dortmund holte. „Die Stimmung im Umfeld hat sich komplett gedreht. Das hatte ich so schnell nicht erwartet. Im Wesentlichen hat das etwas mit Jürgen Röber zu tun, der die Sache sehr positiv angegangen ist“, sagte Watzke gestern. Zorc hatte gar „so etwas wie Endzeitstimmung“ in den letzten Dortmunder Tagen von van Marwijk ausgemacht. Die habe der neue Trainer schnell vertrieben. Watzke: „Das Umfeld wirkt wie befreit.“

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