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03.09.2014

12:02 Uhr

Die Macht der Sponsoren

Mit haufenweise Geld zum Fußball-Kartell

VonOliver Fritsch

Einige Konzerne sind gleich an mehreren Fußballklubs beteiligt. Wie Volkswagen in Wolfsburg und München. Oder Red Bull in Leipzig und Salzburg. Das schadet der Konkurrenz. Doch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) erlaubt es.

Volkswagen-Derby: Bayern Münchens Gianluca Gaudino (l.) und Daniel Caligiuri vom VfL Wolfsburg am ersten Spieltag der Bundesliga. dpa

Volkswagen-Derby: Bayern Münchens Gianluca Gaudino (l.) und Daniel Caligiuri vom VfL Wolfsburg am ersten Spieltag der Bundesliga.

WolfsburgDie Bundesliga begann mit einem scheinbar völlig normalen Fußballspiel. Bayern München gewann knapp gegen einen kämpfenden Gegner, den VfL Wolfsburg. Nach dem Spiel feierten die Sieger, die Verlierer waren enttäuscht. Doch normal war das Duell nur auf dem Platz.

Bayern gegen Wolfsburg war ein Bruderduell, ein Volkswagen-Derby. Der VfL gehört zu hundert Prozent der Volkswagen AG, die über ihre hundertprozentige Tochter Audi wiederum gut acht Prozent an der FC Bayern München AG hält. Juristen sprechen von einer Mehrfachbeteiligung.

Mehrfachbeteiligungen sind im deutschen Fußball erlaubt, doch sie bedrohen den Wettbewerb. „Innerhalb einer Liga sind Mehrfachbeteiligungen sportpolitisch höchst bedenklich“, sagt der Sportrechtler Thomas Dehesselles.

Fußball: Die Teams der Bundesliga-Ausrüster

Nike

FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt, FC Augsburg, Hertha BSC, SC Freiburg und Werder Bremen

Adidas

Bayer 04 Leverkusen, FC Bayern München, FC Schalke 04, Hamburger SV

Puma

Borussia Dortmund, VfB Stuttgart

Kappa

Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg

Lotto

TSG Hoffenheim

Jako

Hannover 96

Erima

1. FC Köln

Sport-Saller

SC Paderborn

Wechsel zu Nike
  • Nach elf Jahren mit Jako wechselt Eintracht Frankfurt zum amerikanischen Ausrüster Nike.
  • Nach vier Jahren mit Jako wechselt der FC Augsburg zum amerikanischen Ausrüster Nike.

Weitere Wechsel
  • Nach sechs Jahren mit Puma wechselt die TSG zum italienischen Ausrüster Lotto.
  • Nach fünf Jahren mit Adidas wechseln die Wölfe zum italienischen Ausrüster Kappa.

Mehrfachbeteiligungen machen Vereine zu Verwandten und Verwandte können sich helfen. Wettbewerb unter Fußballvereinen findet nicht nur auf dem Rasen statt, sondern auch in der Politik und beim Wirtschaften. Etwa bei Transfers.

Den Verkauf des Bayern-Profis Luiz Gustavo an Wolfsburg im Vorjahr zum Beispiel forcierte Martin Winterkorn öffentlich auf dem kurzen Dienstweg. Winterkorn ist Aufsichtsrat beim FC Bayern und gleichzeitig VW-Chef.

Es ist sogar möglich, dass ein Verein einen Spieler kauft, damit ein Konkurrent des Bruders ihn nicht bekommt. Und dass Wolfsburg von der Meinungsführerschaft des starken Bruders profitiert, ist in der Bundesliga ein offenes Geheimnis.

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