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09.05.2016

12:33 Uhr

Die roten Bullen

Partynacht für Leipzigs Fußballer

Quelle:dpa

Sieben Jahre nach der Vereinsgründung am 19. Mai 2009 hat RB Leipzig den Bundesliga-Aufstieg geschafft. Spätestens in neun Jahren will Mäzen Dietrich Mateschitz die Meisterschale in der Hand halten.

Die Leipziger Spieler feierten auch bei der Busfahrt durch die Stadt. Foto: Jan Woitas dpa

Party-Bus

Die Leipziger Spieler feierten auch bei der Busfahrt durch die Stadt. Foto: Jan Woitas

LeipzigMit einem Höhenfeuerwerk an der Red Bull Arena haben RB Leipzig und seine Fans den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga gefeiert. Nach einem Abendessen im Mannschaftskreis in der clubeigenen Trainingsakademie am Cottaweg, zu der die Spieler nach dem gemeisterten Aufstieg in einem offenen Doppelstock-Oldtimerbus fuhren, zogen die Spieler um Kapitän Dominik Kaiser zur Party in eine Leipziger Disco weiter. „Unser Physiotherapeut lässt sich da genug verrückte Sachen einfallen”, meinte der 27-jährige Kaiser.

Während das Team in der Nacht zum Montag abgeschottet in einer Szene-Diskothek feierte, erstrahlte der Leipziger Uni-Riese in den Farben rot-weiß und mit dem Logo der Aufstiegsshirts: „Wir sind E1NS”. Die große Aufstiegsfeier auf dem Leipziger Marktplatz inklusive Auftritt auf dem Balkon des Alten Rathauses ist für Pfingstmontag (14.30 Uhr) geplant.

Routinier Marvin Compper sieht das RB-Team auch in der kommenden Bundesliga-Saison weiter auf dem Weg nach oben. „Es zeigt einfach, was das hier in Leipzig für ein schlafender Riese war. Den haben wir jetzt geweckt”, sagte der Verteidiger.

Fakten zu RB Leipzig

Gründung

Der Verein wurde am 19. Mai 2009 als RasenBallsport Leipzig e.V. gegründet. Er übernahm damit das Startrecht von drei Männermannschaften des SSV Markranstädt.

Umsatz

Die Region hofft auf den großen wirtschaftlichen Schwung durch einen sächsischen Fußballverein in der Bundesliga. Für die Region Leipzig könnten durch den Aufstieg von RB in die erste Liga rund 200 Millionen Euro im Jahr in die Kassen gespült werden, schätzen Experten.

Kaderwert

Der Kader ist rasant im Wert gestiegen. Zu Zweitligazeiten betrug der Marktwert rund 30 Millionen Euro, im November 2016 sind es mehr als 80 Millionen Euro.

Quelle: transfermarkt.de

Sponsoren

Hauptsponsor ist die Getränkefirma Red Bull aus Österreich. Experten schätzen, dass der Konzern rund 100 Millionen Euro in den Verein gepumpt hat. Da die Satzung des Deutschen Fußball-Bundes eine Namensgebung zu Werbezwecken verbietet, ist der Hauptsponsorenname als Namensbestandteil unzulässig. Auch über das Logo herrschte lange Zeit Unklarheit, jedoch wurde es nachträglich vom SFV nach minimalsten Änderungen doch zugelassen.

Stadion

Seine Heimspiele trägt RasenBallsport Leipzig in der 44.345 Zuschauer fassenden "Red Bull Arena" aus. Es war als Zentralstadion auch Austragungsort der WM 2006 und ist 2003 für 90 Millionen Euro gebaut worden. Der Vertrag über die Namensreche läuft bis 2040. Nachgedacht wird über ein größeres Stadion.

Essen und Trinken

Ein Wasser (0,5 l) kostet: 2,50 Euro
Ein Bier der Marke Ur-Krostitzer (0,5 l) kostet: 2,50 Euro
Eine Bratwurst kostet: 2,50 Euro

Vereinsführung

Das Management wird gebildet vom Sportdirektor Ralf Rangnick, dem Geschäftsführer Ulrich Wolter sowie dem Mäzen Dietrich Mateschitz.

Trainer

Ralph Hasenhüttl hat die Mannschaft zu Beginn der Saison 2016/17 übernommen. Der Österreicher war zuvor mit dem FC Ingolstadt in die Bundesliga aufgestiegen und hatte die Klasse überraschend gehalten.

Wertvollste Spieler (November 2016)

Naby Keita (11 Millionen Euro), Oliver Burke (10 Millionen Euro), Timo Werner (8 Millionen Euro).

Personalaufwand

Der Etat der Profi-Mannschaft liegt in der Saison 2016/17 bei 35 Millionen Euro. Das ist wenig im Vergleich zu Spitzenteams, die dafür 100 Millionen Euro ausgeben. Beim FC Bayern sind es sogar rund 200 Millionen Euro.

RB Leipzig steht nach dem SC Freiburg als zweiter Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga fest. Die Sachsen gewannen am vorletzten Spieltag der 2. Bundesliga 2:0 (0:0) gegen den Karlsruher SC und machten mit 67 Punkten den erstmaligen Sprung ins Oberhaus perfekt.

Vor 42.559 Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Red Bull Arena machten Emil Forsberg (52.) und Marcel Halstenberg (86.) den Coup für den ambitionierten Club perfekt. Damit sind die erst 2009 gegründeten „Roten Bullen“ das 55. Mitglied in der Bundesliga.

Das siebte Jahr nach der Vereinsgründung ist für RB Leipzig auch dank Rangnick zum Glücksfall geworden. Nach dem Schlusspfiff feierte der Aufstiegs-Coach und Sportdirektor zunächst noch mit seinen Mannen mit großen Bier-Humpen auf dem Rasen, ehe er sich auf kuriose Weise verletzte und in ärztliche Behandlung begeben musste.

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Mit dem Aufstieg ist auch der Wunsch von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz, bis zu seinem 80. Geburtstag die Meisterschale in der Hand zu halten, weiter realistisch. Bis dahin hätte der ambitionierte Verein noch neun Jahre Zeit.

Doch Konsolidierungsphasen sind laut RB-Vorstandsvorsitzenden Oliver Mintzlaff nicht die Philosophie des Vereins. „Sobald feststeht, in welcher Liga wir spielen, fängt Ralf Rangnick an, die nächste Saison zu planen. Damit beginnt er fünf Stunden nach dem Aufstieg oder direkt am nächsten Tag - so kenne ich ihn“, meinte Mintzlaff in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

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