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24.04.2013

22:35 Uhr

Dortmund gegen Madrid

Die Galaktischen in der Wunderfabrik

VonLukas Bay

Finanziell herrscht zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid ein Klassenunterschied. Real kauft Stars, der BVB macht Stars. Und die zeigten den Galaktischen beim 4:1 Hinspiel-Sieg deutlich ihre Grenzen auf.

Ronaldo, Super-Star von Real Madrid, im Gruppenspiel der Champions League gegen den Dortmunder Verteidiger Lukasz Piszczek.

Ronaldo, Super-Star von Real Madrid, im Gruppenspiel der Champions League gegen den Dortmunder Verteidiger Lukasz Piszczek.

DüsseldorfWechseltheater um Supertalent Götze und ein Gegner im Topform – im zweiten Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid sprach nicht viel für Borussia Dortmund. Doch die Schwarz-Gelben ließen sich ihren Grundoptimismus nicht nehmen - und taten recht daran. Im Halbfinal-Hinspiel der Champions-League zeigte der BVB Gegner Real Madrid die sportlichen Grenzen auf.

„Wir können jetzt sowieso nur noch viel gewinnen und nichts mehr verlieren“, hatte BVB-Boss Joachim Watzke im Vorfeld gesagt. Es war wohl der Glaube daran, dass ein Wunder jederzeit möglich ist. Ein Glaube, den sich das Team nicht nur durch das spektakuläre Weiterkommen im Viertelfinale gegen Malaga erarbeitet hat.

Trotz aller gemeinsamen sportlichen Erfolge liegen finanziell noch Welten zwischen den Halbfinalgegnern. Auch wenn beide Vereine vor einigen Jahren noch vor einem riesigen Schuldenberg standen. Die Art und Weise wie sie ihren Schuldenberg abgebaut haben unterscheidet sich deutlich. Während sich Real Madrid mit Risikobereitschaft und politischer Hilfe aus den Schulden befreite, hat sich Borussia Dortmund mit ein wenig Glück und geschickten Investitionen wirtschaftlich zurückgekämpft.

Unter der Führung von Trainer Jürgen Klopp hat sich der Verein zur größten Talentschmiede des Landes entwickelt. Der Altersdurchschnitt des Kaders liegt bei 24,7 Jahren, zum Kader gehören sechs deutsche Nationalspieler. Die Verantwortlichen werden nicht müde zu betonen: Dortmund kauft keine Stars, Dortmund macht Stars. „Das ist unsere Philosophie“, sagte BVB-Finanzchef Thomas Treß im Interview mit Handelsblatt Online. Ein Konzept, das in schlechteren Zeiten geboren wurde und bis heute verfolgt wird.

Champions-League-Prämien

Hohe Ausschüttung

Die Champions League bleibt für die Uefa und die teilnehmenden Fußball-Klubs ein florierendes Geschäft. Mehr als 900 Millionen Euro werden in dieser Spielzeit ausgeschüttet.

Sichere Startprämie

Als fixe Startprämie verbuchen alle 32 Vereine 8,6 Millionen Euro. In der Summe sind für den Champions-League-Sieger im besten Fall mehr als 60 Millionen Euro möglich.

Siegprämien

Pro Sieg in der Gruppenphase gibt es eine Million Euro, für jedes Unentschieden halb so viel. Erfolg zahlt sich auch in der K.o.-Runde richtig aus. 3,5 Millionen Euro überweist die UEFA für den Achtelfinal-Einzug, weitere 3,9 Millionen für das Erreichen des Viertelfinales. Die Halbfinalisten erhalten 4,9 Millionen Euro, der unterlegene Finalist 6,5 Millionen. Der Sieger des Endspiels Ende Mai in Lissabon bekommt 10,5 Millionen Euro überwiesen. Dazu kommen Ticketeinnahmen in Millionenhöhe.

Bayern verdienen am meisten

Der FC Bayern kommt nach dem Achtelfinale bereits auf 28,76 Millionen Euro Startgeld und Prämien. Dortmund nahm 24,85, Leverkusen 21,43 und Schalke 18,51 Millionen Euro ein. Ziehen die Bayern ins Viertelfinale ein, würden die Gesamteinnahmen bereits annähernd 50 Millionen Euro betragen.

Der Titel war viel Geld wert

Beim Titelgewinn 2013 kassierten die Münchner insgesamt 55,046 Millionen Euro an Uefa-Prämien, davon 19,146 Millionen aus dem Markt-Pool. Hinzu kamen rund 15 Millionen Euro an Zuschauer-Einnahmen aus sechs Heimspielen.

Vergleich Europa League

Die Gelder in der Europa League sind im Vergleich zur Königsklasse nur Trostpflaster. Im kleinen Europacup fließen nur mehr als 200 Millionen Euro an die 48 Vereine. Der Cupsieger bekommt fünf Millionen Euro, der unterlegene Finalist muss sich mit 2,5 Millionen Euro begnügen. Mit speziellen Bonifikationen kann der Europa-League-Sieger fast zehn Millionen Euro einstreichen.

Ganz anders sieht es beim beim heutigen Halbfinalgegner Madrid aus. Die Einkaufsstrategie der Madrilenen kennt seit Jahren nur eine Losung: Bei Real spielen nur die Besten der Besten. Mit Cristiano Ronaldo und Kaka stehen zwei Weltfußballer im Kader. Alleine das Merchandising mit CR7 soll dem Klub 60 Millionen Euro in die Kasse gespült haben. Das Team ist erfahren, kommt auf einen Altersschnitt von 27,2 Jahren. Der Marktwert der Spieler ist mit rund 600 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie der des Halbfinalgegners Dortmund.

Die unterschiedlichen finanziellen Vorzeichen machen das Spiel zwischen Madrid und Dortmund ist auch zu einem Duell der Klubbosse. Hier Dortmund Geschäftsführer Joachim „Aki“ Watzke, der zurückhaltende Unternehmer aus dem Sauerland, dort Madrids Präsident Florentino Pérez Rodríguez, der spanische Baugigant, der mit seiner Firma, der Hochtief-Mutter ACS, gerne am großen Rad dreht.

BVB versus Real: Das zwielichtige Geschäft mit den Tickets

BVB versus Real

Das zwielichtige Geschäft mit den Tickets

Mehr als 3400 Euro für ein Ticket Dortmund gegen Real: Auf der Straße und im Internet hat die Spekulation mit Tickets für das CL-Halbfinale ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen. Die Klubs wollen sich wehren.

Nach den Jahren der Franco-Diktatur, in der der Club stets als Aushängeschild der faschistischen Herrscher hofiert wurde, war es Perez, der in Madrid mit seinen exzellenten Kontakten zur spanischen Politik das Maximum für den Club rausholte. Als größter Bauunternehmer des Landes mehrte er Madrids Vermögen mit zweifelhaften Grundstückdeals. Legendär ist bis heute der Verkauf des Vereinsgeländes an die spanischen Firmen OHL, Repsol, Mutua Madrileña und Sacyr Vallehermoso im Jahr 2001. Rund 480 Millionen Euro kassierte der Club für die Grundstücke, die kurz vorher zu Bauland erklärt worden waren.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

24.04.2013, 23:05 Uhr

4 : 1 ! Das war doch allererste Sahne. Die Spanier sind jetzt noch ganz schwindelig. In Dortmund beherrscht man etwas, was in München schon sehr lange verloren gegangen ist ! Dort werden Dank Jürgen Klopp und Joachim Watzke aus jungen Talenten Stars geformt ! In Bayern können die nur mit nem Scheck wedeln und dann die Liga leerkaufen.

Man sollte vielleicht auch mal die Wurstfabrik von Ulli Hoeneß ein bischen genauer unter die Lupe nehmen. Nur rein vorsorglich, um zu verhindern, das die Steack´s irgendwann anfangen zu wiehern.

Ach ja, Wurstfabrik ! Sind da eigentlich Liliputaner beschäftigt ? Ich meine nur, halbe Größe = halber Lohn. Und dann stimmt es auch auf dem Schwarzgeldkonto !

The_Frito_Bandito

25.04.2013, 08:24 Uhr

Auf den zweiten Teil Ihres Kommentars geh ich jetzt schon mal gar nicht ein. Das Sie sich damit disqualifizieren wissen Sie wohl selbst.

Aber wenn Sie ein wenig Ahnung von Fussball haetten bzw. mal ihre schwarz-gelbe Brille ablegen koennten, wuerden sie bemerken das mit Schweinsteiger, Mueller, Lahm, Alaba, Badstuber usw. jede Menge eigene Talente eine tragende Saeule beim FC Bayern spielen.
Spieler wie Kroos, Ribery, Martinez, Robben, Mandzukic etc. werden bei Bayern von guten Spielern zu internationale Klasse.
Nicht umsonst moechten ein Herr Goetze (btw gebuertiger Bayer) und wohl auch ein Herr Lewandowski an die Isar.
Oder streue ich damit jetzt Salz in die offene Wunde?
Uebrigens gibts in Bayern super Fleisch, Wurst, Bier.....

Reap

25.04.2013, 10:17 Uhr

Hätten die großen Bayern der 70er so gehandelt wie Götze jetzt wäre der Verein nicht so groß geworden. Seit "Koan Neuer" wissen wir auch das selbst die Bayernzuschauer nicht jeden Heuchler wollen. Aber mit Hoeneß hat man ja nun selbst den größten Heuchler und braucht auf seinen Ruf nicht mehr zu achten.
Wenn Müller heute das Wappen küsst und morgen Bayern verlässt dann klatschen Sie hoffenlich Beifall. Dienstag und Mittwoch waren große Fussballabende wer das nicht auf Dauer haben will hat meine Verachtung verdient.

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