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12.04.2012

06:30 Uhr

Dramatische Schlussphase

BVB greift nach Sieg im Top-Duell nach der Schale

VonThorsten Giersch

Grenzenloser Jubel in Schwarz-Gelb: Borussia Dortmund hat am fünftletzen Spieltag das vermeintliche Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den FC Bayern München für sich entschieden. Was lange nur ein Spektakel für Feinschmecker war, endete mit einem dramatischen Schlussakt, in dem Bayern-Star Arjen Robben zur tragischen Figur wurde.

Riesenjubel bei den Dortmundern nach dem Sieg im Spitzenduell. dpa

Riesenjubel bei den Dortmundern nach dem Sieg im Spitzenduell.

DortmundBorussia Dortmund hat das Rennen um die Meisterschaft praktisch für sich entschieden. Dank des 1:0 (0:0)-Sieges durch das Hackentor von Robert Lewandowski gewann der BVB in der mit über 80.000 Fans besetzten, natürlich ausverkauften heimischen Signal-Iduna-Arena das Spiel gegen den FC Bayern München und hat nun sechs Punkte Vorsprung auf den Rekordmeister.

Robert Lewandowski mit seinem Hacken-Tor in der 77. Minute eine Schlussphase eingeleitet, die den Zuschauer für die bis dahin häufig zähe und taktisch geprägte Partie rundum entschädigen sollte. Zentraler Akteur war Bayern-Star Robben, der zunächst bei entscheidenden Treffer das Abseits aufhob, dann einen Elfmeter gegen Roman Weidenfeller herausholte, mit diesem jedoch selbst an dem BVB-Keeper scheiterte - und zu allem Überfluss wenig später auch noch die zweite hundertprozentige Ausgleichschance vertat, als er den Ball aus fünf Metern über die Latte schoss.

Es war ein verdienter, aber auch durchaus glücklicher Sieg gegen über weite Strecken müde wirkende Münchener, denen die Strapazen der vergangenen Wochen deutlich anzumerken waren. Dennoch fiel das Tor ausgerechnet in der Phase, wo es eher nach einem Sieg für die Bayern aussah. Unterm Strich hielt das Spiel bei weitem nicht, was sich viele Fans davon versprochen hatten.

„Du musst dich für den Aufwand belohnen und die Jungs haben das getan. Ich bin sehr glücklich. Das war das beste Spiel, das wir bisher gegen sie gemacht haben“, sagte ein glückseliger BVB-Trainer Jürgen Klopp. Bayerns Coach Jupp Heynckes erkannte die Niederlage an. „Die Chancen liegen bei Borussia Dortmund, das ist ganz klar. Es ist sehr schade. Wir müssen aber alles versuchen, um noch ran zu kommen.“

Im Vorfeld war es ein Fußballspiel, wie es die Fußball-Bundesliga seit vielen Jahren nicht erlebt hat. Das Interesse war gigantisch: Knapp eine halbe Millionen Karten hätte Borussia Dortmund für das Duell gegen die Münchener Bayern verkaufen können. In über 200 Ländern war das Spiel zu sehen. Und in Deutschlands Kneipen musste man früh dran sein, um einen guten Platz zu bekommen.

Zum ersten Mal seit langem grassierte das Fußball-Fieber in Deutschland nicht wegen der Nationalmannschaft, sondern weil sich zwei Clubs auf höchstem Niveau duellieren. So etwas kannte man das bisher nur aus Italien und Spanien.

Und anders als dort kam das Spektakel in Dortmund vor dem Anpfiff ohne giftige Atmosphäre aus. Die Akteure kennen und schätzen sich. Vor der Partie gab es von beiden Seiten reichlich Lob für den Gegner – anders als zum Beispiel bei Madrid und Barcelona. Hier werden oft mit bösen Worten Wagenburgen aufgebaut und Hektik hereingetragen.

Auch die Fangruppen sind sich trotz der „naturgegebenen Rivalität“ nicht spinnefeind. Im Biergarten der „Roten Erde“ direkt neben dem Stadion trafen sich bei herrlichem Frühlingswetter Fans aus beiden Lagern zum gemütlichen Vorab-Bier. Statt hitziger Wortgefechte gab es hier – ähnlich wie auch direkt vor den Eingangstoren – eher Fachgespräche mit einem klaren Tenor: Ein Sieg des BvB wäre angesichts des Sechs-Punkte-Vorsprungs und des Restprogramms praktisch die Vorentscheidung.

Beide Fanlager warteten vor dem Anpfiff gespannt auf die Mannschaftsaufstellungen. Beim BvB war die eine wesentliche Frage, ob Mario Götze im Kader steht. Der Jungnationalspieler war lange verletzt. Und auch beim Spitzenspiel konnte er nicht mitwirken. Die zweite offene Personalie war, wer im defensiven Mittelfeld von Beginn an ran durfte. BvB-Coach Jürgen Klopp entschied sich für den Routinier Sebastian Kehl und Ilkay Gündogan. Sven Bender, einer der überragenden Akteure beim 1:0-Sieg in München, blieb auf der Bank.

Kommentare (8)

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12.04.2012, 10:07 Uhr

DD halt! Dusel-Dortmund!

kap210

12.04.2012, 10:44 Uhr

Genau deshalb geniessen wir diese Siege so sehr. Weil das grokotzige Gelaber von den Bayern-Fans plötzlich umschlägt in Ausreden und Niederreden der Leistung des Gegners. :D

Bayern hatte Dusel, dass sie nicht mit einem 2:0 in die Halbzeit geschickt werden. In der 2. Halbzeit noch mindestens 1 Großchance von Lewandovski. Dusel hatte Dortmund vielleicht 1mal bei Sobotics Lattenkopfball.
(Der Elfmeter war kein Dusel, sondern pure Arroganz Robbens und ein kühler Kopf Weidenfellers)

Ihr Bayern-Fans seid die schlimmsten (neben Herne-West-Fans) weil ihr schlechte Verlierer und Gewinner seid!

Ich liebe meine bayerische Heimat, die Kultur und das Bier, aber nicht diesen Verein mit seinen wehleidigen Erfolgsfans!

Ach ja, falls wieder von Doppelbelastung gesprochen wird:
Hätten die Bayern gewonnen, wäre das auf die kontinuierliche Spielpraxis und die Motivation durch den CL-Wettbewerb zurückgeführt worden.
Nach der Niederlage ist es die fehlende Spritzigkeit aufgrund w/ Müdigkeit der vielen englischen Wochen.

Der BVB war (die letzten 4 Spiele) einfach besser, seht es ein und akzeptiert es.

Holt den CL-Cup, über den DFB-Pokal reden wir nochmal im Mai.

In diesem Sinne grüße ich die gelbe Wand auf ein baldiges Wiedersehen!

Heja BVB!

P.S.: Je öfter ich das "DD-Dusel Dortmund" lese, desto mehr regt ihr Roten mich auf!

AllesQuatsch

12.04.2012, 10:58 Uhr

warten wir mal erst die kommenden spiele noch ab. der bvb wird sicher auch noch das ein oder andere spiel verlieren bzw. unentschieden spielen. noch ist der ofen nicht ganz aus. ich gönnen dem bvb den sieg, denn er war haltg verdient, da die dortmunder spritziger waren und der bayern-trainer heynckes auf sicherheit spekulierte und nicht auf kreativ-fußball. es wäre fast aufgegangen, leider hatten müller, robben und ribery nicht ihren besten tag. hoffen wir mal, dass dies die letzte bayernpleite in diesem jahr war. und falls die schale in dortmund bleibt, gehts trotzdem weiter. ich denke nach 2 verlorenen meisterschaften gehts wieder auf richtig großer einkaufstour und vielleicht gibts einen neuen trainer. tuchel, rangnick, favre oder sammer wären kandidaten.

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