Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2014

22:41 Uhr

Drei Tore reichen nicht

Bayer bekommt die Quittung

Gegen Werder Bremen hat Leverkusen eigentlich alles fest im Griff. Doch trotz drei eigener Treffer kommt Bayer nicht über ein Remis hinaus. Die Werkself bekam erstmals die Quittung für ihre offensive Spielphilosophie.

Auch Stefan Kießling vergab eine Riesenchance, als er einen Wolf-Abpraller nicht nutzen konnte. Reuters

Auch Stefan Kießling vergab eine Riesenchance, als er einen Wolf-Abpraller nicht nutzen konnte.

LeverkusenDie Siegesserie von Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen ist trotz einer phasenweise berauschenden Offensiv-Show und einer kämpferischen Aufholjagd gerissen. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt kam am Freitag zum Auftakt des dritten Spieltags in der Fußball-Bundesliga nach unzähligen vergebenen Chancen in einem mitreißenden Spiel nicht über ein 3:3 (1:1) gegen den SV Werder Bremen hinaus. Die Werkself muss nach dem ersten Remis nach zwei Dreiern in der Meisterschaft und fünf Pflichtspielsiegen insgesamt mit nunmehr sieben Punkten um die Tabellenführung bangen.

„Es hat heute irgendwie nicht sein sollen“, sagte Stürmer Stefan Kießling beim TV-Sender Sky und bemängelte die Chancenverwertung: „Wir haben das Spiel mal sowas von im Griff gehabt. Die Bremer wussten gar nicht, was sie machen sollten. Aber wir müssen uns an die eigene Nase fassen.“ Zur Halbzeit hätte es 5:0 stehen müssen, meinte Trainer Schmidt. „Fußball ist nicht immer gerecht.“

Tin Jedvaj hatte die Hausherren in der ausverkauften BayArena vor 30.100 Zuschauern mit dem 2000. Bayer-Tor in der Bundesliga seit dem Aufstieg 1979 in 17. Minute in Führung gebracht. Sekunden vor der Pause war Fin Bartels der zu diesem Zeitpunkt absolut glückliche Ausgleich gelungen. Nach dem 2:1 der Bremer durch Franco di Santo (60.) wendeten Hakan Calhanoglu (63.) mit einem tollen Freistoßtor und der eingewechselte Min-Heung Song (73.) das Blatt, ehe Sebastian Prödl den Schlusspunkt zum 3:3 setzte. „Es ist halt ein Fehler, uns im Spiel zu lassen“, sagte Werder-Coach Robin Dutt nach der Partie mit einem verschmitzten Grinsen.

Nach guten Anfangsminuten hatte seine Mannschaft zunächst allerdings dem Leverkusener Angriffsdrang nur wenig entgegenzusetzen. Angeführt von Nationalspieler Lars Bender als Kapitän bei seinem guten Comeback nach der Verletzung im WM-Trainingslager im Mai für den verletzten Simon Rolfes entfachten die Rheinländer ihren Angriffswirbel. Vor allem Neuzugang Calhanoglu trieb die Mannschaft immer wieder an.

Beim Innenpfostenknaller von Gonzalo Castro (11.) kamen die Leverkusener ihrem Jubiläums-Treffer schon gewaltig nahe. Weitere sechs Minuten später war es soweit: Sturmspitze Kießling legte auf Verteidiger Jedvaj auf. Der 18-jährige Kroate hämmerte den Ball spektakulär unter die Latte ins Tor.

Bundesliga: Zahlen und Fakten zum 3. Spieltag

Bayer Leverkusen - Werder Bremen 3:3 (1:1)

Jedvaj bringt Leverkusen in Führung, dann drehen Bremens Bartels und di Santo das Spiel. Calhanoglu und Son bringen die Werkself erneut in Front, ehe Prödl den Wahnsinn krönt.

Die Duelle in Zahlen:

Heimbilanz: 14 S, 13 U, 8 N - 57:41 Tore

Gesamtbilanz: 18 S, 28 U, 23 N - 108:106 Tore

Letzter Heimsieg: 2:1 am 10.05.14

Letzte Heimniederlage: 0:1 am 18.5.08

Bayern München - VfB Stuttgart: 2:0 (1:0)

Die Bayern haben das Dutzend voll gemacht und – einschließlich dreier Partien im Pokal – die letzten zwölf Treffen mit den Schwaben gewonnen. Gegen den VfB weisen sie allerdings die längste elfmeterlose Serie aller Klubs auf: 34 Spiele. Am 1. Dezember 1996 überwand Mario Basler den Stuttgarter Torwart Franz Wohlfarth vom Punkt.

Die Duelle in Zahlen

Heimbilanz: 33 S, 10 U, 5 N - 110:50 Tore

Gesamtbilanz: 58 S, 20 U, 17 N - 191:109 Tore

Letzter Heimsieg: 2:0 am 13.09.14

Letzte Heimniederlage: 1:2 am 27.3.10

Borussia Dortmund - SC Freiburg 3:1 (2:0)

Acht Heimspiele, 24:2 Tore. Die Bilanz gegen Freiburg ist eindrucksvoll.

Die Duelle in Zahlen

Heimbilanz: 13 S, 2 U, 1 N - 38:12 Tore

Gesamtbilanz: 20 S, 8 U, 3 N - 67:33 Tore

Letzter Heimsieg: 3:1 am 13.09.14

Letzte Heimniederlage: 0:2 am 21.10.01

1899 Hoffenheim - VfL Wolfsburg: 1:1 (0:0)

Den höchsten Sieg der vergangenen Saison feierten die Hoffenheimer am 2. März mit einem 6:2 gegen Wolfsburg. Sie erzielten in jedem der letzten acht Duelle und immer zu Hause mindestens ein Tor, schafften allerdings auch in keinem der bisherigen 13 Pflichtspiele gegen die „Wölfe“ ein „zu null“. Daran änderte sich: nichts.

Die Duelle in Zahlen

Heimbilanz: 3 S, 1 U, 3 N - 16:14 Tore

Gesamtbilanz: 4 S, 3 U, 6 N - 23:29 Tore

Letzter Heimsieg: 6:2 am 2.3.14

Letzte Heimniederlage: 1:3 am 18.11.12

Hertha BSC - FSV Mainz 05: 1:3 (0:1)

Nach einem 0:1 zur Pause drehten die Mainzer am 17. Februar 2007 das Spiel und feierten mit einem 2:1-Erfolg ihren ersten Sieg bei der Hertha. Heute kam der zweite Sieg hinzu.

Die Duelle in Zahlen

Heimbilanz: 2 S, 3 U, 2 N - 10:9 Tore

Gesamtbilanz: 4 S, 6 U, 3 N - 21:16 Tore

Letzter Heimsieg: 3:1 am 28.09.13

Letzte Heimniederlage: 1:2 am 17.02.07

SC Paderborn - 1. FC Köln: 0:0 (0:0)

Der bislang einzige Heimsieg der Paderborner gegen Köln liegt acht Jahre zurück: Ihr erstes Pflichtspiel gegen den dreimaligen Deutschen Meister gewannen sie am 29. September 2006 mit 2:0. In der vergangenen Zweiligaspielzeit holten die Ostwestfalen mit jeweils einem Treffer vier Punkte gegen die Rheinländer. Beide Aufsteiger sind noch ungeschlagen und ließen zuletzt mit „Zu-Null“-Auswärtssiegen aufhorchen.

Das erste Bundesliga-Duell zwischen den Aufsteigern endete 0:0

Heimbilanz: 0 S, 1 U, 0 N - 0:0 Tore

Gesamtbilanz: 0 S, 1 U, 0 N - 0:0 Tore

Borussia Mönchengladbach - Schalke 04: 4:1 (1:0)

Mit dem Sieg am dritten Spieltag gewannen die Borussen sechs der letzten sieben Heimspiele gegen Schalke. Mönchengladbach wirkt in fast allen Belangen überlegen und feiert nach Toren von Hahn (17., 50.), Kruse (56.) und Raffael (79.) einen hochverdienten 4:1-Erfolg. Choupo-Motings zwischenzeitlicher Anschlusstreffer per Strafstoß (52.) war lediglich Ergebnismakulatur.

Die Duelle in Zahlen

Heimbilanz: 26 S, 9 U, 7 N - 89:32 Tore

Gesamtbilanz: 34 S, 25 U, 24 N - 138:96 Tore

Letzter Heimsieg: 4:1 am 13.09.14

Letzte Heimniederlage: 0:1 am 3.5.13

Eintracht Frankfurt - FC Augsburg: 0:1 (0:1)

Durch das Tor von Bobadilla in der 49. Minute gewinnt die Weinzierl-Elf ihr erstes Saisonspiel. Indes verliert die Eintracht das erste Bundesligaspiel unter ihrem neuen Trainer Thomas Schaaf. Für die Schwaben ist der Sieg verdient. Mehr gewonnene Zweikämpfe, mehr Torschüsse und zuletzt auch zwei Kilometer mehr Laufleistung sorgen dafür, dass der FCA in der Ferne drei Punkte mitnimmt.

Die Duelle in Zahlen

Heimbilanz: 1 S, 1 U, 1 N - 5:4 Tore

Gesamtbilanz: 1 S, 1 U, 3 N - 6:8 Tore

Letzter Heimsieg: 4:2 am 17.11.12

Letzte Heimniederlage: 0:1 am 14.09.14

Hannover 96 - Hamburger SV: 2:0 (2:0)

Hannover spielte clever und erzielte in der 13. und 24. Minute durch Andreasen und Sobiech die beiden Treffer des Tages. Die Angriffsbemühungen der Hamburger bestanden aus weiten Bällen aus der eigenen Abwehr heraus auf den in der Spitze stets bemühten Lasogga. Allein auf weiter Flur fehlten dem Stürmer die Anspielpartner. Die Niedersachsen verwalteten in der zweiten Halbzeit das Ergebnis und ließen die Zeit von der Uhr laufen.

Die Duelle in Zahlen

Heimbilanz: 12 S, 9 U, 6 N - 45:37 Tore

Gesamtbilanz: 17 S, 15 U, 21 N - 72:79 Tore

Letzter Heimsieg: 2:0 am 14.09.14

Letzte Heimniederlage: 0:1 am 11.8.07

Einmal in Fahrt, schalteten die Leverkusener vier Tage vor dem Champions-League-Match beim AS Monaco nicht mal minimal zurück. Zig mal musste Werder-Keeper Raphael Wolf sein Können aufbieten. Die beste Chance vereitelte er gegen Kießling, der einen Nachschuss nach einem Wolf-Abpraller nicht nutzen konnte (21.). Einzig ein weiteres Tor wollte im rheinländischen Sturmrausch partout in der ersten Halbzeit nicht mehr fallen. Nach dem Pfostenschuss zu Beginn von Castro hatten auch Emir Spahic (28.) und der wie Bender neu in die Anfangself gerückte Levin Öztunali (35.) mit Aluminiumtreffern Pech.

Werder hatte dem in der ersten Hälfte nichts entgegenzusetzen. Nur einmal musste 04-Torwart Bernd Leno zunächst gegen Bartels entscheidend eingreifen (26.). Der Bremer Neuzugang stand anstelle von Izet Hajrovic in der Startformation und sorgte Sekunden vor dem Pausenpfiff zum Entsetzen der Bayer-Fans für den Ausgleich, als er bei einem Konter nach Stellungs- und Abwehrfehlern der Leverkusener praktisch frei vor Leno stand. „Sie haben den Fehler gemacht, den Sack nicht zuzumachen“, betonte Werder-Manager Thomas Eichin.

Wie schwer der Fehler wog, bekamen die Leverkusener nach dem Seitenwechsel noch mehr zu spüren. Nachdem Jedvaj (59.) mit einem Kopfball an Wolf gescheitert war, traf di Santo nach einem Bilderbuch-Konter. Rund 160 Sekunden danach stellte Calhanoglu mit seinem ersten Bundesliga-Tor im Bayer-Dress das Remis wieder her. Sons Treffer reichte dann aber auch nicht mehr zum erneuten Bayer-Sieg und dem Startrekord von sechs Pflichtspielerfolgen nacheinander für Neu-Coach Schmidt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×