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18.03.2016

22:32 Uhr

Duell gegen Gladbach

Billard-Eigentor und Glücksschuss verhelfen Schalke zu Platz vier

Quelle:SID

Ein kurioses Eigentor und ein abgefälschter Glücksschuss haben Schalke 04 im Kampf um die Champions League zu einem schmeichelhaften Sieg verholfen. Gladbach muss den vierten Tabellenplatz an die Gelsenkirchener abgeben.

Ein kurioses Eigentor verhilft Schalke zu drei Punkten. SID

Schalke gegen Gladbach

Ein kurioses Eigentor verhilft Schalke zu drei Punkten.

GelsenkirchenEin kurioses Billard-Eigentor und ein abgefälschter Glücksschuss haben Schalke 04 im Kampf um die Rückkehr in die Champions League zu einem mehr als schmeichelhaften Sieg verholfen. Im Duell mit dem direkten Konkurrenten Borussia Mönchengladbach setzten sich die Königsblauen mit 2:1 (0:0) durch, weil Martin Hinteregger den Ball ins eigene Tor bugsierte (59.) und Granit Xhaka einen Fernschuss von Leon Goretzka (83.) unhaltbar abfälschte.

Die drückend überlegenen Gladbacher, für die bei einem knappen Dutzend bester Torchancen allein Andreas Christensen (79.) traf, mussten den vierten Tabellenplatz an die Gelsenkirchener abgeben.

Jungstar Leroy Sané, der nach fünf Spielen Pause wieder von Beginn an spielen durfte, leitete mit einer Einzelaktion die völlig unverdiente Schalker Führung ein. Nach der Hereingabe des 20-Jährigen spielten Havard Nordtveit und Hinteregger unfreiwillig Doppelpass, bis der Ball ins Tor trudelte. Schalke gewann damit erst sein zweites Spiel gegen ein Top-Fünf-Team der Bundesliga, die Fohlen verschenkten den ersten Auswärtssieg seit dem 31. Oktober (4:1 in Berlin) leichtfertig.

Die Skandale von Schalke 04

Skandaltradition

Schalke 04 hat eine sehr wechselvolle Geschichte. Dazu gehörten auch viele Skandale und Intrigen. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

1930

Streit um Amateurregeln: 14 Spieler und acht Funktionäre wurden gesperrt. Der Verein hatte zu hohe Spesen gezahlt und den Spielern finanzielle Vergünstigungen gegeben.

1933 bis 1945

Streit um die Nazi-Vergangenheit: Schalke war extrem erfolgreich in dieser Periode und damit ein Vorzeigeverein. 2004 wurde die NS-Vergangenheit untersucht. Ergebnis: Der Verein ließ sich instrumentalisieren von den Nazis.

1961

Erneut Streit um Amateurregeln: Dieses Mal geht es um illegale Zahlungen an die Spieler und Steuerhinterziehung.

1971

Für 2300 Mark pro Kopf wurde die Partie gegen Arminia Bielefeld verkauft. Es war der Beginn des größten Skandals der Bundesliga-Geschichte.

1981

Schalker Verhältnisse: Der Höhepunkt von Eitelkeiten, Dauerstreit und Schuldenmacherei war der Abstieg aus der Bundesliga.

1990

Schalke-Legende Ernst Kuzorra wird beerdigt. Präsident Günter Eichberg fehlte, weil er noch im Flugzeug saß. Als er eintraf, bestand er auf Wiederholung. Denn er wolle mit aufs Foto. Drei Stunden später passierte das tatsächlich.

1993

Schalke-Präsident Günter Eichberg tritt zurück. Der „Sonnenkönig“ hinterlässt einen gewaltigen Schuldenberg.

2006

Der nächste Schuldenberg: Der damalige Finanzvorstand Josef Schnusenberg beziffert die Verbindlichkeiten auf 195 Millionen Euro Verbindlichkeiten.

2011

Es wird über die Entlassung des Trainers Felix Magath spekuliert. Die Zeitung „Die Welt“ stellt fest: „Wäre in den Sport die gleiche Energie investiert worden wie in interne Scharmützel, Streitereien und Ränkespielchen, wäre Schalke heute vermutlich Rekordmeister.“

Während Gladbachs Trainer André Schubert zum dritten Mal in Folge derselben Startelf sein Vertrauen schenkte, rotierte Schalke-Coach André Breitenreiter kräftig - personell und taktisch. Damit verwirrte er vor allem seine eigene Mannschaft. Auf gleich fünf Positionen veränderte er sein Team gegenüber dem 0:2 vor einer Woche bei Hertha BSC. 

Überraschend kehrte Leon Goretzka nur gut drei Wochen nach seiner Schultereckgelenksprengung schon wieder auf den Platz zurück. Doch der 21-Jährige spielte nicht wie gewohnt auf der Doppel-Sechs, sondern als rechter Verteidiger in einer Fünfer-Abwehrkette. Die riesigen Lücken im Schalker Mittelfeld nutzten die Gäste für ihre Konter. Fast ungehindert kombinierten sie und erspielten sich schon vor der Pause eine ganze Reihe hochkarätiger Torchancen. 

Vor allem der Ex-Schalker Raffael hätte für eine Vorentscheidung zugunsten der Gladbacher sorgen können. Doch der Brasilianer scheiterte dreimal in aussichtsreicher Position (9., 34. und 48.), zweimal davon am starken Schalker Torhüter Ralf Fährmann. Auch Lars Stindl hatte zweimal die Führung auf dem Fuß (37. und 43.). 

Kurz vor der Pause reagierte Schalke, Goretzka rückte wieder ins zentrale defensive Mittelfeld. Doch Gladbach blieb die bessere Mannschaft. Außer einer Chance von Max Meyer (37.) gelang den Gastgebern in der Offensive wenig, Pfiffe begleiteten sie in die Pause. Auch nach dem Schalker 1:0 hatten die Gäste die besseren Chancen, Mahmoud Dahoud traf die Latte (63.). In der 88. Minute retteten Fährmann und der Pfosten gegen Christensen in höchster Not.

Breitenreiter hatte neben dem gelbgesperrten Junior Caicara auch Dennis Aogo, Younes Belhanda, Klaas-Jan Huntelaar und Johannes Geis draußen gelassen. Offenbar auch, weil er im Hinspiel mit einem brutalen Foul André Hahn schwer verletzt hatte, wie der Coach bei Sky andeutete. Der Gladbacher gab nach seiner Einwechslung in der 81. Minute sein Comeback.

Von

sid

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