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29.03.2017

16:29 Uhr

Ein Weltmeister in Chicago

So wird's was mit Schweinsteigers American Way of Life

VonAstrid Dörner, Thomas Schmitt, Alexander Möthe

Amerikas Fußball hat nur Zweitliga-Niveau, und das Interesse ist oft mäßig. Nach München und Manchester muss sich Weltmeister Bastian Schweinsteiger bei Chicago Fire umstellen. Sieben Tipps gegen den Kulturschock.

Der Fußballer wurde in Chicago begeistert empfangen. dpa

Bastian Schweinsteiger

Der Fußballer wurde in Chicago begeistert empfangen.

DüsseldorfFußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger ist in seiner neuen Heimat Chicago angekommen. Hunderte Fans haben ihn am Flughafen O'Hare empfangen, mit Sprechchören und Trommeln, ein Plakat zeigte das Konterfei des Weltmeisters, darunter die Aufschrift „Fußballgott“. Schon im Flugzeug twitterte er ein Selfie mit seiner Frau Ana Ivanovic. Pünktlich zum Wechsel erschienen auch Interviews: Ivanovic sprach mit dem Promi-Magazin „Gala“ über die bevorstehende Wohnungssuche und die Familienplanung. Schweinsteiger reflektierte seine Zeit bei Manchester United in der „New York Times“.

Chicago Fire, Schweinsteigers neuer Klub, präsentiert den Spieler am Mittwochabend offiziell bei einer Pressekonferenz. Sein erstes Spiel in der nordamerikanischen Profiliga Major League Soccer (MLS) könnte er bereits an diesem Samstag haben. Um 14.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr deutscher Zeit) spielt Fire gegen Montreal Impact.

Sportlich und kulturell wird der zunächst einjährige Ausflug in die USA eine große Umstellung für das Paar sein. Damit es privat wie sportlich wie gewünscht läuft, müssen sich beide allerdings auf völlig neue Lebensumstände einstellen. Hier sind sieben Tipps gegen den Kulturschock.

1. Die Begeisterungsfähigkeit der Amerikaner nutzen!

Die USA sind das Mutterland der Motivationskurse, der Führungskräfteseminare, der charismatischen „Leader“. Auch wenn sich in den Start-ups des Silicon Valley eine Kultur mit flachen Hierarchien demokratischer Entscheidungsfindung etabliert hat, die Amerikaner haben eine Schwäche für starke Persönlichkeiten, deren Begeisterung mitreißt.

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Von Klinsmann kritisiert, bei den Fans beliebt: Die Major League Soccer, höchste Fußballliga der USA, ist auf Wachstumskurs. Das Saisonfinale verspricht Spannung – die Probleme des Sports kann es aber nicht kaschieren.

Das gilt für Wirtschaftsbosse, Politiker, aber vor allem auch für Spitzensportler. Der Star ist der Star, lautet die Devise. Fast alle Mannschaften, egal in welcher Disziplin, sind um einen Schlüsselspieler, den „Franchise Player“ herum gebaut. Basketball-Spieler Dirk Nowitzki ist das bei den Dallas Mavericks. Tom Brady ist das beim Football, für die New England Patriots. Und Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger soll es nun für Chicago Fire werden.

2. Immer vorangehen!

Der 32 Jahre alte Bastian Schweinsteiger machte seine Karriere beim deutschen Rekordmeister Bayern München. 2015 wechselte er zu Manchester United, wo er allerdings selten spielte. Und das, obwohl er als ein „aggressive Leader“ gilt, also einer, der den Ball fordert und lautstark die Mannschaft antreibt.

Diese Führungsfähigkeiten sind nun bei Chicago Fire in besonderer Weise gefragt. Zwar ist der Verein nicht der FC Bayern München oder Manchester United. Doch Bastian Schweinsteiger kommt in eine Liga, die sich gerade im Aufwind befindet. Das Interesse der Amerikaner am „Soccer“ steigt.

Leider ist das Niveau bestenfalls vergleichbar mit der zweiten Liga in Deutschland. Doch Schweinsteiger weiß: Auch dort wird gekämpft und gelegentlich richtig gut gespielt. Wenn er sich voll einbringt, werden die Amerikaner das honorieren.

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