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22.01.2009

12:01 Uhr

Einheitsleder geplant

DFL sucht Sponsor für den Bundesligaball

Auf deutschen Fußballplätzen soll zukünftig ein einheitlicher Ball rollen. Die Deutsche Fußball Liga will jetzt einen Sponsor finden, der den offiziellen Ball herstellt und verkauft. Eine lohnende Angelegenheit - für beide Seiten.

Der Ball ist rund - hier ein Nike-Modell mit Zlatan Ibrahimovic. Foto: AP ap

Der Ball ist rund - hier ein Nike-Modell mit Zlatan Ibrahimovic. Foto: AP

sid/dpa FRANKFURT. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant für die Saison 2010/2011 einen einheitlichen Ligaball. "Wir schreiben einen Ballsponsor aus", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung. Nach Angaben der DFL soll das Tochterunternehmen Sports Enterprises die Ausschreibung im März oder April in Angriff nehmen.

In anderen europäischen Ligen ist das Geschäft mit einem gesponserten Spielball bereits eine lohnende Angelegenheit. Die englische Premier League hat mit der Firma Nike einen Partner, der jährlich sieben Mio. Euro zahlt. In Italiens Serie A bekommen die Klubs 4,5 Mio. Euro pro Saison. Das bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland eingesetzte Modell "Teamgeist" hat Adidas zum Beispiel weltweit mehr als 15 Millionen Mal verkauft.

Auch Rekordmeister FC Bayern München, der Adidas als Ausrüster und Partner hat, würde einen Ligaball eines anderen Herstellers akzeptieren. "Grundsätzlich halte ich die Idee für tragfähig, weil ein Ligaball zu Mehreinnahmen führen könnte", sagte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Problematisch ist natürlich, dass wir einen Vertrag mit Adidas haben, in dem steht, dass wir mit Adidas-Bällen spielen müssen." Doch auch dafür wird sich eine Lösung finden: Immerhin regeln die Statuten der DFL, dass der Veranstalter einen einheitlichen Ball vorgeben kann.

Die Spieler selbst sehen das Vorhaben positiv. "Ein Einheitsball wäre für die Torhüter auf jeden Fall am besten - weil man sich dann nicht jede Woche auf einen anderen Ball einstellen muss", sagte Nationaltorwart Rene Adler von Bayer Leverkusen.

Der DFL kommt zusätzliches Geld gelegen: Durch die Wirtschaftskrise gehen derzeit die Einnahmen zurück. Die Klubs müssen in der kommenden Saison eine Delle von 20 Mio. Euro verkraften.

DFL-Chef Seifert allerdings ist optimistisch: Er sieht den deutschen Fußball auf dem Vormarsch und glaubt nicht an eine große Auswirkung der Krise auf die Bundesliga. "Trotz des temporären Rückgangs der Medieneinnahmen in der kommenden Saison gibt es keinen Grund zur Hysterie", sagt Seifert. "Ich glaube, dass die Bundesliga im Vergleich zu den anderen Topligen diese Krise gut meistern wird."

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