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21.02.2016

17:52 Uhr

Eklat um Bayer-Trainer Schmidt

BVB gewinnt nach Spielunterbrechung

Dieses Spiel geht in die Bundesliga-Geschichte ein. Nach Bayer-Protesten gegen den Dortmunder Führungstreffer unterbricht Schiedsrichter Zwayer die Partie. Am Ende gewinnt der BVB – die Folgen des Eklats sind offen.

Nach neunminütiger Pause wurde das Spiel fortgesetzt – ohne den Leverkusener Coach auf der Bank. dpa

Disput am Spielfeldrand

Nach neunminütiger Pause wurde das Spiel fortgesetzt – ohne den Leverkusener Coach auf der Bank.

LeverkusenBorussia Dortmund hat das von einem Eklat überschattete Bundesliga-Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen 1:0 (0:0) gewonnen und Platz zwei zementiert. Bayer-Cheftrainer Roger Schmidt hatte sich hitzige Wortgefechte mit dem fünften Mann an der Seitenlinie geliefert und wollte nach dem Siegtor von Pierre-Emerick Aubameyang (64. Minute) nicht auf die Tribüne gehen.

Daraufhin unterbrach Schiedsrichter Felix Zwayer die Partie für fast zehn Minuten und schickte die Teams in die Kabine. „So ein Spiel zu unterbrechen und so eine Hektik reinzubringen, ist völlig unnötig“, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

„Ich verlange von Herrn Zwayer, dass er das unserem Trainer erklärt.“ Stattdessen habe der Schiedsrichter Leverkusen einen klaren Handelfmeter verweigert, echauffierte sich Völler. Stefan Kießling, der Schmidt die Zwayer-Anweisung überbringen sollte, sagte: „Ich möchte das gar nicht groß kommentieren. Es war insgesamt eine Scheiß-Situation und unnötig. Er hätte auch hingehen und ihm das sagen könnten.“

Spielunterbrechung in Leverkusen: Völlers Wutausbruch

Rudi Völler

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler ist bekannt für seine emotionalen Auftritte. Im Sky-Interview lieferte er dafür ein weiteres Beispiel. Thema: Die Spielunterbrechung im Spiel Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund am 21. Februar 2016.

Quelle: sid

Attacke

Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt hatte sich geweigert, auf die Tribüne zu gehen. Dazu war er vom Schiedsrichter aufgefordert worden. Völler rechtfertigt dieses Verhalten und geht zum Gegenangriff über.

Zur Spielunterbrechung

"Der Schiedsrichter meinte, es ein bisschen spannender machen zu müssen. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob unser Trainer auf die Tribüne muss oder nicht. Aber das liegt in der Entscheidung des Schiedsrichters. Aber man kann es ihm auch einfach vernünftig erklären!"

Zu den Regeln

"So ein Spiel zu unterbrechen und dadurch so eine Hektik reinzubringen, das war völlig unnötig! Ich verlange von Herrn Zwayer, dass er unserem Trainer das erklärt, egal, ob das in der Regel steht oder nicht. Wenn es anders im Regelwerk steht, dann haben wir wieder etwas dazugelernt. Dann hier so eine Nummer daraus zu machen! Die Spieler müssen reingehen, als wäre hier etwas Furchtbares passiert, das ist total übertrieben."

Zu einem Handspiel

"Wissen sie, wer neue Impulse hätte geben können? Der Schiedsrichter und die Linienrichter draußen, wenn er nämlich Handelfmeter gepfiffen hätte! Dann hätte er einen super Impuls geben können! Es war nämlich ein tausendprozentiger Elfmeter. Der Impuls wäre ganz wichtig gewesen. Das ist doch keine natürliche Handbewegung."

Zu Roger Schmidt

"Das ist doch bei anderen Trainern auch, das braucht man nicht überbewerten. Das macht jeder Trainer ein bisschen, die sind alle unter Hochspannung. Dann fühlt man sich auch ein bisschen ungerecht behandelt. Man kann unseren Trainer auch mal hochschicken, davon geht die Welt ja nicht unter. Das kann passieren, das passiert anderen auch."

Aufgebracht

"Was haben sie eigentlich mit dem Roger Schmidt? Es ist doch viel wichtiger, dass er keinen Elfmeter gepfiffen hat, oder finden sie nicht? Was meinen Sie? Wer hat uns denn mehr geschadet, der Roger Schmidt oder der Schiedsrichter? Nicht, wenn das Mikro aus ist, sagen, du hast ja Recht."

Vorschläge an den Schiedsrichter

"Vielleicht hat er den Fehler gemacht, nicht hochzugehen. Aber das muss man jetzt doch nicht so aufpumpen, die Nummer. Man muss die Mannschaften doch nicht reinschicken. Geh doch hin und sag, Herr Schmidt, Sie müssen auf die Tribüne, weil Sie zu laut waren beim vierten Offiziellen. Warum hat er das nicht gemacht?"

Sarkasmus

„Ich weiß nicht, ob Schiedsrichter Felix Zwayer jetzt gesperrt wird. Ich kann es mir nicht vorstellen“, stellte Völler sarkastisch fest.

Revanche

In seiner ungebremsten Erregung warf Völler dem Schiedsrichter auch noch vor, er habe Bayer nach der Spielfortsetzung gezielt benachteiligt. "Er hat sich ja revanchiert. Deshalb hat er den Elfmeter nicht gepfiffen!", rief er in Anspielung auf ein Handspiel des Dortmunders Sokratis in der 71. Minute voller Sarkasmus ins Sky-Mikrofon von Sebastian Hellmann.

Sein Dortmunder Kapitänskollege Mats Hummels berichtete aus der Kabine: „Es war relativ relaxt.“ Dass der Freistoß vor dem 1:0-Siegtreffer zu weit vom eigentlichen Tatort ausgeführt wurde, wie von Bayer moniert, sei in der Bundesliga aber nichts ungewöhnliches. Bei einem Handelfmeter für Bayer hätte sich der BVB nicht beschweren können, gab Hummels zu.

Neben dem drohenden Nachspiel vor dem DFB-Sportgericht konnte Bayer 04 einmal mehr nicht als Sieger vom Platz gehen. Seit dem 2:1 vom 19. Mai 2007 gelang gegen den Westnachbarn kein Erfolg. Der BVB vergrößerte in der mit 30 210 Zuschauern ausverkauften BayArena den Abstand zum Werksclub auf 16 Punkte und liegt weiter acht Zähler hinter dem FC Bayern. Leverkusen rutschte von Platz drei.

Für eine Überraschung sorgte BVB-Chefcoach Thomas Tuchel vor dem Anpfiff mit einer umfangreichen Spieler-Rotation. Im Vergleich zum Europa-League-Spiel gegen den FC Porto (2:0) änderte er die Startelf auf fünf Positionen.

Er ließ Marco Reus, Marcel Schmelzer auf der Bank und nominierte Gonzalo Castro nicht für den Kader. Für den einstigen Bayer-Profi ein Affront: Es wäre seine erste Rückkehr zum Ex-Club gewesen, bei dem er 16 Jahre spielte. Bei Leverkusen kehrte Torjäger Javier „Chicharito“ zurück, passen musste Spielmacher Hakan Calhanoglu (Zehenentzündung).

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