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24.06.2015

08:27 Uhr

Ende der Co-Eigentümerschaft

Revolution für Italiens Transfermarkt

Hunderte Transfers in einem Jahr, oft dubiose Verstrickungen und schwierige Wechsel-Verhandlungen: Das alles war bislang Alltag in Italiens Fußball. Mit einer entscheidenden Neuerung soll sich dies nun ändern.

Dortmunds Stürmer gehörte bislang mehr als einem Klub. dpa

Ciro Immobile

Dortmunds Stürmer gehörte bislang mehr als einem Klub.

RomAls Borussia Dortmund im vergangenen Sommer Ciro Immobile verpflichtete, musste der Bundesligist gleich mit zwei Clubs verhandeln: Der Serie-A-Torschützenkönig gehörte je zur Hälfte Meister Juventus Turin und dem FC Turin.

Ein in Italiens Fußball weit verbreitetes Modell – mit tiefgreifenden Folgen für den Transfermarkt und die wirtschaftlichen Strukturen der Clubs. An diesem Donnerstag wird das Modell der Co-Eigentümerschaft endgültig abgeschafft. Für die italienischen Medien ist das nicht weniger als eine „Revolution“.

Bis Donnerstagabend müssen die Clubs alle Fälle der sogenannten „Comproprietà“ lösen. Das bringt für die viele Vereine einen Verhandlungsmarathon - am Dienstag waren laut „Gazzetta dello Sport“ noch 69 Profis betroffen, darunter auch prominente Namen wie Radja Nainggolan.

Der belgische Mittelfeldspieler läuft für den AS Rom auf, gehörte jedoch zur Hälfte noch seinem Ex-Club Cagliari Calcio. Nach mehr als 50 Jahren hatte Italiens Verband FIGC im vergangenen Mai die Abschaffung der Co-Eigentümerschaft beschlossen, die es in keinem anderen europäischen Land gibt.

Viele Clubs wehrten sich damals gegen die Entscheidung. „Eine Epoche geht zu Ende und es wird nicht leicht für die Clubs, sich dem europäischen Leben anzupassen“, urteilte die Zeitung „Tuttosport“. Der damalige FIGC-Präsident Giancarlo Abete bezeichnete den Schritt als „richtig und mutig“.

Den Clubs hatte die „Comproprietà“ jahrelang Schummeleien und undurchsichtige Geschäfte ermöglicht. Fällige Ablösesummen konnten verzögert, Spieler hin- und hertransferiert oder verliehen werden, um Netto-Gewinne für die Bilanzen zu schaffen.

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