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23.03.2012

18:40 Uhr

Endspiel lockt Werbewirtschaft

DFB-Pokal wird zum deutschen Super Bowl

VonStefan Merx

Bayern gegen Dortmund - mehr DFB-Pokalfinale geht nicht. Nicht nur für Fans ist das ein Leckerbissen, auch Werbekunden rennen dem ZDF die Türen ein. Und wie beim Super Bowl legen sich die Werber mächtig ins Zeug.

Treffer ins Glück: Gündogans Tor besorgte die erste Hälfte des Traumfinals. Reuters

Treffer ins Glück: Gündogans Tor besorgte die erste Hälfte des Traumfinals.

KölnChristoph Lüken ist bester Dinge: „Bayern gegen Dortmund – mehr Finale geht nicht. Für die  Werbekunden ist das ein Festtag.“ Der Marketingleiter des ZDF-Werbefernsehens hat mit Blick auf die große DFB-Pokalsause in Berlin am 12. Mai die besten Plätze schon verkauft. Und kurz vor der Fußball-EM sind auch werblich Paukenschläge zu erwarten, kündigt er an. „Das DFB-Pokalfinale hat sich zu einem deutschen Mini-Super-Bowl entwickelt, zu einem TV-Ereignis, bei dem die gesamte Familie zuschaut. Egal, wer spielt“, erklärt Lüken.

Was den Sendern Sky und ZDF in die Karten spielt: Den meisten Fußballfans bleibt ganz einfach nur der TV-Sessel. Das Spiel ist restlos ausverkauft, die Karten mussten verlost werden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) meldet heute einen wahren Ansturm auf die Tickets – 328.000 Kartenanfragen gab es für das Spiel, doch nur 75.000 Menschen werden es live im Stadion erleben können. „Ab Freitag erhalten alle, die sich für Finaltickets beworben hatten, per E-Mail Bescheid, ob sie zu den Glücklichen gehören oder nicht“, meldet der DFB. Die Nachfrage überstieg die des Vorjahres fast um das Dreifache. Das Kontingent an die Finalteilnehmer Dortmund und Bayern – sie erhielten jeweils 20.000 Tickets – sei „ebenfalls schon vergeben“.

Die TV-Quoten der Pokalfinals

2007

Das Spiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfB Stuttgart endete 3:2 nach Verlängerung. Die ARD holte damals 9,12 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 34,3 Prozent entsprach.

2008

Das Spiel zwischen dem Bayern München und Borussia Dortmund endete 2:1 nach Verlängerung. Das ZDF holte damals 10,26 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 33,7 Prozent entsprach.

2009

Das Spiel zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen endete 1:0. Die ARD holte damals 7,18 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 28,8 Prozent entsprach.

2010

Das Spiel zwischen Bayern München und Werder Bremen endete 4:0. Das ZDF holte damals 10,09 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 33,2 Prozent entsprach.

2011

Das Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem MSV Duisburg endete 5:0. Die ARD holte damals 7,07 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 28,1 Prozent entsprach.

Bitter für die Fans, gut für das ZDF: Der Sender wird bei seinem letzten Auftritt im DFB-Pokalfinale noch einmal richtig Kasse machen. „Das Pokalfinale ist eine Bank, was die Werbebuchungen angeht. Wir sind sicher, dass wir im Vorfeld des Männer-Endspiels ausgebucht sein werden“, sagt Christoph Lüken, Marketingleiter des ZDF Werbefernsehens.

Nachdem am Mittwochabend klar war, dass es zur sportlich hoch attraktiven Finalpaarung Bayern München gegen Borussia Dortmund kommen würde, klingelte in Lükens Abteilung verstärkt das Telefon, berichtet er. „Daraus resultierten weitere Buchungen. Wir hatten schon eine erste kräftige Buchungswelle nach dem Feststehen der Halbfinals“, sagt Lüken. Das letzte DFB-Pokal-Finale im ZDF (2010) zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC Bayern München verfolgten 10,09 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 33,2 Prozent. „Ein Marktanteil von mehr als 30 Prozent gilt auch in diesem Jahr als so gut wie sicher“, sagt Lüken.

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Beim Profisport geht es nicht allein um Bestleistungen. Die Publikumstauglichkeit ist genauso wichtig, damit die Zuschauer einschalten und sich Werbung lohnt. Eishockey, Basket- und Handball feiern dabei jetzt Erfolge.

Noch seien Flächen verfügbar, jedoch ein speziell geschnürtes „Single-Spot-Paket“, das für 132.000 Euro unter anderem die letzte halbe Minute vor dem Anpfiff umfasst, ist nach ZDF-Angaben bereits verkauft. „Die Kunden gieren nach Exklusivität und einer aufmerksamkeitsstarken Platzierung vor diesem Event“, bilanziert Lüken.

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