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16.05.2013

17:07 Uhr

Englands Top-Fußballer hört auf

Beckham kündigt Karriereende an

Mit 38 Jahren ist Schluss: Die britische Fußball-Ikone David Beckham, gerade mit Paris St. Germain französischer Meister geworden, hängt die Fußballschuhe an den Nagel. Überraschend kommt die Ankündigung nicht.

Verabschiedet sich mit dem französischen Meistertitel im Gepäck: David Beckham. ap

Verabschiedet sich mit dem französischen Meistertitel im Gepäck: David Beckham.

David Beckham hat am Donnerstag das Ende seiner Karriere angekündigt. Der 38 Jahre alte Stürmer sagte dies nur vier Tage nach dem Gewinn der französischen Meisterschaft mit seinem Klub Paris St. Germain (PSG). Er hört also mit einem Triumph auf.

„Ich bin dankbar, dass PSG mir die Chance gegeben hat. Aber nun fühle ich, dass die Zeit gekommen ist, meine Karriere zu beenden“, sagte der 38-Jährige laut britischen Medien.

Beckham war einer der schillerndsten Fußballer nicht nur der Insel, sondern weltweit – besonders wegen seiner Frau, Ex-Spice Girl Victoria. Er galt und gilt als Sexsymbol und Stilikone zugleich und machte unter anderem für das Modelabel H&M in Unterwäsche Werbung.

Schon nach dem Titelgewinn mit PSG hatte er ein Karriereende angedeutet. „Mein Vertrag endet nach dieser Saison, und ich wurde gefragt, ob ich in Paris weiterspiele. Die Eigentümer und der Trainer haben mir klargemacht, dass sie mich gerne länger behalten wollen“, hatte Beckham gesagt und hinzugefügt: „Natürlich stößt der Körper gelegentlich an Grenzen, aber ich werde so lange spielen, bis ich die Freude daran verliere.“ Anfang der Woche hatte Beckham noch gesagt, dass „Aufhören ist für mich momentan kein Thema ist“.

David Beckham

Persönliches

geboren: 2. Mai 1975 Leytonstone (Großbritannien)

Karrierestationen

Manchester United (1992 bis 1995); Preston North End (1995); Manchester United (1995 bis 2003); Real Madrid (2003 bis 2007); Los Angeles Galaxy (2007 bis 2012); AC Mailand (2008/2009 und 2009/2010 jeweils ausgeliehen); Paris St. Germain (2012 bis 2013)

Größte Erfolge

Weltpokalsieger (1999), Champions-League-Sieger (1999), englischer Meister (1996, 1997, 1999, 2000, 2001, 2003), englischer Pokalsieger (1996, 1999), spanischer Meister (2007), US-Meister (2011, 2012), französischer Meister (2013)

Nationalspieler

Länderspiele für England: 115 (17 Tore); WM-Teilnehmer 1998 (Achtelfinale), 2002, 2006 (jeweils Viertelfinale), EM-Teilnehmer 2000 (Vorrunde), 2004 (Viertelfinale)

Auszeichnungen

Uefa-Spieler des Jahres 1998/99, Englands Sportler des Jahres 2001, Bester Spieler Major League Soccer 2008, Offizier des British Empire (2003)

Der englische Rekordnationalspieler (115 Einsätze) kann auf eine Reihe von Erfolgen zurückblicken. Er gewann 2012 in den USA den Titel mit Los Angeles Galaxy. 2007 wurde der mittlerweile 38-Jährige mit Real Madrid spanischer Meister.

Dazu holte Beckham noch sechs Titel mit Manchester United, wo er seine Laufbahn auch begonnen hatte. Nur mit dem AC Mailand konnte er in Italien nicht die Krone holen. 59-mal trug er die Kapitänsbinde für das englische Nationalteam „Three Lions“ und erzielte dabei insgesamt 17 Tore.

Er blicke auf eine fantastische Karriere zurück: „Wenn man mir als Junge erklärt hätte, dass ich für Manchester United spiele und mit dem Klub Titel gewinne und ich über 100 Mal für mein Land spiele und der Kapitän des Teams bin, hätte ich das als Fantasie abgetan. Ich bin glücklich, dass ich diese Träume realisieren konnte." Doch ganz ohne Wehmut scheint der Popstar des Fußballs nicht zu gehen: „Das Spiel zu spielen, das ich liebe, wird nichts jemals vollständig ersetzen können“, sagte er.

Die ersten Würdigungen ließen nicht lange auf sich warten. „Ein wunderbarer Spieler, ein Weltstar und ein glänzender Botschafter für England und den Fußball", sagte Ex-Nationalspieler Gary Lineker nach der Rücktrittsankündigung über Beckham, der seine schlimmsten Momente im Trikot der Nationalmannschaft erlebt hat.

Englischer Rekordnationalspieler: David Beckham. dpa

Englischer Rekordnationalspieler: David Beckham.

Als Jungstar sah er 1998 bei der WM in Frankreich beim Achtelfinal-Aus gegen Argentinien die Rote Karte. Eine ganze Nation machte ihn für die Niederlage im Elfmeterschießen verantwortlich. Auch bei den folgenden großen Turnieren schaffte er es nicht, den Weltmeister von 1966 zum ersehnten Titel zu führen.

Trotzdem wurde der Glamour-Boy in seiner Heimat geliebt - auch oder gerade wegen seiner Auftritte abseits des Rasens. Königin Elisabeth ernannte Großbritanniens Sportler des Jahres von 2001 im Jahre 2003 zum Officer of the British Empire. Vor den Olympischen Spielen in London im vergangenen Jahr hatte er einen spektakulären Auftritt, als er die Fackel im James-Bond-Outfit auf der Themse in einem Schnellboot Richtung Stadion brachte.

Sein Abschied im Stade Yves Allainmat des FC Lorient auf Kunstrasen wird weniger glamourös sein. Das Stadion der 57.000-Einwohner-Stadt fasst nur 15.000 Zuschauer.

Von

deli

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