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24.01.2006

08:08 Uhr

Entlassung mit Ansage

WM wird Erikssons Abschiedsveranstaltung

Die "Scheich-Affäre" hat Englands Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson den Job gekostet. Der englische Fußballverband FA gab bekannt, dass der Vertrag mit dem 57-jährigen Schweden nach der Weltmeisterschaft in Deutschland vorzeitig aufgelöst wird.

Englands Coach Sven-Göran Eriksson. Foto: dpa Quelle: dpa

Englands Coach Sven-Göran Eriksson. Foto: dpa

HB LONDON. "Dies geschieht zum Wohle aller, die mit dem englischen Fußball verbunden sind, vor allem der Fans", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Verbandes und Erikssons. Der Coach war vergangene Woche in die Kritik geraten, nachdem er gegenüber einem als Scheich verkleideten Journalisten unter anderem Korruptionsvorwürfe gegen mehrere Trainer der Premier League erhoben hatte.

"Ich bin froh, dass wir diese Einigung erreicht haben und uns nun auf die WM vorbereiten können", meinte der Schwede, dessen Vertrag bis 2008 dotiert ist. Auch der Fußballverband will an dem umstrittenen Trainer bis zur WM festhalten. "Sven ist definitiv der Mann, der uns in Deutschland anführt."



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Bereits am Nachmittag hatte das britische Massenblatt Sun auf seiner Internetseite getitelt: "Er wird gefeuert". Eriksson, der noch einen Vertrag bis 2008 besitzt, war am Montag von Verbandsvertretern sechs Stunden lang zu Korruptionsvorwürfen befragt worden, die er in einem inszenierten Gespräch mit der Tageszeitung "News of the world" erhoben haben soll.

Im Rahmen des "Vertragsgespräches" mit einem als Scheich verkleideten Journalisten soll Eriksson in der vergangenen Woche gesagt haben, drei Vereine der englischen Premier League seien in illegale Zahlungen bei Spieler-Transfers involviert. Die betroffenen Klubs wurden nicht namentlich genannt.

Zuvor hatte News of the world bereits öffentlich gemacht, dass der Schwede in dem Gespräch mit dem falschen Scheich den Wunsch nach einem Wechsel zu Aston Villa geäußert und Nationalspieler hart kritisiert habe. Daraufhin hatten Vereinsoffizielle und die Presse heftige Kritik am Verhalten des 57-Jährigen geäußert. Der Klub-Chef von Premier-League-Aufsteiger Wigan Athletic hatte bereits Erikssons sofortigen Rücktritt gefordert. Der Schwede trainiert den Weltmeister von 1966 seit fünf Jahren.

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