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30.10.2014

20:23 Uhr

Entschuldigung nach Videopanne

FIFA zeigt Krim im WM-Logo als Teil Russlands

Bei der Präsentation des Logos für die WM 2018 in Russland zeigte die FIFA ein Video mit der Krim als Teil der Russischen Föderation. Jetzt entschuldigt sich der Fußball-Weltverband – und hat auch eine Begründung parat.

Vor dem Moskauer Bolschoi-Theater präsentierte die FIFA das Logo für die WM 2018. dpa

Vor dem Moskauer Bolschoi-Theater präsentierte die FIFA das Logo für die WM 2018.

Moskau/ZürichDer Fußball-Weltverband FIFA hat sich für eine Videopanne bei der Präsentation des Logos für die WM 2018 in Russland entschuldigt. Bei der Vorführung eines Films mit dem Logo vor dem Moskauer Bolschoi-Theater am vorigen Dienstag war für Sekunden auch eine stilisierte Landkarte des Gastgeberlandes zu sehen – mit der Krim als Teil der Russischen Föderation.

Mit der erstmaligen Vorführung des WM-Logos habe das Organisations-Komitee eine örtliche Kreativ-Agentur beauftragt, teilte ein FIFA-Sprecher am Donnerstag mit und entschuldigte sich für den Vorfall. „Leider ist die ausgewählte und vom lokalen Service-Anbieter für die Projektion verwendete Russland-Karte unserer Aufmerksamkeit entgangen“, hieß es in der kurzen Erklärung. Die beanstandete kurze Sequenz sei inzwischen gelöscht worden.

Fifa: Die Organisation des Fußballweltverbandes

Fifa-Kongress

Er ist die Vollversammlung des Fußball-Weltverbandes. Der Kongress wird von den 209 nationalen Mitgliedsverbänden gebildet und ist das höchste legislative Gremium der Fifa. Jeder Verband hat dabei eine Stimme. Der Kongress tritt mindestens einmal im Jahr zusammen. Er trifft Entscheidungen über die Fifa-Statuten und über die Aufnahme oder den Ausschluss von Mitgliedern.

Aufgaben des Kongresses

Zu den wichtigen Aufgaben des Kongresses gehört auch die Wahl des Fifa-Präsidenten. Künftig soll die Vollversammlung darüber entscheiden, wer die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft ausrichtet - wie, ist aber noch offen. Mit dieser Reform aus dem Jahr 2011 reagierte der Verband auf die schweren Korruptionsvorwürfe bei der Vergabe der Titelkämpfe 2018 nach Russland und 2022 nach Katar.

Exekutivkomitee

Das Exekutivkomitee ist das ausführende Organ der Fifa, vereinigt aber sehr viel Macht auf sich. Kopf ist der auf vier Jahre gewählte Präsident, seit 1998 Joseph Blatter. Darüber hinaus gehören dem Komitee 24 Mitglieder an, darunter acht Vizepräsidenten. Sie werden nicht vom Kongress gewählt, sondern durch die Fußball-Konföderationen (Kontinentalzusammenschlüsse) und Verbände ernannt.

Aufgaben

Das Exekutivkomitee ernennt die Vorsitzenden und die Mitglieder der Ständigen Kommissionen, zum Beispiel für Finanzen und für Medizin. Es besetzt aber auch Rechtsorgane wie zum Beispiel die Ethikkommission, die sich um Betrugsvorwürfe kümmert. Bis 2011 bestimmte das Exekutivkomitee den Ort und die Daten der Fußball-Weltmeisterschaften.

Verdacht

Am Prinzip wurde erst gerüttelt, als zehn Mitglieder des Exekutivkomitees unter Korruptionsverdacht standen. Einige wurden suspendiert, andere lebenslang gesperrt - wie im Juli 2011 Fifa-Präsidentschaftskandidat Mohamed bin Hammam aus Katar. Die Ethikkommission sah es als erwiesen an, dass er Stimmen für seine Wahl zum Fifa-Chef kaufen wollte - bin Hammam bestritt das. Fifa-Vize Jack Warner trat bereits im Juni 2011 von allen Ämtern zurück, die eingeleiteten Verfahren wurden damit einfach beendet.

Präsident

Seit 1998 steht der Schweizer Joseph Blatter an der Spitze der Fifa. Bei den beiden letzten Wahlen hatte er keinen Gegenkandidaten. Trotz der Korruptionskrise wurde Blatter Anfang Juni 2011 mit großer Mehrheit wiedergewählt - 186 der 203 abstimmenden Delegierten votierten für ihn. Allein schon eine Verschiebung dieser Wahl zur Klärung aller Vorwürfe wäre schwierig geworden. Denn dafür ist eine Dreiviertel-Mehrheit der 209 Mitgliedsverbände nötig.

Aufgaben

Der Präsident führt nicht nur die Kongressverhandlungen. Über das Exekutivkomitee, das er einberuft und leitet, hat er ebenfalls große Machtfülle. Bei Patt-Situationen in Abstimmungen gibt seine Stimme den Ausschlag. Auf Vorschlag des Präsidenten ernennt und entlässt das Exekutivkomitee auch den Generalsekretär, der die Verwaltung der Fifa leitet. Um den Präsidenten zu zwingen, eine außerordentliche Sitzung einzuberufen, müssen sich mindestens 13 der 24 Mitglieder auf einen Antrag dafür einigen.

Nachdem prorussische Bewaffnete auf der Krim strategisch wichtige Gebäude besetzt hatten, spaltete sich die Halbinsel im März in einem umstrittenen Referendum von der Ukraine ab. Moskau gliederte die Krim in die Russische Föderation ein; Kiew erkennt dies nicht an.

Von

dpa

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