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04.10.2012

21:19 Uhr

Erfolg in Trondheim

Bayer wechselt den Sieg ein

Bayer Leverkusen hat seine sieglose Serie in der Europa League beendet und drei Punkte aus Trondheim entführt. Die Werkself musste für ihren Sieg einen hohen Aufwand betreiben, Matchwinner waren zwei Einwechselspieler.

Manuel Friedrich (r.) im Zweikampf mit Rade Prica. SID

Manuel Friedrich (r.) im Zweikampf mit Rade Prica.

TrondheimEnde gut, nicht alles gut: Joker Stefan Kießling hat Bayer Leverkusen vor einer weiteren Blamage in der Europa League bewahrt. Der ehemalige Nationalspieler schoss die Werkself am Donnerstagabend zum 1:0 (0:0) beim norwegischen Rekordmeister Rosenborg Trondheim (76.). Nach der enttäuschenden Nullnummer zum Gruppenauftakt gegen Metalist Charkow verdiente sich die Werkself vor 12 587 Zuschauern dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte den ersten Dreier dieser Europa League-Saison. Als Zweiter der Gruppe K kann Leverkusen damit wesentlich beruhigter zum nächsten Auswärtsspiel am 25. Oktober bei Rapid Wien reisen. Am Sonntag folgt erst einmal der nächste Härtetest in der Bundesliga beim VfB Stuttgart.

„Jetzt sind wir in der Spur“, analysierte Bayer-Coach Sascha Lewandowski einen Tag vor seinem 41. Geburtstag. „In den ersten 45 Minuten waren wir zu passiv und behäbig. Aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung haben wir verdient gewonnen.“ Erneut musste sein Team viel Aufwand für das Erfolgserlebnis betreiben. „Jetzt haben wir es selbst in der Hand, die nächste Runde zu erreichen“, meinte Sportdirektor Rudi Völler.


Leverkusens Trainerduo Lewandowski/Sami Hyypiä rotierte gleich vier Neue rein verglichen mit dem 2:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth - bei der Dreifach-Belastung Bundesliga, Pokal und Europa League soll der Kräfteverschleiß im Kader möglichst gleichmäßig verteilt werden. Vor allem das Startelf-Debüt des chilenischen Neuzugangs Junior Fernandez für Kießling überraschte. Renato Augusto bekam im offensiven Mittelfeld eine Bewährungschance, konnte diese aber nicht nutzen.

Nach dem jüngsten Aufschwung in der Bundesliga mit zuletzt sieben Punkten aus den vergangenen drei Begegnungen lief bei Bayer in den ersten 45 Minuten vieles unrund. Eine spielerische Linie war kaum zu erkennen, Engagement, Laufbereitschaft und Passgenauigkeit ließen zu wünschen übrig. Zudem brachten Unkonzentriertheiten in der Abwehr den keineswegs übermächtigen Gastgeber immer wieder in aussichtsreiche Situationen. Der ehemalige Rostocker Rade Prica, der von 2002 bis 2006 84 Bundesliga-Partien für Hansa bestritt, tauchte gleich dreimal (4./31./44.) allein vor dem Leverkusener Tor auf - jedes Mal scheiterte er am starken Bayer-Keeper Bernd Leno.

Aus dem Spiel heraus gelang Bayer relativ wenig. Zweimal wurde es nach Eckbällen aufregend. Beide Mal köpfte Innenverteidiger Manuel Friedrich, der in der Defensive Probleme mit Prica hatte, knapp vorbei (8./41.). Viel zu selten kam Bayer in den gegnerischen Strafraum. So entstand die beste Chance vor der Pause auch durch einen Distanzschuss. Fernandez traf aus 20 Metern nur das Lattenkreuz.


Mit wesentlich mehr Dringlichkeit und Zug zum Tor kam der Bundesliga-Siebte aus der Kabine. Nach einem Klasse-Pass von Lars Bender vergab der blasse André Schürrle aus drei Metern die Führung (56.). Trondheim, erst über die Qualifikation in die Gruppenphase gerutscht, ging langsam die Luft aus, und das 1:0 war nur noch eine Frage der Zeit. Kießling, in der 75. Minute gekommen, wurde nur Sekunden später schließlich zum Matchwinner.

 

Von

dpa

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