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08.04.2014

12:52 Uhr

Ermittlungen der Uefa

PSG verteidigt 200 Millionen-Deal mit Katar

Die Summe von 200 Millionen Euro überweist das Touristen-Werbebüro aus Katar jährlich an Paris St. Germain. Die Uefa ermittelt wegen Verstoßes gegen das Financial Fair Play. PSGs Generaldirektor verteidigt den Deal.

Hat Probleme mit der Uefa: Zlatan Ibrahimovics Klub Paris Saint-Germain. AFP

Hat Probleme mit der Uefa: Zlatan Ibrahimovics Klub Paris Saint-Germain.

ParisUnruhe in Paris kurz vor dem Champions League-Rückspiel gegen den FC Chelsea: Jean-Claude Blanc, der Generaldirektor von Paris St. Germain, hat den umstrittenen Sponsoring-Deal verteidigt: „Katar will in den nächsten zehn Jahren zu einer Touristenattraktion werden. Dazu müssen das Land, seine Möglichkeiten, seine Attraktivität bekannt werden. Dazu trägt Paris St. Germain bei. Deshalb verteidigen wir diesen Vertrag nicht arrogant, sondern aus Überzeugung.“

Die Menschen hätten aber ein Recht, diesen Vertrag zu hinterfragen, denn er sei der erste seiner Art. „Dieses Konzept nutzt die Uefa für die Euro 2016 in Kooperation mit Aserbaidschan. (...) Das neue daran ist, dass wir als Verein das Gleiche tun“, sagte Blanc der französischen Zeitung L'Equipe sagte Blanc

Als erster wirklich bedeutender europäischer Großverein ist Paris St. Germain ins Fadenkreuz der Fahnder der Europäischen Fußball-Union (Uefa) geraten. Schon zweimal mussten Vertreter des Vereins in den vergangenen Monaten am Uefa-Sitz in Nyon antreten, um einen unglaublichen Sponsoren-Vertrag zu rechtfertigen. 

Am Dienstag (20.45 Uhr, Sky und im Handelsblatt-Ticker live) trifft PSG im Viertelfinalrückspiel der Königsklasse auf Chelsea. Das Hinspiel in Paris hatte der französische Meister 3:1 gewonnen. Bayern Münchens Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge, gleichzeitig Chef der europäischen Klub-Vereinigung ECA, hatte das Vorgehen des französischen Hauptstadtklubs bereits häufiger als „unfair" angegriffen.

QTA, das Touristen-Werbebüro für Katar, überweist jährlich 200 Millionen Euro an die Franzosen, um Werbung dafür zu treiben, Urlaub im Wüstenland zu buchen. Unverhältnismäßig findet dieses die unabhängige Uefa-Kontrollinstanz der Finanzen der Klubs ICFC, die an Champions League oder Europa League teilnehmen. Zum Vergleich: Der Vertrag zwischen Manchester City und Abu Dhabi Tourismus beläuft sich auf 15 Millionen Euro.

Ein erstes Urteil wird Ende des Monats erwartet. Aber wie immer gibt es eine Berufungsinstanz. Sollte die Uefa den Vertrag als „unverhältnismäßig“ beurteilt, kann sie den Marktwert einer solchen Vereinbarung festsetzen. In diesem Fall wären die Konten des französischen Meisters, der Quatari-Investment gehört, im roten Bereich und Paris müsste mit Sanktionen rechnen.

Diese können von einem „Moratorium“ bis zu einem Titelentzug reichen. Beides wäre fatal für PSG: Ein Moratorium würde bedeuten, dass sich der Verein in den nächsten Jahren einer strengen Kontrolle der Uefa unterwirft. Darunter würde fallen, was der Verein für Transfers tätigt, was er für Spieler ausgibt und was er ihnen bezahlt. Noch schwerer würde ein Titelentzug wiegen – besonders, sollte PSG in diesem Jahr die Champions League gewinnen.

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