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02.04.2016

11:20 Uhr

Erster Clásico als Trainer

Zidane will es Bernd Schuster nachmachen

Zinédine Zidanes Vorgänger bei Real Madrid haben in den vergangenen Partien gegen Barcelona herbe Pleiten hinnehmen müssen. Nun steht der nächste Clásico an. Dabei geht es weniger um die Meisterschaft als ums Prestige.

Noch ist der Real-Trainer gut gelaunt. Seine Vorgänger hatten allerdings nach den Duellen gegen den FC Barcelona nichts mehr zu lachen. dpa

Zinédine Zidanes

Noch ist der Real-Trainer gut gelaunt. Seine Vorgänger hatten allerdings nach den Duellen gegen den FC Barcelona nichts mehr zu lachen.

BarcelonaZinédine Zidane drückt Luis Enrique die Hand ins Gesicht, der Spanier fasst den Franzosen an den Hals. Die heutigen Trainer von Real Madrid und des FC Barcelona trugen damals noch als Fußballer die Trikots ihrer Vereine. Sie waren 2003 in einem Clásico so hart aneinandergeraten, dass ihre Mitspieler eingreifen mussten, um eine handfeste Rauferei zu verhindern. 13 Jahre später stehen Zidane und Luis Enrique sich als Trainer von Real und Barça in einem Schlagerspiel der besonderen Art gegenüber.

„Zizou“ feiert in der Partie am heutigen Samstag im Camp-Nou-Stadion sein Debüt als Trainer in einem Clásico. Er ist um die Aufgabe nicht zu beneiden: Seine Vorgänger Juande Ramos, Manuel Pellegrini, José Mourinho, Carlo Ancelotti und Rafael Benítez erlitten bei ihren Clásico-Premieren teils herbe Reinfälle. Bernd Schuster war der letzte Real-Trainer, der in seinem ersten Derby gegen die Katalanen einen Sieg davontrug. Und das ist mehr als acht Jahre her.

Champions und Europa League: Geldflut für Deutsche

Großverdiener Bayern

Startgeld: 12 Millionen Euro

Prämien: 7,5 Millionen Euro

Achtelfinale: 5,5 Millionen Euro

Marktpool: 24 Millionen Euro

Summe: 49 Millionen Euro

Aufteilung

Insgesamt hat der FC Bayern wohl schon 49 Millionen Euro in der laufenden Saison der Königsklasse eingenommen. Zum Startgeld (12 Millionen) und den Prämien für Punkte (7,5 Millionen Euro) sowie den Einzug ins Achtelfinale (5,5 Millionen Euro) kommen die Einnahmen aus dem „Marktpool“ (24 Millionen Euro).

Vorteil

Da Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen ausgeschieden sind, erhöht sich ab sofort der Anteil des FC Bayern und des VfL Wolfsburg. Die Zuschauereinnahmen der Münchner liegen bislang bei etwa 12 Millionen Euro.

Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg kommt auf 40,5 Millionen Euro. Zu Startgeld und Prämien von bislang 23,5 Millionen Euro (inklusive Achtelfinaleinzug) kommen vorerst etwa 17 Millionen Euro aus dem Marktpool. Mit jedem weiteren Spiel erhöht sich nun nicht nur die Prämie, auch der prozentuale Anteil am Marktpool wird größer – und für Mönchengladbach sowie Leverkusen prozentual geringer. Hinzu kommen etwa 3,5 Millionen Euro aus den Zuschauereinnahmen.

Ausgeschiedene

Entsprechend können sich die Einnahmen von Gladbach und Leverkusen noch verringern. Sicher haben beide Mannschaften bislang Startgeld, Prämien und Zuschauereinnahmen sowie den Fixbetrag aus dem Marktpool.

Mönchengladbach

Gladbach kommt nach der Gruppenphase damit mindestens auf rund 26,5 Millionen Euro von der Fifa (14,5 Millionen Startgeld/Prämien, mindestens 12 Millionen Euro aus dem Marktpool). Hinzu kommen 6 Millionen Zuschauereinnahmen.

Leverkusen

Bayer bekommt 27 Millionen (15 Millionen Startgeld/Prämien, 12 Millionen aus dem Marktpool). Immerhin: Bayer Leverkusen kann sich in der Europa League noch ein bisschen was dazuverdienen. Hinzu kommen 4 Millionen Zuschauereinnahmen

Europa League

Im Vergleich dazu sind die Einnahmen aus der Europa League ein Klacks, weil Startgelder, Prämien und Marktpool nur ein Bruchteil des Niveaus der Königsklasse erreichen. Augsburg, Dortmund und Schalke kommen bisher zusammen auf 17,27 Millionen Euro.
Augsburg: 5,48 Millionen Euro
Dortmund: 5,6 Millionen Euro
Schalke: 6,19 Millionen Euro

Die Ausgangsposition für Zidane ist denkbar schlecht: Real liegt in der Primera División zehn Punkte hinter dem Tabellenführer Barça zurück. Selbst im Fall eines Sieges hätten die Königlichen in den ausstehenden sieben Runden kaum Chancen, dem Erzrivalen den Titel noch streitig zu machen. Für die Madrilenen wird es daher vor allem um die Ehre gehen. Zudem hoffen sie darauf, dass ein Erfolg in Barcelona ihr Selbstvertrauen für das Champions-League-Spiel vier Tage später beim VfL Wolfsburg stärkt.

Der Clásico steht in einem doppelten Schatten. Auf der einen Seite konnten Barça und Real sich auf das Duell kaum vorbereiten, weil ihre Spieler bis vor kurzem in verschiedenen Teilen der Welt für Nationalmannschaften im Einsatz waren. Auf der anderen Seite stehen in der kommenden Woche die Viertelfinal-Hinspiele im europäischen Elite-Wettbewerb an. Der FC Barcelona empfängt bereits am Dienstag Atlético Madrid.

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