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10.01.2011

14:12 Uhr

Ethikkommission

Rücktritt des deutschen Juristen Hirsch schwächt Fifa-Chef Blatter

Mit dem sofortigen Rückzug aus der Ethikkommission hat der ehemalige Bundesgerichtshofs-Präsident Günter Hirsch die Glaubwürdigkeit des Fußball-Weltverbandes Fifa und dessen Präsidenten Joseph Blatter weiter geschwächt. Der DFB indes schweigt zu der Personalie mit Sprengkraft.

Günter Hirsch, einziges deutsches Mitglied der Fifa-Ethikkommission, schwächt mit seinem Rücktritt Verbandschef Josef Blatter. dpa

Günter Hirsch, einziges deutsches Mitglied der Fifa-Ethikkommission, schwächt mit seinem Rücktritt Verbandschef Josef Blatter.

HB FRANKFURT/MAIN/ZÜRICH. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich vorerst nicht zum Rücktritt von Günter Hirsch aus der Fifa-Ethikkommission äußern. Der Verband werde sich erst über die Hintergründe informieren, sagte ein DFB-Sprecher am Montag und betonte, dass Hirsch nicht vom DFB in das Gremium des Weltverbands entsandt worden sei. Bei der Fifa sei das Procedere anders als bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Zudem kenne DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach den früheren Bundesgerichtshofs- Präsidenten gar nicht persönlich.

Die Fifa bestätigte am Montag den Eingang des Schreibens an den Kommissionsvorsitzenden Claudio Sulser und erklärte weiter, dass Hirsch lediglich an der konstituierenden Sitzung der Ethikkommission am 23. Oktober 2006 teilgenommen habe. Seitdem habe er trotz Einladung an keiner weiteren Sitzung in den vergangenen vier Jahren teilgenommen, hieß es.

Durch die Personalie Hirsch gerät Fifa-Chef Joseph Blatter in die Defensive. Der von Günter Hirsch „mit sofortiger Wirkung“ vollzogene Rückzug aus der Ethik-Kommission bedeutet für den Verbandschef einen beträchtlichen Glaubwürdigkeitsverlust in seinem angeblich konsequenten Kampf gegen Korruption und Betrug.

Hirsch hatte die Konsequenzen aus den jüngsten Ereignissen um die WM-Vergabe gezogen und sein Amt beim Fußball-Weltverband niedergelegt. Er teilte seine Entscheidung in einem Brief dem Kommissionsvorsitzenden Sulser kurz vor dem Jahreswechsel mit. In dem Schreiben erhob Hirsch Vorwürfe gegen die Fifa im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 Anfang Dezember. Hirsch verwies vor allem auf die Grundregel in Artikel 3 des Reglements. Diese besagt, „dass die Fifa-Offiziellen zu integrem Verhalten verpflichtet sind und in keinem Fall ihre Funktion für private Zwecke ausnutzen oder persönliche Vorteile anstreben dürfen“.

„Die Ethikkommission hatte das Mandat, den Bewerbungsprozess für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu untersuchen und sicherzustellen, dass die Verhaltens- und Ethikregeln während des Prozesses eingehalten wurden“, erklärte die Fifa dazu am Montag.

Kommentare (1)

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Joe Walton

10.01.2011, 16:50 Uhr

Wer immer die Überschrift geschrieben haben mag: Was denkt er sich dabei?
Wo ist blatter geschwächt? Gibt es irgendetwas neues, was noch nicht jedem klar denkendem Menschen bewußt war?
Nur über Hr. Hirsch (und damit vielleicht auch allgemein über ehemalige bundesgerichtshof-Präsidenten) erfahren wir etwas interessantes. Zitat aus dem Artikel: ..."dass Hirsch lediglich an der konstituierenden Sitzung der Ethikkommission am 23. Oktober 2006 teilgenommen habe. Seitdem habe er trotz Einladung an keiner weiteren Sitzung in den vergangenen vier Jahren teilgenommen".
Da ich den Absatz beim ersten Überfliegen überlesen hatte, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was Hr. Hirsch den in den letzten Jahren denn wohl gemacht hat? Die Augen fest verschlossen?

Dem Artikel hilft es dann auch nicht mehr, Uli Hoeneß noch mit zu erwähnen. (Der allerdings auch so klingt, als wäre er noch Jungfrau.)

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