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18.08.2011

21:35 Uhr

Europa-League-Playoffs

Peinliche Pleite für Schalke in Helsinki

Schalke 04 will in die Europa-League, doch die Königsblauen zeigten sich gegen HJK Helsinki außer Rand und Band. Nach der 2:0-Pleite wird das Erreichen der Europa-League-Gruppenphase eine schwere Aufgabe.

Grund zum Jubeln hatte Helsinkis zweifacher Torschütze Teemu Pukki. Quelle: Lehtikuva

Grund zum Jubeln hatte Helsinkis zweifacher Torschütze Teemu Pukki.

HelsinkiVor vier Monaten noch im „Club der großen Vier“, jetzt vor dem Aus in der Europa League: Champions-League-Halbfinalist Schalke 04 bangt nach einer maßlos enttäuschenden Leistung um den Europa-Trip. Beim 0:2 (0:1) im Playoff-Hinspiel als Gast des finnischen Fußball-Rekordmeister HJK Helsinki präsentierte sich Schalke außer Rand und Band.

Nun droht am 25. August in Gelsenkirchen das Aus für die Gruppenphase. „Das Aus wäre eine Katastrophe für uns“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt. Bedröppelt stand Kapitän Benedikt Höwedes nach der Pleite am Spielfeldrand und versuchte sich an einer Erklärung: „Wir standen hinten viel zu offen und haben uns bei den gegnerischen Angriffen blöd angestellt.“ Höwedes will nicht an ein Scheitern glauben: „Ich hoffe, dass wir das vor heimischem Publikum noch drehen können.“

Doch es wird schwer: Finnlands Nationalspieler Teemu Pukki erlegte die Elf von Ralf Rangnick vor 10.766 Zuschauern im ausverkauften Sonera-Stadion in der 18. und 54. Minute fast im Alleingang. Rangnick war bedient: „Wir haben über weite Strecken die falschen Mittel gewählt“, sagte er im TV-Sender „Sport1“ - die tollen Auftritte in der „Königsklasse“ bis zum Halbfinal-Aus gegen Manchester United waren nur noch schöne Erinnerung.

Raúl fehlte, doch auch ohne den Stürmerstar machte Schalke erstmal Druck. Neuzugang Ciprian Marica, der seine Startelf-Premiere feierte, hatte die Chance zur Führung, scheiterte aber freistehend aus kurzer Distanz an Schlussmann Ville Wallén (12.). Dann wurde es für Schalke brandgefährlich: Der Gambier Dawda Bah (14./16.) hatte tolle Möglichkeiten, ehe Pukki die Rangnick-Elf mit einem wundervollen Linksschuss à la Arjen Robben in den Winkel schockte. Die Schalker reagierten verunsichert und kamen kaum noch zu bedrohlichen Situationen vor Walléns Gehäuse.

HJK, angetreten mit dem früheren Leverkusener Alexander Ring und den ehemaligen Bundesligaprofis Aki Riihilahti (Kaiserslautern) und Berat Sadik (Bielefeld), legte nach. Bei einem Distanzversuch von Tuomas Kansikas musste sich Ralf Fährmann ganz lang machen, um einen höheren Rückstand zu verhindern (30.). Drei Minuten später rettete Joel Matip in höchster Not gegen Pukki. Bei Schalke lief nichts, einzig ein abgefälschter Schuss von Atsuto Uchida, der den aus dem Jahr 2006 noch für ein Europacupspiel gesperrten Linksverteidiger Christian Fuchs ersetzte, sorgte für Aufregung (42.).

Das Dilemma ging weiter. Kurz nach Wiederbeginn lag das 0:2 in der Luft - doch Sebastian Sorsa verschonte Schalke bei seinem missglückten Schlenzer (47.). Dann wurde es bitter: Pukki profitierte von einem krassen Fehler der Schalker Hintermannschaft. Kurz nach der Einwechslung von Finnlands 40 Jahre alter Fußballlegende Jari Litmanen drohte durch Bah sogar das 0:3 (69.). Huntelaars Schuss (72.) wurde auf der Linie geklärt.

Raúl, um den die Wechselgerüchte nicht verstummen, war zur Schonung für den Auftritt am Sonntag in Mainz und zur Vermeidung von Verletzungen in Deutschland geblieben. „Es war sinnvoll, ihn nicht mitzunehmen, weil er auf Kunstrasen Probleme mit dem Knie und dem Sprunggelenk hat“, begründete Manager Heldt den Verzicht auf den erfolgreichsten Europacup-Torjäger.

Von

dapd

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