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02.03.2016

11:37 Uhr

Europapokal

US-Milliardär plant Revolution im Fußball

VonCarsten Herz

Groß, größer, Superliga: Reiche Vereine aus England verhandeln einem Bericht zufolge mit einem US-Milliardär. Es geht um die Gründung einer Liga für europäische Spitzenklubs. Eine Gefahr für Champions und Premier League.

Der Immobilienunternehmer ist auch im Sport- und Fußballgeschäft eine Größe. Er hat bereits Turniere organisiert mit Manchester United, Chelsea, The New York Red Bulls, San Jose Earthquakes, Club America und Paris Saint-Germain. Reuters

Stephen Ross

Der Immobilienunternehmer ist auch im Sport- und Fußballgeschäft eine Größe. Er hat bereits Turniere organisiert mit Manchester United, Chelsea, The New York Red Bulls, San Jose Earthquakes, Club America und Paris Saint-Germain.

LondonStephen Ross ist ein Mann mit hohen Ambitionen. Im vergangenen Sommer hat der Besitzer des American-Football-Klubs Miami Dolphins und Mitgründer des International Champions Cups bereits offen Interesse an einer Milliardenübernahme der Formel Eins gezeigt.

Ein knappes Dreivierteljahr später hat der US-Milliardär nun ein neues sportliches Spielfeld ausgemacht, dem er seine Aufmerksamkeit widmet: die europäischen Top-Fußball-Klubs. Vertreter von Rekordmeister Manchester United, dem FC Chelsea, dem FC Arsenal, Manchester City und dem FC Liverpool verhandeln angeblich mit Ross über eine Teilnahme an einer Superliga mit weiteren europäischen Topvereinen, wie das englische Boulevardblatt „The Sun“ am Mittwoch schreibt.

Groß, größer, Superliga: Die neue Konkurrenzliga wäre eine Revolution im europäischen Vereinsfußball – die durchaus auf Wohlwollen bei den Topklubs stößt. Auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge redete Anfang des Jahres öffentlich von einer neuen Eliteliga, nachdem er 2013 solche Pläne noch kategorisch abgelehnt hatte.

Länderbilanz in Champions und Europa League 2015/16

Spiele, Tore, Punkte

Die Klubs aus den sieben großen Ligen haben bis zum 6. April 343 Spiele absolviert. Dabei fielen 554 Tore. Im Schnitt sammelten die Ligen 1,63 Punkte pro Spiel. Die Bilanz:
Quelle: Handelsblatt / Viebahn

1. Primera Division (Spanien)

67 Spiele, 129 Punkte, 1,93 Punkte pro Spiel

2. Bundesliga

60 Spiele, 109 Punkte, 1,82 Punkte pro Spiel

3. Serie A (Italien)

42 Spiele, 67 Punkte, 1,60 Punkte pro Spiel

4. Premier League (England)

55 Spiele, 86 Punkte, 1,56 Punkte pro Spiel

5. Primiera Liga (Portugal)

40 Spiele, 58 Punkte, 1,45 Punkte pro Spiel

6. Premjer Liga (Russland)

36 Spiele, 50 Punkte, 1,39 Punkte pro Spiel

7. Ligue A (Frankreich)

43 Spiele, 59 Punkte, 1,37 Punkte pro Spiel

Er wolle die Gründung solch einer Europaliga, „in der die großen Teams aus Italien, Deutschland, England, Spanien und Frankreich spielen, in Zukunft nicht ausschließen“, sagte Rummenigge im Januar in einer Diskussionsrunde an der Mailänder Universität Bocconi. Es ist eine Idee, die mit dem Vorstoß von Ross nun neue Konturen bekommt.

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Denn Ross schwebt dem Bericht zufolge vor, Europas Spitzenklubs in einer eigenen Liga zu vereinen und damit ein neues Format in Konkurrenz zur Königsklasse der UEFA zu kreieren. Eine dauerhaft garantierte Teilnahme wäre für die Klubs durchaus attraktiv, weil sie sicher mit den erwarteten Vermarktungseinnahmen in Millionenhöhe planen könnten und nicht wie beim Europacup jedes Jahr aufs Neue um einen Platz bangen müssten.

In den USA hat Ross bereits ein ähnliches Modell namens International Champions Cup entwickelt, eine Turnierserie, an der in den vergangenen Jahren in der Sommerpause bereits viele Großklubs teilnahmen. Die neue Superliga wäre jedoch sein erster großer Coup in Europa. Ross kennt sich durchaus aus im Sportgeschäft. Seit 2009 ist er Mehrheitseigner des American-Football-Teams Miami Dolphins.

Kommentare (2)

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Herr Lung Wong

02.03.2016, 13:35 Uhr

Konkurrenz belebt das Geschäft

Herr Tom Schmidt

02.03.2016, 17:13 Uhr

Wenn die FIFA reformiert wird oder bald alle im Knast sitzen (und die UEFA wohl gleich mit), dann braucht man ja schließlich noch eine Liga!

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