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22.11.2015

10:08 Uhr

Fan-Krawall auf Schalke

Rummenigge entschuldigt sich für Bayern-Fans

Alle Fußballfans wollen nach den Paris-Attentaten nur ein friedliches Bundesliga-Wochenende erleben. Alle Fans? Nein. In einer gewalttätigen Aktion haben Bayern-Anhänger den Kassenbereich auf Schalke stürmen wollen.

Die Aktion wurde von Bayern- und Bochum-„Fans“ gemeinsam durchgezogen. dpa

FC Schalke 04 - Bayern München

Die Aktion wurde von Bayern- und Bochum-„Fans“ gemeinsam durchgezogen.

GelsenkirchenBei den Ausschreitungen am Rande des Bundesliga-Spitzenspiels zwischen dem FC Schalke 04 und Bayern München sind 196 gewaltbereite Fußball-Anhänger vorläufig festgenommen worden. Das teilte die Gelsenkirchener Polizei am Sonntag mit. Bei weiteren Zwischenfällen sei es noch zu weiteren Festnahmen gekommen.

Nach Polizeiangaben versuchten „in einer gemeinsamen Aktion gewaltbereite Anhänger des FC Bayern München und des VfL Bochum den Kassenbereich Nord an der Arena zu stürmen“. Die Polizei sprach dabei von einem „extrem gewalttätigen Übergriff“, bei dem zahlreiche Menschen teilweise erheblich verletzt wurden.

Nach Feststellung ihrer Personalien haben die Randalierer einen Platzverweis für das Stadtgebiet Gelsenkirchen erhalten, teilte die Polizei mit. Ihr Verhalten werde zudem einer strafrechtlichen Prüfung unterzogen. Die Anhänger des FC Schalke 04 hätten sich durch diesen Zwischenfall nicht provozieren lassen, so dass es nach dem Spiel insgesamt ruhig verlief sei.

Der 13. Spieltag im Überblick

Hamburger SV - Borussia Dortmund 3:1 (2:0)

Im ersten Durchgang geht der HSV durch Lasoggas Elfmeter in der 19. Minute mit 1:0 in Führung, Holtby erhöht gegen harmlose Dortmunder kurz vor der Pause auf 2:0. Der BVB kommt nach dem Seitenwechsel mit viel Schwung aus der Kabine, doch mit einem Eigentor bremst Hummels die eigene Offensivabteilung in der 55. Minute selbst aus. Dortmund müht sich bis zum Ende und kommt auch zu guten Chancen, doch Adler hält lange die Null. In der 86. gelingt Aubameyang zwar noch der Ehrentreffer, doch zu mehr reicht es nicht. In der Nachspielzeit ist mit einer Dreifachchance zwar noch der Anschluss möglich, doch der Ball will nicht zum zweiten Mal den Weg ins HSV-Tor finden.

1. FC Köln - FSV Mainz 05 0:0

Nach den Ausrufezeichen beider Team gab es im direkten Duell nur ein torloses Remis. Viel passierte nicht, nachdem Köln zuvor mit einem 2:1 in Leverkusen und Mainz mit einem 2:0 gegen Vizemeister Wolfsburg hatten aufhorchen lassen. In der Tabelle rutschten die Hausherren mit nun 19 Punkten auf Platz acht, Mainz mit 17 auf Rang 10 ab.

Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 1:3 (1:2)

Bayer Leverkusen hat seinen Niederlagentrend gestoppt. Nach drei Pflichtspiel-Pleiten setzte sich die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt bei Eintracht Frankfurt durch. Javier Hernandez (23.) traf zum 1:0 in der 23. Minute, das Fehlen der verletzten Abwehrspieler Marco Russ und Kyriakos Papadopoulos machte sich bemerkbar. David Abraham trat beim Abwehrversuch kläglich am Ball vorbei. Hernandez erhöhte eine Viertelstunde später aus abseitsverdächtiger Position auf 2:0, Frankfurt kam durch Slobodan Medojevic (45.) noch mal ran. 18 Minuten vor Schluss sorgte Leverkusens Hakan Calhanoglu für die endgültige Entscheidung.

Borussia Mönchengladbach - Hannover 96 2:1 (1:0)

André Schubert bleibt für Mönchengladbach ein Erfolgsgarant. Ibrahima Traoré erzielte in der 34. Minute die Führung. Aus einem Gewühl heraus gelang Artur Sobiech zwar der Ausgleich (65.). Doch damit wollten sich die Borussen nicht zufriedengeben. Statt des zweiten Remis unter der Leitung von Schubert, bejubelten die Gladbacher den siebten Sieg in acht Spielen. Sechs Minuten vor dem Ende war Raffael mit dem Siegtor zur Stelle.

VfB Stuttgart - FC Augsburg 0:4 (0:3)

Geschafft, und wie! Auswärtsbann gebrochen und Tabellenende zunächst verlassen. Was für ein wichtiger Sieg für den FC Augsburg beim VfB Stuttgart, der zuletzt zwei Heimsiege ohne Gegentor bejubelt hatte. Nach einem verspäteten Beginn wegen der verschärften Einlasskontrollen erzielte Alexander Esswein in der elften Minute die Führung für Augsburg. Sechs Minuten später zog der 25-Jährige wieder ab, Timo Baumgartl fälscht den Ball unhaltbar ab - Eigentor. Die weiteren Treffer von Jan-Ingwer Callsen-Brecker (36.) und Ja-Cheol Koo (54.) könnte die Situation für Stuttgarts Coach Alexander Zorniger unbequemer machen.

VfL Wolfsburg - Werder Bremen 6:0 (2:0)

Gegen Werder lief es einmal mehr für Wolfsburg. Sechster Sieg unter Trainer Dieter Hecking gegen die Bremer. Allerdings half zunächst Werder-Abwehrspieler Alejandro Galvez in der elften Minute ungewollt mit. Als er in eine Flanke grätschte, landete der Ball im Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Nationalspieler Max Kruse. Danach nutzte Vieirinha die eklatanten Stellungsfehler in der Bremer Abwehr (56.). Die Demontage machten Josuha Guilavogui (67.), Bas Dost (78.) und erneut Kruse (87.) perfekt. Für die Bremer war es die dritte Niederlage nacheinander.

Schalke 04 - Bayern München 1:3 (1:1)

Der FC Bayern München bleibt in der Liga weiter ungeschlagen, feiern mit dem unter dem Strich verdienten 3:1 den zwölften Saisonsieg im 13. Spiel. Schalke zieht sich insgesamt recht achtbar aus der Affäre, müssen sich am Ende aber der Klasse des Rekordmeisters geschlagen geben. Alaba sorgt nach neun Minuten für die Münchner Führung. Wenig später gleicht Meyer für Königsblau aus (17.). Nach der Pause bringt martinez die Gäste wieder in Führung (69.), ehe Thomas Müller in der Nachspielzeit den Deckel draufsetzt.

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge verurteilte den gewaltsamen Angriff von Fans des Rekordmeisters auf Schalker Anhänger vor dem Bundesliga-Spiel am Samstagabend in Gelsenkirchen (3:1) scharf.

"Es ist mir und uns allen absolut unerklärlich, wie man sich gerade in diesem Moment, nach den furchtbaren Ereignissen von Paris, so respektlos gegenüber der Gesellschaft und dem Fußball zeigen kann", sagte Rummenigge in einer Stellungnahme auf der Bayern-Homepage.

"Der FC Bayern München distanziert sich unmissverständlich und in aller Form von diesen so genannten Anhängern unseres Vereins", sagte Rummenigge, der ein rigoroses Vorgehen ankündigte. "Ich entschuldige mich beim FC Schalke und allen Personen, die Schaden genommen haben, für die Entgleisung. Der FC Bayern München wird - in Absprache mit den Behörden Gelsenkirchens - gegen die dem FC Bayern zugeordneten Gewalttäter vorgehen."

Vor dem Topspiel am Samstagabend hatte es verstärkte Sicherheitskontrollen gegeben. Viele Fans waren der Empfehlung des Vereins und der Polizei gefolgt und ungewohnt frühzeitig angereist. Dennoch verzögerte sich der Einlass in die mit über 60 000 Zuschauern ausverkaufte Veltins-Arena aufgrund von Leibesvisitationen an den Eingängen.

Bei den nahe des Stadions geparkten Fahrzeugen der Medienvertreter wurden Koffer- und Innenraum untersucht. Vor dem pünktlichen Anpfiff der Partie um 18.30 Uhr gab es wie auch in anderen Bundesliga-Stadien eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge von Paris. „Details über die von uns getroffene Sicherheitsmaßnahmen werden wir aus Sicherheitsgründen erst nach dem Schlusspfiff mitteilen“, sagte Schalkes Mediendirektor Thomas Spiegel.

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Von

dpa

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