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03.02.2015

16:08 Uhr

FC Barcelona

Barca-Präsident muss vor Gericht

Der Transfer des brasilianischen Topstars Neymar beschäftigt die spanische Justiz: Der Präsident des FC Barcelona, Josep Bartomeu, muss dafür nun vor Gericht. Der Vorwurf: Verdacht auf Steuerbetrug.

Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu während einer Pressekonferenz: er muss sich nun wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. AFP

Josep Maria Bartomeu

Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu während einer Pressekonferenz: er muss sich nun wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten.

BarcelonaPräsident Josep Bartomeu vom spanischen Fußball-Traditionsklub FC Barcelona ist wegen des Verdachts des Steuerbetrugs im Rahmen Transfers von Superstar Neymar angeklagt worden. Richter Pablo Ruz lud den 51-Jährigen in einem Schreiben für den 13. Februar vor ein Gericht in Madrid. Bartomeu soll für die Unterschlagung von insgesamt 2,85 Millionen Euro verantwortlich sein.

Der Klub reagierte in einer Stellungnahme mit „Überraschung, Empörung und absoluter Ablehnung“ auf die Vorwürfe. „Alle Vorgänge im Rahmen des Transfers wurden in keinster Weise mit der Absicht durchgeführt, geltendes Recht zu brechen“, so der Klub.

Der FC Barcelona und Ex-Präsident Sandro Rossell hatten zunächst angegeben, Neymar für 57,1 Millionen Euro vom FC Santos verpflichtet zu haben.

So reich ist der FC Barcelona

Bilanz

Der Fußballklub hat für das Geschäftsjahr 2013/2014 seine Zahlen vorgelegt. Tenor: „Wir sind viel starker, und wir fühlen, dass wir eine größere Präsenz haben in der Welt als vor vier Jahren.“

Umsatz

Der Umsatz des Klubs ist erstmals über die Marke von 500 Millionen gestiegen: 530 Millionen Euro waren es – nach 490 Millionen Euro im Vorjahr

Umsatzentwicklung

Seit dem Geschäftsjahr 2003/4 hat sich der Umsatz verdreifacht: von 174 Millionen auf 530 Millionen Euro.

Reingewinn

Im Geschäftsjahr 2013/14 blieb nach Steuern ein Gewinn von 41 Millionen Euro. Das sind neun Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Gewinnentwicklung

Seit dem Geschäftsjahr 2003/4 hat sich der Gewinn nach Steuern vervielfacht: von 1,5 Millionen auf 41 Millionen Euro. Allerdings war darunter auch ein Jahr mit einem gewaltigen Verlust von 80 Millionen Euro (2009/10).

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda)

2013/14 blieben vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 134 Millionen Euro übrig. Im Vorjahr waren es 118 Millionen Euro.

Entwicklung des Ebitda

Die Ergebnisziffer Ebitda, die die Gewinnstärke belegt, hat sich seit 2007/2008 nahezu verdoppelt: von 69 Millionen auf 134 Millionen Euro.

Wert des Vereins

Was ein Fußballverein wirklich wert sein könnte, schätzen regelmäßig die Experten des US-Magazins „Forbes“ auf nun 3,2 Milliarden Dollar. Bayern liegt in dem Vergleich auf Platz 7 mit geschätzten 1,85 Milliarden Dollar.

Wertentwicklung

Der Marken- und Werbewert von Barcelona ist von den Forbes-Experten in den vergangenen Jahren regelmäßig hochgestuft worden: von Platz 24 auf Platz 2.

Fazit

Der Klub folgert: Barcelona sei stärker gewachsen als jeder andere Topklub in der Welt. Und die Katalanen seien der einzige Fußballverein mit so viel Potenzial, um die Verträge zu verbessern. Das werde helfen, die globale Präsenz zu verstärken.

Später stellte sich heraus, dass sich die tatsächlichen Kosten für Brasiliens WM-Star auf insgesamt 86,2 Millionen Euro belaufen hatten. Barça hatte nach dem Amtsantritt Bartomeus bereits vorsorglich eine Steuernachzahlung in Höhe von 13,5 Millionen Euro geleistet.

Neymar: Der WM-Superstar aus Brasilien

Anfänge

Neymars Vater wollte aus seinem Sohn schon immer einen Profifußballer machen. Unmittelbar nach der Geburt soll er erklärt haben, sein Spross, Neymar da Silva Santos Júnior, der zu Hause nur Juninho gerufen wurde, werde einmal der beste Spieler der Welt. „Bei Neymar kam alles zusammen. Sein Vater war ein guter Spieler und hat viel investiert und aufgegeben, um ihn zu unterstützen. Neymar hatte viel Talent und die Leidenschaft, es schaffen zu wollen“, erzählt ein Neymar-Kenner.

Quellen: sid, dpa

Karriere

Neymars Eltern haben dem Wunsch nach der großen Fußballkarriere alles andere untergeordnet. Mit elf Jahren wurde der Junge vom FC Santos entdeckt. Dort gelang ihm der Durchbruch. 2013 wechselte er als Brasiliens größter Star für beinahe 100 Millionen Euro von Santos zum FC Barcelona.

Hohe Ablöse

Die Verpflichtung des brasilianischen Fußballstars Neymar durch den FC Barcelona soll nach einem Bericht der spanischen Zeitung „El Mundo“ erheblich teurer gewesen sein als offiziell angegeben. Wie das Madrider Blatt berichtete, sollen sich die Kosten des Neymar-Transfers vom FC Santos auf insgesamt 95 Millionen Euro belaufen haben, 38 Millionen mehr als Barça offiziell angegeben hatte. Der Fall wird untersucht.

WM-Ziel

„Ich möchte euch allen sagen: Neymar spielt nicht, um der Beste der Welt zu werden, er spielt für Brasilien. Sein Wunsch ist es, mit Brasilien Weltmeister zu werden.“ Das sagt sein Trainer Luiz Felipe Scolari über Brasiliens Superstar Neymar.

Bewunderung

„Wenn Neymar es auf dem Platz regnen lässt, wundert sich keiner.“ Brasiliens Abwehrspieler David Luiz nach dem 4:1 gegen Kamerun über die Wundertaten seines Teamkollegen Neymar.

Beckenbauer

„Er ist ein großartiger Spieler, einer der besten der Welt“, lobte Franz Beckenbauer. „Da wächst etwas heran. Ich will nicht sagen ein zweiter Pelé. Aber er kann ein ganz Großer werden“, sagte er beim TV-Sender Sky Sport News HD.

Trikot

Neymar trägt das gelbe Trikot mit der Nummer 10 und die ganze Last eines Millionen-Volkes auf den Schultern: Brasilien soll durch ihn und mit ihm Weltmeister werden.

Hype im Land

Er ist 22, und trotzdem scheint ihm der Hype um seine Person so gar nichts auszumachen. Er ist der Star dieser WM.

Rolle in der Nationalmannschaft

Über Neymar läuft, um Neymar dreht sich alles bei der Seleção. Er ist der Mann für die entscheidenden Tore. Wie beim Elfmeter-Drama im Achtelfinale gegen Chile, als er den letzten Schuss eiskalt versenkte. Und das, obwohl ihn eine (leichte) Muskelverletzung plagte.

Stärken

Neymar kann bis zu 31,8 km/h schnell laufen und ist im Dribbling stark. Beim Vereiteln von Gegenstößen ist er stark. Die Statistiker zählten 15 Balleroberungen in vier Spielen. Genauso oft schoss er aufs Tor.

Von

sid

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