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16.11.2016

18:17 Uhr

FC Barcelona

Das teuerste Hemd der Welt

VonAlexander Möthe

Der japanische Internethändler Rakuten wird Trikotsponsor des FC Barcelona und zahlt dafür jährlich 60 Millionen Euro. Finanziell zieht Barca mit Manchester United gleich. Doch nicht nur das Geld sprach für die Asiaten.

Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu (l) freut sich über den Deal mit Rakuten-CEO Hiroshi Mikitani. AFP; Files; Francois Guillot

Auf gute Zusammenarbeit

Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu (l) freut sich über den Deal mit Rakuten-CEO Hiroshi Mikitani.

DüsseldorfDer japanische Internethändler Rakuten wird neuer Trikotsponsor des FC Barcelona. Dies verkündeten der spanische Fußballklub und künftige Hauptsponsor am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz. Von „großer Ehre und großem Vergnügen“ sprach Rakuten-CEO Hiroshi Mikitani. Sein Konzern zählt zu den zehn größten Internetunternehmen der Welt. Die Japaner übernehmen von Qatar Airways ab der Saison 2017/18 den prominenten Platz auf der Brust, die Lautzeit beträgt vier Jahre.

Auch Barca freut sich: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge bringt der Vertrag den Katalanen 60 Millionen Euro pro Jahr ein, plus Erfolgsprämien. „Diese Einigung bringt uns an die Spitze des internationalen Sport-Sponsorships“, erklärte Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu. Der bisherige Deal mit Qatar Airways brachte dem Vernehmen nach lediglich 30 Millionen pro Jahr. Der FC Barcelona betonte zudem den Nutzen, den der Verein aus dem Erfahrungsschatz Rakutens in den Bereichen Kommunikation, E-Commerce und Big Data ziehen könne. Die Entscheidung für die Japaner und gegen die Verlängerung mit dem bisherigen Sponsor aus den Emiraten – und gegen einen Neuvertrag mit Getränkegigant Pepsi – dürfte damit nicht einzig eine finanzielle gewesen sein.

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Rakuten ist Japans größter Spieler im Bereich E-Commerce. Wenn auch in Europa weitgehend unbekannt, ist die Plattform in Deutschland der drittgrößte Online-Händler nach Amazon und Ebay. Selbst der chinesische Online-Riese Alibaba, eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Branche, kann da nicht mithalten. Während Qatar Airways zwar mit speziellen Lackierungen die Barca-Farben durch die Welt tragen konnte, vermag Rakuten mit seinen eigenen Marktplätzen und der zugekauften Messenger-App Viber seine Vertriebskanäle nutzen, um den Trikotverkauf anzukurbeln. Ein Vorteil, der beiden Geschäftspartnern zugutekäme – genauso wie Mannschaftsausrüster Nike.

Bisher verkauft der FC Barcelona pro Jahr etwa 1,1 Millionen Trikots. Hinter Real Madrid ist das der zweithöchste Wert weltweit. Für Rakuten bedeutet das eine deutlich gesteigerte Markenpräsenz. Die Fernsehöffentlichkeit über die Barca-Partnerschaft ist noch um ein Vielfaches höher. Allein „El Clasico“, das Duell der großen Rivalen Real Madrid und FC Barcelona, sehen weltweit 400 bis 500 Millionen Menschen. Das Finale der Champions League, angepeiltes Ziel des Klubs, wird von 350 Millionen Menschen in 200 Ländern verfolgt. Sponsor Rakuten wird damit seine Bekanntheit um ein vielfaches steigern können. In der Branche gelten die Japaner schon länger als Amazon-Herausforderer.

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