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08.01.2015

11:32 Uhr

FC Barcelona

Messi und die „totale Krise“ bei Barca

Riesenärger in Barcelona: Superstar Messi und Trainer Luis Enrique zoffen sich, der Sportdirektor ist entlassen, der Präsident kündigt Neuwahlen an. Und dann streitet sich der Klub auch noch öffentlich mit der Fifa.

Streit mit dem Trainer, ein entlassener Sportdirektor, der Präsident kündigt Neuwahlen an: Beim FC Barcelona herrscht die „totale Krise“: Im Zentrum des Geschehens Weltstar Lionel Messi. ap

Streit mit dem Trainer, ein entlassener Sportdirektor, der Präsident kündigt Neuwahlen an: Beim FC Barcelona herrscht die „totale Krise“: Im Zentrum des Geschehens Weltstar Lionel Messi.

BarcelonaDie einstmals heile Welt beim FC Barcelona hat tiefe Risse bekommen. Ein Machtkampf zwischen Superstar Lionel Messi und Trainer Luis Enrique verschärfte die Krise beim spanischen Renommierclub nur wenige Tage nach der Entlassung von Sportdirektor Andoni Zubizarreta und dem Rücktritt von Club-Urgestein Carles Puyol.

Wie spanische Medien berichteten, seien die Tage des Trainers vor dem Pokal-Heimspiel gegen den FC Elche schon gezählt. Zum „Abbau der Spannungen“ im Club kündigte Clubpräsident Josep Bartomeu am Mittwoch vorgezogene Wahlen zu Saisonende an. Der Urnengang sollte eigentlich erst im Sommer 2016 stattfinden.

Die Zeitung „El País“ berichtete wenige Tage nach der 0:1-Pleite am Sonntag bei Real Sociedad San Sebastián von einem „Brand“, der Team und Verein zu destabilisieren drohe. Luis Enrique trat am Mittwoch vor die Presse und beteuerte, er habe „mit keinem Spieler Probleme“.

So reich ist der FC Barcelona

Bilanz

Der Fußballklub hat für das Geschäftsjahr 2013/2014 seine Zahlen vorgelegt. Tenor: „Wir sind viel starker, und wir fühlen, dass wir eine größere Präsenz haben in der Welt als vor vier Jahren.“

Umsatz

Der Umsatz des Klubs ist erstmals über die Marke von 500 Millionen gestiegen: 530 Millionen Euro waren es – nach 490 Millionen Euro im Vorjahr

Umsatzentwicklung

Seit dem Geschäftsjahr 2003/4 hat sich der Umsatz verdreifacht: von 174 Millionen auf 530 Millionen Euro.

Reingewinn

Im Geschäftsjahr 2013/14 blieb nach Steuern ein Gewinn von 41 Millionen Euro. Das sind neun Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Gewinnentwicklung

Seit dem Geschäftsjahr 2003/4 hat sich der Gewinn nach Steuern vervielfacht: von 1,5 Millionen auf 41 Millionen Euro. Allerdings war darunter auch ein Jahr mit einem gewaltigen Verlust von 80 Millionen Euro (2009/10).

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda)

2013/14 blieben vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 134 Millionen Euro übrig. Im Vorjahr waren es 118 Millionen Euro.

Entwicklung des Ebitda

Die Ergebnisziffer Ebitda, die die Gewinnstärke belegt, hat sich seit 2007/2008 nahezu verdoppelt: von 69 Millionen auf 134 Millionen Euro.

Wert des Vereins

Was ein Fußballverein wirklich wert sein könnte, schätzen regelmäßig die Experten des US-Magazins „Forbes“ auf nun 3,2 Milliarden Dollar. Bayern liegt in dem Vergleich auf Platz 7 mit geschätzten 1,85 Milliarden Dollar.

Wertentwicklung

Der Marken- und Werbewert von Barcelona ist von den Forbes-Experten in den vergangenen Jahren regelmäßig hochgestuft worden: von Platz 24 auf Platz 2.

Fazit

Der Klub folgert: Barcelona sei stärker gewachsen als jeder andere Topklub in der Welt. Und die Katalanen seien der einzige Fußballverein mit so viel Potenzial, um die Verträge zu verbessern. Das werde helfen, die globale Präsenz zu verstärken.

Bei weiteren Ausführungen des mit Fragen bombardierten 44-Jährigen wurde aber klar, dass am Camp Nou längst nicht alles in Ordnung ist. Berichte über heftige Diskussionen mit Messi wolle er „weder bestätigen noch dementieren“. Was innerhalb der Gruppe passiere, bleibe in der Kabine, fügte er mit strengem Blick hinzu.

Dass etwas nicht stimmt, wurde aber schon am Sonntag deutlich, als Messi und Neymar nach dem Eigentor von Jordi Alba auf der Bank schelmisch scherzten. Nach seiner Einwechslung legte Messi in der zweiten Halbzeit eine fast schon provokative Lustlosigkeit an den Tag.

Nach dem Abpfiff soll sich der Argentinier in der Kabine zudem mit dem Teampsychologen und Coach-Vertrauten Joaquín Valdés angelegt haben, wie die Zeitung „AS“ berichtete. Dabei läuft es sportlich gar nicht mal schlecht.

Kommentare (1)

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Herr Alfred Werner

08.01.2015, 12:27 Uhr

Mit dem heutigen Tag hat das Handelsblatt für mich die Kommentarfunktion endgültig abgeschafft. Es wäre mutig und notwendig gewesen, heute in allen europäischen Presseerzeugnissen die Karikaturen aus Charlie Hebdo abzudrucken, um wahre Solidarität und klare Kante zu zeigen. Nichts davon. Statt dessen werden überall die Kommentarfunktionen abgeschaltet. Dieses schäbige und opportunistische Verhalten wird sich bitter rächen.
Glaubt nicht, dass Ihr den Islamismus durch "Wohlverhalten" und Appeasement beeindrucken könnt. Auch Ihr habt eine Redaktion.
Die Terroristen haben bereits gewonnen, wir haben verloren.
Lebt wohl. Ein ab sofort ehemaliger Leser.

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