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05.10.2017

11:00 Uhr

FC Bayern auf Trainersuche

Hoeneß holt Heynckes, kommt Nagelsmann 2018?

Der FC Bayern hat sich offenbar vorerst für Jupp Heynckes als neuen Trainer entschieden. Der 72-Jährige soll die Truppe zu alter Dominanz führen. Dennoch bleibt Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann ein Thema für Hoeneß.

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MünchenNach dem Scheitern von Trainer Carlo Ancelotti setzt der FC Bayern nach Berichten von „Bild“ und „Kicker“ auf Jupp Heynckes als Vereins-Kenner und Erfolgscoach schlechthin. Der schon 72-Jährige soll den kriselnden Fußball-Rekordmeister bis zum Saisonende betreuen und zu alter Dominanz zurückführen.

Das sensationelle Trainer-Comeback hängt nur noch an der Klärung von Detailfragen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus absolut verlässlicher Quelle innerhalb des Vereins. Die von der Vereinsführung angestrebte Rückkehr des 72-Jährigen könnte demnach in den nächsten Tagen über die Bühne gehen.

Dass Heynckes seit der Triple-Saison 2013 keinen Verein mehr betreut hatte, stört die Bosse beim Bundesliga-Titelverteidiger offenbar nicht so sehr wie die fehlende Bayern-Vergangenheit von Kandidaten wie Thomas Tuchel. Der ehemalige Dortmund-Coach galt als Favorit auf die Ancelotti-Nachfolge, konnte sich mit Bayern aber offenbar nicht einigen.

Das ist Jupp Heynckes

Geburt

Jupp Heynckes kam am 9. Mai 1945 als eines von zehn Kindern in Mönchengladbach zur Welt.

Berufswunsch

Heynckes lernte zunächst den Beruf des Stukkateurs, um seinem Berufsziel Architekt näher zukommen. Fußball spielte er trotzdem nebenher.

Deutsche Bundesliga

In der deutschen Bundesliga spielte Heynckes als Stürmer von 1965 bis 1967 und 1970 bis 1978 für Borussia Mönchengladbach sowie von 1967 bis 1970 für Hannover 96.

Seine erfolgreichen 1970er Jahre

Seine erfolgreichste Zeit als Spieler waren die 1970er Jahre bei Borussia Mönchengladbach. Mit der Borussia gewann er 1971, 1975, 1976 und 1977 vier Deutsche Meisterschaften, 1973 den DFB-Pokal und 1975 den UEFA-Pokal. Von 1970 bis 1978 erzielte Heynckes 168 Tore in 226 Bundesligaspielen. 1974 und 1975 wurde er jeweils Bundesliga-Torschützenkönig mit 30 bzw. 27 Toren, dabei teilte er sich 1974 den Titel mit Gerd Müller.

Der höchste Sieg in der Geschichte der Bundesliga

Im Fußballspiel Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund am 29. April 1978 war er am 12:0 maßgeblich bei dem bis heute höchsten Sieg in der Geschichte der Bundesliga beteiligt, denn er schoss 5 Tore.

Ende seiner Spielerlaufbahn

Nach insgesamt 369 Bundesligaspielen beendete Heynckes 1978 seine Spielerlaufbahn.

Trainerlaufbahn 1979 bis 1987

Ende der 70er bis Mitte der 80er war Heynckes der Trainer von Borussia Mönchengladbach. Noch während seiner aktiven Laufbahn als Fußballer absolvierte Heynckes die Ausbildung zum Fußball-Lehrer an der Sporthochschule Köln und wurde so im Alter von nur 34 Jahren der bis dahin jüngste Cheftrainer der Bundesliga.

Trainerlaufbahn von 1987 bis 1991

1987 ließ sich Heynckes vom FC Bayern München verpflichten - allerdings verlief Heynckes’ erstes Jahr dort erstmal wenig erfolgreich. Heynckes baute daraufhin die Mannschaft um und wurde 1989 schließlich mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft belohnt. 1991 wurde er dann entlassen und durch Søren Lerby ersetzt.

Trainerlaufbahn 1992 bis 1994

Der Abstecher von Heynckes zu Athletic Bilbao war kurz aber erfolgreich: Durch ihn stieg die Mannschaft im ersten Jahr von Platz 15 auf den achten Rang. Im zweiten Jahr konnte sich Athletic Bilbao mit einem fünften Platz für die Teilnahme am Uefa-Pokal qualifizieren.

Trainerlaufbahn 1994 bis 1995

Zusammen mit Horst Köppel als Co-Trainer wurde Heynckes 1994 von Eintracht Frankfurt engagiert. Er sollte erstmal Ruhe in die Mannschaft zu bringen, und anschließend für Erfolg sorgen.

Trainerlaufbahn 1995 bis 2003

Erneut wechselte Heynckes nach Spanien und unterschrieb nach seinem Rücktritt in Frankfurt einen Vertrag beim spanischen Erstligisten CD Teneriffa. Mit bescheidenen Mitteln erzielte er hier einen ansehnlichen Erfolg. Anschließend wechselte er zu Real Madrid und ab 1999 wechselte er erneut zu Benfica Lissabon.

Trainerlaufbahn 2003 bis 2004

Auch seine Zeit bei Schalke 04 verlief kurz: Die Saison 2004/05 war einer der schlechtesten Saisonstart des Vereins. Nach drei Niederlagen in vier Spielen wurde Heynckes entlassen.

Trainerlaufbahn 2006 bis 2007

Nach einer gesundheitsbedingten Auszeit unterschrieb Heynckes erneut einen Trainervertrag bei Borussia Mönchengladbach. Nach anfänglichen Siegen fand sich der Verein zur Winterpause auf einem Abstiegsplatz wieder. Nach nur 215 Tagen in Mönchengladbach trat er schließlich als Trainer zurück.

Trainerlaufbahn 2009 bis 2011

Saison 2008/09 wurde Heynckes erneut beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München eingesetzt. 2009 wechselte er schließlich zu Bayer 04 Leverkusen. Hier begann ein regelrechter Siegeszug: Heynckes war der erste Trainer, der mit der Mannschaft wieder den Einzug in die Champions League schaffte, nachdem Leverkusen sich zwischen 1997 und 2004 insgesamt sechs Mal qualifiziert hatte.

Trainerlaufbahn 2011 bis 2013

2011 verpflichtete der FC Bayern München Heynckes als Cheftrainer. Hier beginnt ein Siegeszug des Vereins: Heynckes ist der erste Trainer, der mit einer deutschen Fußballmannschaft in der Saison 2012/2013 gleich drei Titel holt: Bayern wird vorzeitig Deutscher Fußballmeister, Champions-League-Sieger und DFB-Pokalsieger.

Rekordtorschütze

Heynckes ist mit 195 Bundesligatoren Rekordtorschütze von Borussia Mönchengladbach. Die Gesamtzahl von 220 Toren bedeutet Platz drei der ewigen Torschützenliste der Bundesliga hinter Gerd Müller mit 365 und Klaus Fischer mit 268 Toren.

Nationalmannschaft

Zwischen 1967 und 1976 absolvierte er für die deutsche Fußballnationalmannschaft 39 Länderspiele und erzielte 14 Treffer. Mit der Nationalmannschaft gewann er 1972 den Europameistertitel in Belgien und 1974 den Weltmeistertitel im eigenen Land. Im Verlauf dieses Turniers kam er allerdings nur zweimal zum Einsatz.

Womöglich haben Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem als zwischenmenschlich schwierig verschrienen Tuchel aber auch nicht zugetraut, die zuletzt unter Ancelotti entstandenen Missstimmungen in der Kabine aufzulösen. Heynckes wiederum kennt mehr als ein halbes Dutzend Profis noch von früher, darunter die zuletzt unzufriedenen Offensivspieler Arjen Robben, Franck Ribéry und Thomas Müller.

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Eine Entscheidung für Heynckes bis Saisonende nährt die Vermutung, dass Bayern im kommenden Sommer Julian Nagelsmann von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichten will. Dieser hatte ein Engagement bei Bayern jüngst als Traum bezeichnet, war aktuell aber offenbar nicht zu bekommen. Die Wertschätzung von Vereinsboss Hoeneß ist seit langem gewiss.

Die Münchner hatten sich am vergangenen Donnerstag einen Tag nach dem 0:3 in der Champions League bei Paris Saint-Germain von Ancelotti getrennt und Co-Trainer Willy Sagnol interimsweise übernehmen lassen. Ob der Franzose im Trainerteam bleibt, war zunächst unklar.

Kommentare (9)

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Herr Lothar Thürmer

04.10.2017, 15:38 Uhr

Ein Dream-Team! Leider waren für Pep Guardiola die finanziellen Rahmenbedingungen und damit auch die sportlichen Entwicklungspotenziale bei Manchester City zu attraktiv, um ihnen widerstehen zu können. Wenn jetzt allerdings Thomas Tuchel die Nachfolge von Carlo Ancelotti antreten sollte, dann bekäme Bayern einen Trainer, der Pep Guardiola nicht unähnlich ist. Einen Trainer, der Borussia Dortmund nach einer Talfahrt unter Jürgen Klopp wieder in den Fußball-Olymp zurückholte. Und einen Trainer, der ehrgeizig genug scheint, um auch ganz große Ziele mit aller Konsequenz zu verfolgen!

Herr Paul Kersey

05.10.2017, 10:25 Uhr

Würde sagen, den Bayern geht der Ar... auf Grundeis. Mit Recht!

Jo Black

05.10.2017, 10:33 Uhr

Von allen Verrücktheiten ist das die Verrückteste. Das Wort "alte" Dominanz trifft hier uneingeschränkt zu.

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