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01.03.2012

17:09 Uhr

FC Bayern

Brandstiftungsverdacht gegen Breno erhärtet sich

Abseits aller sportlichen Sorgen bleibt der Brasilianer der große Problemfall beim FC Bayern. Die Indizien, dass Breno im September vergangenen Jahres seine Villa selbst vorsätzlich in Brand gesetzt hat, verdichten sich.

Der Fußball-Profi Breno vom FC Bayern München. dpa

Der Fußball-Profi Breno vom FC Bayern München.

MünchenKnapp fünfeinhalb Monate nach dem Feuer in seiner Villa erhöht die Staatsanwaltschaft den Druck auf den Brasilianer Breno. Schon in den kommenden Wochen soll über eine Anklage gegen den Fußballprofi vom FC Bayern entschieden werden. Der 22-Jährige steht unter dringendem Verdacht, sein Haus im Nobel-Vorort Grünwald im September vergangenen Jahres vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Die Indizien gegen Breno verdichten sich nach Medienberichten immer mehr.

Ziel sei es, noch im ersten Quartal des Jahres zu einem Ergebnis zu kommen, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch der Nachrichtenagentur dpa. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, das nächtlich ausgebrochene Feuer in Brenos Domizil sei laut eines neuen Gutachtens eindeutig auf Brandstiftung zurückzuführen, ließ er unkommentiert. „Wir werden uns erst wieder dazu äußern, wenn das Verfahren abgeschlossen ist und wenn wir entschieden haben, ob wir Anklage erheben oder nicht“, sagte der Behördensprecher.

Der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge sind die Ursachen fürs Feuer zumindest „wahrscheinlich nicht technischer Natur“. Steinkraus-Koch betonte allein, dass der Haftbefehl gegen Breno weiter existent sei. „Und er besagt, dass nach wie vor dringender Tatverdacht besteht.“ Das Feuer verursachte damals einen Schaden in Millionenhöhe.

Feuerwehrleute an Brenos Haus in Grünwald in der Nacht auf den 20.09.2011. dpa

Feuerwehrleute an Brenos Haus in Grünwald in der Nacht auf den 20.09.2011.

Dass der weiterhin verletzte Breno die vergangenen Monate nicht allesamt in Untersuchungshaft verbringen musste, hat der Abwehrmann vor allem seinem Club zu verdanken: Nach zwei Wochen in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim kam Breno gegen eine Kaution und unter Auflagen im Oktober wieder auf freien Fuß - und sorgte weiter für Schlagzeilen: Erst echauffierte er sich über den Kurznachrichtendienst Twitter öffentlich über seine miese sportliche Situation, dann ließ er sich grippekrank tätowieren.

Die Bayern-Chefs reagierten am Donnerstag zurückhaltend auf die neuesten Negativschlagzeilen um ihren Brasilianer. „Kein Kommentar“, hieß es von Mediendirektor Markus Hörwick in Köln, wo der deutsche Rekordmeister vor seinem anstehenden Bundesliga-Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen schon mal sein Lager bezogen hat. „Das ist Sache der Staatsanwaltschaft, wir möchten uns zu diesem Thema nicht äußern.“

Landet der Fall Breno tatsächlich vor Gericht, dürften die Tage des einst als so talentiert gepriesenen Verteidigers an der Säbener Straße gezählt sein. Davon abgesehen endet Brenos Vertrag in München sowieso im Sommer - auch aus sportlicher Sicht spricht kaum etwas für eine Verlängerung. Dabei war Breno als großer Hoffnungsträger und für eine happige 12-Millionen-Euro-Ablöse vor drei Jahren aus Brasilien verpflichtet worden. Durchsetzen konnte sich der zwischenzeitlich an Nürnberg ausgeliehene 1,87-Meter-Schrank nie. Seit drei Wochen fehlt Breno nach einem Eingriff am Knie erneut verletzt.

Von

dpa

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