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23.01.2016

08:34 Uhr

FC Bayern

Der Weg für das Hoeneß-Comeback ist frei

Quelle:dpa

„Das war's noch nicht!“ Diese Worte von Uli Hoeneß bei seinem letzten großen Bayern-Auftritt könnten bald mit Leben gefüllt werden. Kehrt der Macher bei seinem Herzensclub zurück? Eine Postenteilung bietet sich an.

Uli Hoeneß (M) darf sich drei Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen. Foto: Andreas Gebert dpa

Bewährung

Uli Hoeneß (M) darf sich drei Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen. Foto: Andreas Gebert

MünchenDer Tag der Entscheidung über die Zukunft von Uli Hoeneß beim FC Bayern wird mit jeder Woche in Freiheit näher rücken. Der langjährige Vereinspatron ist bald wieder frei für die großen Ämter bei seinem Herzensverein, der ihn natürlich mit offenen Armen empfängt.

Noch kann nur spekuliert werden über die Pläne des 64-Jährigen, der am 29. Februar aus dem Gefängnis kommt. Zuletzt rätselten selbst die aktuellen Bosse des deutschen Fußball- Rekordmeisters öffentlich über die Zukunft des langjährigen Präsidenten und Managers.

Fans, Mitglieder und Freunde würden Hoeneß wohl nur zu gerne wieder auf dem Vereinsthron sehen. Doch wie wird ein Vorbestrafter, der nach vielen Verdiensten das Recht auf eine neue Chance haben will, von der Öffentlichkeit in diesem prominenten Amt wahrgenommen?

Die besten Zitate von und über Uli Hoeneß

Hoeneß 2005

„Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich zahle volle Steuern.“ (Uli Hoeneß 2005 in einem Interview der „Bild“-Zeitung)

Hoeneß 2009

„Wenn die Unternehmer alle in die Schweiz gehen, ist auch keinem geholfen. Mit einer Reichensteuer geht es dem kleinen Mann kein Stück besser.“ (Hoeneß 2009 in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“)

Hoeneß 2011

„Wenn früher eine Mark in der Kasse meiner Eltern fehlte, haben wir sie auf dem Boden gesucht. Die Stimmung beim Weihnachtsfest hing entscheidend davon ab, wie gut wir vorher verkauft hatten.“ (Hoeneß im Februar 2011 im „Hamburger Abendblatt“)

„Natürlich will ich Erfolg, aber nicht um jeden Preis. Wenn es um Geld geht, muss man auch mal zufrieden sein.“ (Hoeneß 2011 im Magazin „Brand Eins“)

„Die Finanzwelt zeigt keine Bereitschaft, zur Volkswirtschaft beizutragen. Eine Krankenschwester trägt mehr zur Volkswirtschaft bei als ein Spekulant. Wenn ich sehe, dass Optionsscheine für Reis steigen, sage ich zu meiner Frau: 'Das bedeutet, dass Menschen hungern müssen, weil sie sich keinen Reis mehr kaufen können.'“ (Hoeneß 2011 im Magazin „Brand Eins“)

Hoeneß 2012

„In den vergangenen 20 Jahren sind in der Finanzwelt Menschen am Werk gewesen, die einen katastrophalen Job gemacht haben. Uns wurde vorgegaukelt, dass viele Finanzprodukte so unglaublich wichtig seien. Dabei hatten diese nur ein Ziel: die Taschen gewisser Leute voll zu machen.“ (Hoeneß 2012 in der Zeitung „Die Welt“)

„Unsere Spieler kicken schon jetzt eine Halbzeit fürs Finanzamt, da kommen wir nicht weiter, wenn man 60 oder 70 Prozent nimmt.“ (Hoeneß 2012 in der ARD-Talkshow „Günther Jauch“)

Hoeneß als Wurstfabrikant

„Ich habe für mein Schweinefleisch fünf verschiedene Lieferanten. Ich rufe an, lasse mir die Preise geben und kaufe dann. Für was aber brauchen Banker Schweinebäuche?“ (Wurstfabrikant Hoeneß über Spekulationsgeschäfte von Banken)

Hoeneß vor seinem 60. Geburtstag

„Es ist vielleicht langweilig, aber es soll uns nie schlechter gehen als jetzt. Das ist mein Wunsch. Ich muss nicht nach Hawaii oder auf die Malediven. Wenn ich irgendwann mal Lust dazu habe, werde ich das machen. Aber das ist nicht mein Lebenstraum.“ (Hoeneß Anfang 2012 vor seinem 60. Geburtstag)

Hoeneß vor der Politik

„Ich bin kein Besserwisser, sondern ein Bessermacher.“ (Hoeneß 2010 vor einem Auftritt als Gastredner bei der CSU-Vorstandsklausur)

„Ich habe mit meiner Meinung noch nie hinter dem Berg gehalten. Und bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass man damit bei der Bundeskanzlerin landen kann. Sie will Leute, die querdenken. Sie will Leute, die ihr nicht nach dem Mund reden. Deswegen bin ich Fan von Merkel!“ (Hoeneß über Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel)

Rummenigge

„Uli ist der Vater Teresa vom Tegernsee, der Nelson Mandela von der Säbener Straße und die Mutter aller Manager.“ (Vorstandschef Rummenigge in seiner Festrede zum 60. Geburtstag von Hoeneß)

„Franz Beckenbauer hat einmal gesagt, wir alle müssen dem FC Bayern dienen. Uli Hoeneß war immer der größte Diener des FC Bayern.“ (Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge 2009 über Hoeneß)

Beckenbauer

„Er ist, glaub ich, schon als Manager auf die Welt gekommen.“ (Franz Beckenbauer 2009 über Uli Hoeneß)

Einem Bericht der „Bild” zufolge verkündet Hoeneß am 1. Juli, was er bei den Münchnern vorhat. Die Präsidentenwahl findet im November statt, eine Ämterteilung mit dem aktuellen Präsidenten Karl Hopfner ist eine bestens vorstellbare Variante.

Hoeneß würde dann seinen inbrünstig geliebten FC Bayern als Präsidenten führen, Hopfner weiter den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender an der Seite von einflussreichen Wirtschaftsführern behalten. Eine Kampfkandidatur gegen seinen Vorgänger hatte Hopfner, der die Zukunft mit Hoeneß unter vier Augen besprechen wollte, stets ausgeschlossen.

„Es geht bei diesem Thema nicht um mich. Ich stelle mich da zurück”, erklärte der langjährige Hoeneß-Vertraute erst vor einigen Wochen. Der Weg zu einer Rückkehr - wenn der Vereinspatron diese dann tatsächlich will - ist längst geebnet. Genug Stimmen der Mitgliederschar sind ihm ohnehin gewiss.

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