Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.12.2016

06:27 Uhr

FC Bayern gegen RB Leipzig

Wie Red Bull rote Bullen züchtet

VonThomas Schmitt

Der Fußball bietet eine großartige Kulisse für den Brausekonzern Red Bull. Schneller als gedacht spielt der hochgezüchtete Klub RB Leipzig eine Hauptrolle. Perfekt für weitere Geschäfte, aber nur wenn die Uefa mitmacht.

Das Maskottchen des Fußballvereins RB Leipzig ist ein roter Bulle - was natürlich an den Großsponsor Red Bull und das gleichnamige Getränk erinnern soll, genauso wie das Logo auf dem Trikot. AFP; Files; Francois Guillot

Bulli

Das Maskottchen des Fußballvereins RB Leipzig ist ein roter Bulle - was natürlich an den Großsponsor Red Bull und das gleichnamige Getränk erinnern soll, genauso wie das Logo auf dem Trikot.

DüsseldorfRed Bull ist längst mehr als der Vermarkter eines Getränks. Der Konzern, der im Jahr eine halbe Milliarde Euro Gewinn macht, hat sich zu einem Sport- und Medienkonzern weiterentwickelt. Mehr als 600 Sportler gehören zum Reich des Milliardärs Dietrich Mateschitz – und eine Reihe hochkarätiger Sportvereine im Eishockey und Fußball. Einer davon ist RB Leipzig, die „roten Bullen“.

Das Team, das am Mittwoch im Spitzenspiel gegen den FC Bayern antrat, ist die Sensation dieser Bundesliga-Saison. Der Aufsteiger spielt attraktiven Fußball und düpiert etablierte Mannschaften reihenweise. Das damit aufgebaute Selbstbewusstsein reichte vor Weihnachten allerdings noch nicht, um auch noch die Stars des FC Bayern sportlich zu ärgern. Die Leipziger verloren klar 3:0 und können das sicher verschmerzen.

Entscheidender ist mittelfristig ohnehin das wirtschaftliche Drumherum. Wie schnell entwickelt sich RB Leipzig vom Anhängsel des Red-Bull-Konzerns zu einem eigenständigen Fußball-Unternehmen? Hochgepäppelt wurde RB Leipzig mit dem Geld des Brausekonzerns, doch auf Dauer reicht dies nicht, um im Fußball auf europäischer Ebene mitzumischen. Dafür dürften die Regeln der Uefa sorgen.

Red Bull in Zahlen

Unternehmen

Die Red Bull GmbH ist ein österreichischer Getränkehersteller.
Quelle: Statista

Marktstellung

Vor Monster und Rockstar (in Deutschland von PepsiCo vertrieben) ist Red Bull der weltweit führende Anbieter von Energy Drinks.

Mitarbeiter

2015 beschäftigte der Konzern knapp 11.000 Mitarbeiter. Im Jahre 2011 waren es knapp 8300.

Absatz 2015

In absoluten Verkaufszahlen setzte der Konzern 2015 global 5,96 Milliarden Getränkedosen ab.

Absatz 2004

Im Jahr 2004 betrug der Dosenabsatz zwei Milliarden Stück.

Deutschland

Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel kommt Red Bull laut Daten des IRI-Handelspanels auf einen wertmäßigen Marktanteil von rund 50 Prozent im Energy-Segment.

Umfrage

Fast zehn Prozent der deutschen Verbraucher (ab 14 Jahre) haben nach eigenen Angaben 2015 Red Bull konsumiert.

Umsatz 2015

Im Jahr 2015 lag der Umsatz bei rund 5,9 Milliarden Euro (plus 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Umsatz 2000

Im Jahr 2000 lag der Umsatz bei 794,7 Millionen Euro.

Gewinn 2015

Red-Bull-Erfinder Dietrich Mateschitz verdiente 2015 unterm Strich 501 Millionen Euro – und damit 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Trend“. Quelle: Bild

„RB verstößt gegen das Financial Fair Play“, prangern die Fußballexperten von 11freunde.de an. Zum Problem könnten die Uefa-Regeln im wirtschaftlichen Bereich viel schneller als erwartet werden, wenn RB Leipzig weiter so gut spielt und sich am Ende der Saison für die Champions oder Europa League qualifiziert. Aus heutiger Sicht ist das sehr wahrscheinlich.

Bayern München und RB Leipzig im Vergleich. Quelle: Hermes
Laufdistanz
Tempobereiche
Die besten Zweikämpfer
Zweikampftypen
Tor-Abschlüsse
Tore
Torzonen
Die besten Passgeber
Passhöhe, Passdistanz, Ursprung Zuspiele
Strafraumzuspiele, Fouls
Ecken
Flanken, Freistöße
Abseits

In diesem Fall muss die Uefa den Klub in mehrfacher Hinsicht unter die Lupe nehmen: wegen der finanziell auffälligen Transfers zwischen Red-Bull-Vereinen, wegen der Zugehörigkeit zum Red-Bull-Reich und wegen der einseitigen Sponsorenstruktur in Leipzig. All dies bietet Ansatzpunkte für Mauscheleien, die unerwünscht sind.

Dass die Uefa im Zweifel selbst vor hohen Millionenstrafen nicht zurückschreckt, haben bereits die von Scheichs finanzierten Klubs Paris Saint Germain und Manchester City zu spüren bekommen. Zwar dementiert RB Leipzig mögliche Probleme. Doch die Experten von 11Freunde.de sind da völlig anderer Ansicht.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

21.12.2016, 17:55 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Thomas Behrends

22.12.2016, 08:07 Uhr

Ich war immer ein großer Fußball-Fan, aber die massive Einflussnahme der Wirtschaft, insbesondere großer Konzerne (Bayer, Volkswagen, Red Bull etc.) hat mir den Sport verleidet. Ich gehe auch nicht mehr ins Stadion und Ergebnisse nehme ich nur noch nebenbei wahr.

Herr Michael Mouse

22.12.2016, 12:08 Uhr

Da haben die Redakteure von 11 Freunde den Nagel auf den Kopf getroffen. RB Leipzig ist eben nur pro forma ein Fußballverein. Tatsächlich ist RB Leipzig eine Filiale eines Konzerns.
Zudem, mit sportlicher Fairness hat RB so viel am Hut , wie ein Fisch mit Fahrrad fahren. Alles im Zusammenhang mit den RB Vereinen, bewegt sich gaaanz knapp bzw. so knapp wie möglich am Rande der Legalität.
Angefangen damit sich 5 Aufstiege zu erkaufen, bis zum umgehen von Transferrecht mittels Spielerverschiebung innerhalb der Filialen, dem merkwürdigen Verständnis des "Vereinsrecht" und und.
Die "Kunden" welche RB Leipzig etwas abgewinnen können, sind für mich keine Fußballfans.
Wem Sportliche Fairness nicht interessiert, dem wichtigsten bestandteil des Sports, der kann natürlich Produkte wie RB Leipzig gut finden.
Der Kommentator hat schon recht. Auch ich und viele meiner Freunde und bekannten kehren dem Fußballzirkus immer öfter angeekelt den Rücken.
Dann wenn am ende nur noch die Kunden zum Fußball kommen, wird dieser ein echtes Problem haben. Kunden kommen nur bei Erfolg !!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×