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17.09.2013

13:44 Uhr

FC Bayern

Guardiolas Rückkehr auf Champions-League-Bühne

Nach eineinhalb Jahren kehrt Pep Guardiola auf die europäische Fußball-Bühne zurück. Zwei Mal gewann er als Coach die Champions League, mit dem FC Bayern kann er Einzigartiges schaffen: Den Titel verteidigen.

Pep Guardiola könnte mit dem FC Bayern gelingen, was noch kein Verein in der Champions League-Geschichte vorher schaffte: Den Titel verteidigen. dpa

Pep Guardiola könnte mit dem FC Bayern gelingen, was noch kein Verein in der Champions League-Geschichte vorher schaffte: Den Titel verteidigen.

MünchenAls Pep Guardiola von der ersehnten Rückkehr auf die große Bühne Champions League schwärmte, strahlte der spanische Starcoach über das ganze Gesicht. „Dieser Wettbewerb ist der schönste Wettbewerb der Saison. Ich weiß nicht, ob es der wichtigste ist, aber es ist der schönste“, pries der 42-Jährige kurz vor dem Auftaktspiel gegen ZSKA Moskau am Dienstag mit leuchtenden Augen die Königsklasse. Knapp eineinhalb Jahre nach seinem zuvor letzten Auftritt in Europas Eliteliga, in der er als zweimaliger Sieger mit dem FC Barcelona zum Trainer mit Weltruhm avancierte, will er mit dem FC Bayern das große Ziel in Angriff nehmen, das er einst selbst mit Lionel Messi & Co. nicht erreichte: Die erstmalige Titelverteidigung.

„Es ist der schwierigste Wettbewerb. Es gibt zu viele Mannschaften in Europa mit der Idee, am Ende diesen Titel zu gewinnen“, erklärte Guardiola. „Aber es ist ein großer, großer Stolz hier zu sein mit Bayern und diesen Wettbewerb zu spielen. Und ich hoffe, wir spielen einen guten Wettbewerb.“

Die besten Zitate von und über Uli Hoeneß

Hoeneß 2005

„Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich zahle volle Steuern.“ (Uli Hoeneß 2005 in einem Interview der „Bild“-Zeitung)

Hoeneß 2009

„Wenn die Unternehmer alle in die Schweiz gehen, ist auch keinem geholfen. Mit einer Reichensteuer geht es dem kleinen Mann kein Stück besser.“ (Hoeneß 2009 in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“)

Hoeneß 2011

„Wenn früher eine Mark in der Kasse meiner Eltern fehlte, haben wir sie auf dem Boden gesucht. Die Stimmung beim Weihnachtsfest hing entscheidend davon ab, wie gut wir vorher verkauft hatten.“ (Hoeneß im Februar 2011 im „Hamburger Abendblatt“)

„Natürlich will ich Erfolg, aber nicht um jeden Preis. Wenn es um Geld geht, muss man auch mal zufrieden sein.“ (Hoeneß 2011 im Magazin „Brand Eins“)

„Die Finanzwelt zeigt keine Bereitschaft, zur Volkswirtschaft beizutragen. Eine Krankenschwester trägt mehr zur Volkswirtschaft bei als ein Spekulant. Wenn ich sehe, dass Optionsscheine für Reis steigen, sage ich zu meiner Frau: 'Das bedeutet, dass Menschen hungern müssen, weil sie sich keinen Reis mehr kaufen können.'“ (Hoeneß 2011 im Magazin „Brand Eins“)

Hoeneß 2012

„In den vergangenen 20 Jahren sind in der Finanzwelt Menschen am Werk gewesen, die einen katastrophalen Job gemacht haben. Uns wurde vorgegaukelt, dass viele Finanzprodukte so unglaublich wichtig seien. Dabei hatten diese nur ein Ziel: die Taschen gewisser Leute voll zu machen.“ (Hoeneß 2012 in der Zeitung „Die Welt“)

„Unsere Spieler kicken schon jetzt eine Halbzeit fürs Finanzamt, da kommen wir nicht weiter, wenn man 60 oder 70 Prozent nimmt.“ (Hoeneß 2012 in der ARD-Talkshow „Günther Jauch“)

Hoeneß als Wurstfabrikant

„Ich habe für mein Schweinefleisch fünf verschiedene Lieferanten. Ich rufe an, lasse mir die Preise geben und kaufe dann. Für was aber brauchen Banker Schweinebäuche?“ (Wurstfabrikant Hoeneß über Spekulationsgeschäfte von Banken)

Hoeneß vor seinem 60. Geburtstag

„Es ist vielleicht langweilig, aber es soll uns nie schlechter gehen als jetzt. Das ist mein Wunsch. Ich muss nicht nach Hawaii oder auf die Malediven. Wenn ich irgendwann mal Lust dazu habe, werde ich das machen. Aber das ist nicht mein Lebenstraum.“ (Hoeneß Anfang 2012 vor seinem 60. Geburtstag)

Hoeneß vor der Politik

„Ich bin kein Besserwisser, sondern ein Bessermacher.“ (Hoeneß 2010 vor einem Auftritt als Gastredner bei der CSU-Vorstandsklausur)

„Ich habe mit meiner Meinung noch nie hinter dem Berg gehalten. Und bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass man damit bei der Bundeskanzlerin landen kann. Sie will Leute, die querdenken. Sie will Leute, die ihr nicht nach dem Mund reden. Deswegen bin ich Fan von Merkel!“ (Hoeneß über Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel)

Rummenigge

„Uli ist der Vater Teresa vom Tegernsee, der Nelson Mandela von der Säbener Straße und die Mutter aller Manager.“ (Vorstandschef Rummenigge in seiner Festrede zum 60. Geburtstag von Hoeneß)

„Franz Beckenbauer hat einmal gesagt, wir alle müssen dem FC Bayern dienen. Uli Hoeneß war immer der größte Diener des FC Bayern.“ (Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge 2009 über Hoeneß)

Beckenbauer

„Er ist, glaub ich, schon als Manager auf die Welt gekommen.“ (Franz Beckenbauer 2009 über Uli Hoeneß)

Nicht einmal 100 Tage ist Guardiola im Amt, da hat er pünktlich zum Start der Königsklasse auch schon die ersten kräftigen Reibereien in der Chefetage miterlebt. Matthias Sammer versuchte einen „Impuls“, einen „kleinen Weckruf“, wie er es selbst nannte, und mäkelte am Auftritt der Mannschaft herum. Dafür gab es eine Rüge von Präsident Uli Hoeneß. Für Guardiola, das betonte dieser jedenfalls, war die Sammer-Kritik kein Problem. „Das ist normal“, erklärte der Spanier. Das sei in Deutschland eben „kulturell“ anders als etwa während seiner Zeit in Barcelona. „Ich muss mich in dieser Situation anpassen“, sagte Guardiola.

Vieles ist neu für Guardiola, der sich am 24. Juni bescheiden als neuer Cheftrainer vorgestellt hatte. Aber dann änderte er doch mehr, als er seinerzeit angekündigt hatte. Dazu muss er sich auf die neue Mannschaft, die neue Sprache oder das neue Umfeld einstellen - genauso wie er es gewollt hatte. Gemütlicher hätte er es in Barcelona haben können, der Langfristvertrag habe „auf dem Tisch“ gelegen, erklärte der 42-Jährige am Montag noch einmal. Aber er habe „eine neue Herausforderung für mein Leben, für mich“ gebraucht. „Ich bin bereit, die Herausforderung anzunehmen.“ Dass er dabei immer wieder Vergleiche zur Triple-Saison unter Jupp Heynckes hinnehmen muss, auch das findet er „ganz normal“.

Mit seinem persönlichen Auftakt ist er zufrieden, er schwärmt von „super, super“ und „intelligenten“ Spielern. „Ich kenne meine Mannschaft jeden Tag besser und ich fühle, wir sind sehr gut zusammen. Ich fühle, sie wollen gute Auftritte machen und sie wollen mir folgen“, berichtete Guardiola. Aus der Vorstandsetage gab es bislang auch nur Lob für ihn. „Er macht das so hervorragend. Und ich kann Ihnen nur sagen, dass es auch persönlich meine Seele berührt, wie er teilweise über Themen spricht, die uns ansprechen“, sagte Sportvorstand Sammer im „ZDF-Morgenmagazin“ am Dienstag.

Dass Perfektionist Guardiola mehr ändert, als er zunächst hatte erwarten lassen, überrascht Karl-Heinz Rummenigge nicht. „Wäre ein anderer Trainer gekommen, hätte der möglicherweise den Stil von Jupp Heynckes übernommen, mit dem Hintergedanken, das funktionierende Gebilde nicht zu verändern. Pep hat einiges erneuert, und genau so einen Trainer brauchen wir nach den großen Erfolgen. Jemanden, der Dinge wieder hinterfragt und auf eine neue Plattform stellt“, erklärte der Vorstandschef in der „Welt am Sonntag“. Dass man dem Coach gleich einen Dreijahresvertrag statt einem Zweijahresvertrag gegeben habe, „sagt viel aus“.

Unter Guardiola, der als Spieler einst im Jahr eins gleich nach dem Landesmeister-Sieg (1992) gegen ZSKA Moskau ausschied, soll der FC Bayern nach der vergangenen Traumsaison stabil zu bleiben. „Wir müssen daran arbeiten, dass wir regelmäßig in der Lage sind, die Champions League zu gewinnen“, betonte Rummenigge - und wünscht sich damit Aussichten, wie sie der Coach mit dem FC Barcelona Jahr für Jahr hatte.

Von

dpa

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