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13.11.2013

22:43 Uhr

FC Bayern

Hoeneß will „Vertrauensfrage“ stellen

Uli Hoeneß wird auf der Hauptversammlung des FC Bayern als „bester Mann“ gefeiert. Der Präsident vergießt Tränen und will die Mitglieder über seine Zukunft entscheiden lassen. Die Rekordzahlen geraten zur Nebensache.

Uli Hoeneß bei der Hauptversammlung des FC Bayern. Reuters

Uli Hoeneß bei der Hauptversammlung des FC Bayern.

MünchenUli Hoeneß konnte bei den Huldigungen des Vereinsvolkes und den warmen Wortes seines Freundes Karl-Heinz Rummenigge die Tränen nicht mehr zurückhalten. Aber nach seinem Steuerstrafverfahren kommt es trotzdem im Verein zur Entscheidung über seine Zukunft. Der 61-Jährige kündigte am Mittwochabend an, dass er nach seinem Prozess die „Vertrauensfrage“ auf einer außerordentlichen Versammlung stellen will.

„Ich werde mich jedem Votum, das sie treffen, unterwerfen“, sagte Hoeneß auf der Jahreshauptsammlung. Er wolle den Mitgliedern „das Recht geben, zu entscheiden, ob ich noch der richtige Präsident für diesen Verein bin“. Er habe „einen Fehler“ gemacht, gestand der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende. „Ich möchte mich nicht reinwaschen.“ Der Zuspruch von Tausenden in der Halle ließ vorausahnen, wie die Mitglieder denken.

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Hoeneß äußerte in seiner wortgewaltigen Rede die Hoffnung auf einen „fairen Prozess“ und wies auf schwierige Zeiten hin. „Das hat sich in eine Dimension entwickelt, die ich nicht für möglich gehalten habe.“ Den Zuspruch des FC Bayern werde er „nie vergessen“, versprach er vor 3573 Mitgliedern.

„Lieber Karl-Heinz, ich bin überwältigt. Aber nicht nur von Deiner Rede, sondern von der Reaktion unserer, meiner Mitglieder. Vielen, vielen Dank“, sagte Hoeneß auf dem ersten Clubkonvent nach der Aufdeckung seiner Selbstanzeige und rund vier Monate vor seinem Steuerstrafverfahren vor dem Münchner Landgericht.

„Ich wünsche Uli Hoeneß, dass die Geschichte gut für ihn ausgeht“, betonte Vorstandschef Rummenigge, der mit seinen Worten an den „Freund“ die lautstarke Unterstützung in der Halle auslöste. „Uli erlebt sicherlich im Moment eine schwierige Zeit. Ich kenne ihn jetzt im nächsten Sommer 40 Jahre. Uli ist ohne Übertreibung der Spiritus Rector des FC Bayern. Ohne sein unglaubliches Engagement, ohne sein Zutun, wäre der FC Bayern nicht das, was er glücklicherweise ist und darstellt.“ Hoeneß hielt sich die Hand vor das Gesicht, schluckte und weinte.

Kommentare (9)

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heLAUTlaut

14.11.2013, 08:49 Uhr

was heißt hier vertrauensfrage.

lieber uli und lieber kalle,
als steuerkriminelle könntet ihr doch eure hinterziehungssachverhalte von der FC BAYERN vollversammlung ausurteilen lassen,falls sich überhaupt in eurer fußballsekte ein ankläger findet

rechtsstaatskarneval unter der schirmherrschaft von MUDDI..............

Account gelöscht!

14.11.2013, 08:58 Uhr

Ich war erschrocken über den gekonnten Heul Auftritt von Uli Hoeneß.
Man kannte seine schauspielerischen Auftritte in seinem aktiven Fußballerleben, aber der gestrige auftritt übertraf alles.
Ich dachte jetzt bekennt er sich zu seinem Steuervergehen, aber weit gefehlt.
Uli sprach von einem Fehler den er begannen Hätte.
Was für ein verlogener Auftritt von diesem Fußball Millionär, und die verblendeten Bayern-Mitglieder, vergessen sein Vergehen, anstatt stehender Ovationen, hätte er schon lange in Untersuchungshaft sitzen müssen.
Aber hier kommt der Bekanntheitsgrad Bonus voll zum Tragen.
Jeder kleine Bürger hätte die ganze Härte des Gesetzes, bei geringsten vergehen zu spüren bekommen.
Ich habe für Uli kein Verständnis.

kfvk

14.11.2013, 09:14 Uhr

Jetzt habe ich aber auch geweint. Genau wie die Bayern, egal was passiert, CSU wählen, so stehen sie auch hinter ihrem Volkshelden Hoeneß. Dass er sich dem Votum der Mitgliederversammlung unterwerfen würde, ist für ihn erwähnenswert -- vermutlich ist das Präsidentenamt aber doch ein Wahlamt und dann kann doch selbst er nicht anders als sich dem Votum beugen (wobei dessen Ausgang für ihn wohl eher positiv sein wird). Aber wie heißt es doch so schön: nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber. Passt irgendwie ganz gut.
Er hat sicher für den Verein viel getan und erreicht. Würde er nun noch einsehen, dass er als Steuerhinterzieher (selbst zugegeben -- da braucht es kein Urteil mehr) besser zurückträte, wäre eigentlich alles gut. So ist die Sache aber für ihn und seine Unterstützer doch eher peinlich, weil das zeigt, dass sie meinen, dass so Leute für öffentliche Ämter geeignet seien. Das sind sie aber mitnichten und wenn man im Sport Vorbilder sucht schon überhaupt nicht.
Dass weder Herr Hoeneß, noch der Aufsichtsrat des FCB und die Vereinsmitglieder auch nicht dieses so sehen, wirft schon ein schlechtes Bild auf die Beteiligten. Umgekehrt ist er natürlich nicht alleine: auch ein Bischof und ein ehemaliger Bundespräsident gehören zu denen, denen es an Selbstkritik und Einsicht mangelt. Scheint ein Merkmal der heutigen Zeit zu sein.

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