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20.12.2015

13:05 Uhr

FC Bayern München

Auf den weltbesten Trainer folgt der zweitbeste

VonThomas Schmitt

Die Spatzen pfiffen es schon von den FC-Bayern-Dächern: Trainer Pep Guardiola geht am Ende der Saison. Mit dem Italiener Carlo Ancelotti kommt der perfekte Nachfolger, um die Liga weiter zu dominieren. Ein Kommentar.

Das sagen die Fans

„Der FC Bayern braucht normalerweise keinen Trainer“

Das sagen die Fans: „Der FC Bayern braucht normalerweise keinen Trainer“

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DüsseldorfPep Guardiola ist als Trainer einzigartig. Der FC Bayern hätte den Spanier gerne behalten, doch der will nicht mehr. Das alles ist keine Frage des Geldes oder der Chemie in München. Grund für den Schlussstrich ist am Ende allein die Persönlichkeit des Trainers, der nach drei Jahren gerne etwas Neues macht.

Guardiola ist ohne Frage der derzeit beste Fußballtrainer der Welt. Er hat als Coach von Barcelona vier Jahre den Fußball in Spanien bestimmt, ein Jahr Pause gemacht und dann in der Bundesliga an seine grandiose Erfolgsserie nahtlos angeknüpft. Solch eine Dominanz eines Vereins über zweieinhalb Jahre hat die Bundesliga noch nie erlebt.

FC Bayern: Was Rummenigge & Co über Pep und Carlo sagen

Über Guardiola

„Man darf nicht vergessen: Pep ist ein junger Mensch, und der FC Bayern ist erst seine zweite Trainerstelle.“

Quelle: Interview Bild.de

Gehalt

„Wir haben in unseren Gesprächen nicht über Finanzielles gesprochen.“

Höflich

„Er hat mir gesagt, dass er eine neue Herausforderung sucht und hat sich beinahe dafür entschuldigt.“

Qualität

„Sein großer Name, sein Image, seine Taktik, seine Perfektion – das alles hat Bayern München gutgetan.“

Über Ancelotti

„Es war eine gewaltige Herausforderung und Anstrengung in den zurückliegenden Wochen und Tagen, Carlo zu binden. Halb Europa wollte ihn ja haben.“

Deutsch

„Als wir diese Woche telefoniert haben, sagte er: ,Wie geht es euch?‘ – und auch, dass ihn unsere schwere Sprache reize.“

Top 3

„Der FC Bayern zählt zu den drei besten Vereinen Europas, vermutlich der Welt. Das hilft natürlich.“

Trapattoni

„Sie werden keinen finden, der ein schlechtes Wort über Carlo sagt. Im Gegenteil: Er hat eine unglaubliche Erfahrung im Umgang mit den Spielern. Und er ist einer der besten Taktiker, die ich kenne. Bayern darf sich freuen.“

(Ex-Bayern-Coach Giovanni Trapattoni)

Sammer

"Nein, es ist unser absoluter Wunschkandidat gewesen. Kein anderer hat eine Rolle gespielt."

(Matthias Sammer, Sportvorstand FC Bayern München über Ancelotti)

Hitzfeld

"Pep Guardiola ist ein wahnsinnig akribischer Trainer, der ja fast ein Fanatiker ist. Er ist ein Revolutionär, der den Fußball mit dem Kombinationsspiel und dem vielen Ballbesitz fast neu erfunden hat."
(Sky-Experte und Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld)

Dies war kein Zufall, sondern ist der extrem intensiven Arbeitsweise des Spaniers zu verdanken. Keinem Klub der Liga ist es bisher gelungen, das System des Katalanen zu entschlüsseln. Im Gegenteil, Pep – wie ihn alle Welt gerne nennt – hat nahezu alle seine Gegner entschlüsselt und zum Teil sogar vorgeführt.

Auch ein Großer wie er macht natürlich immer mal wieder Fehler. Die aber rächten sich nur auf allerhöchstem Niveau in der Champions League. Zwei Mal scheiterte er vorzeitig in der Königsklasse, weil seine Mannschaft nicht auf den Punkt genau fit war – und der Gegner ein klein wenig cleverer und glücklicher agierte.

Genau dies macht den Fußball aber so attraktiv für Millionen Zuschauer. Die Spielergebnisse sind eben nicht vorhersehbar. Mit Geld lassen sich zwar gute Mannschaften kaufen, aber keine Titel. Immer wieder kommt es vor, dass sogenannte Kleine die Reichen schlagen und Favoriten sprachlos machen.

Die Karriere des Carlo Ancelotti

Der Mensch

Carlo Ancelotti ist am 10. Juni 1959 in Reggiolo (Norditalien) geboren worden.

Der Fußballer

Er spielte zwischen 1976 und 1992 für Parma, den AS Rom und AC Mailand. Seine Position: Zentraler Mittelfeldspieler.

Der Trainer

Seine Trainer-Karriere begann er 1992 bis 1995 in der italienischen Nationalmannschaft als Co des legendären Mailänder Coaches Arrigo Sacchi.

Trainerstationen

Ancelotti trainierte einige der größten Fußballklubs in Europa: Juventus Turin, AC Mailand, FC Chelsea, Paris SG und zuletzt Real Madrid.

Erfolge

Er gewann Titel in England, Spanien, Frankreich und Italien, unter anderem triumphierte er drei Mal in der Champions League: 2002 und 2006 mit dem AC Mailand, 2014 mit Real Madrid.

Siege

Besonders beeindruckend ist seine Bilanz als Trainer von Real Madrid: Von 119 Spielen gewann er 89. Nur 14 Mal verlor er.

Gerüchte

Die spanische Zeitung Marca berichtet am 17. Dezember, dass Carlo Ancelotti beim FC Bayern einen Dreijahresvertrag erhalten und ab Sommer 2016 neuer Trainer des Rekordmeisters werden soll.

Zitat

„Ich muss gestehen, dass ich Bayerns Spiele nicht genießen kann. Es gibt einfach zu wenig echten Wettbewerb“, sagte Ancelotti der „Gazzetta dello Sport“ im Oktober. Sein Fazit damals: „Der FC Bayern wird die Bundesliga gewinnen, ohne die Hände aus der Hosentasche zu nehmen.“

Die Zufälle des Fußballs versucht der Trainer Guardiola so weit wie möglich zu begrenzen. Deshalb verordnete er den Bayern einen Ballbesitzfußball und übte zahlreiche Systeme ein, die er sogar während eines Spiels durch schnelle Umstellungen veränderte. Guardiola beherrscht die Kunst, ein Spiel zu lesen und minutenschnell eine Lösung an der Linie zu finden, wenn es mal nicht läuft.

Diese ungewöhnlichen Fähigkeiten machen ihn extrem begehrt im Fußballgeschäft. Deshalb kann er sich den nächsten Arbeitgeber aussuchen. Vermutlich wird er nach England gehen. Chelsea, Manchester City und Manchester City werden sicher um ihn buhlen. Bleibt abzuwarten, ob der Favorit – der Scheichklub Manchester City – am Ende das Rennen macht.

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