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23.02.2016

19:46 Uhr

FC Bayern München

„Besenstielräuber“ soll den FCB erpresst haben

Von wegen geläutert: Nach über zehn Jahren Haft hat ein Serienbankräuber an Karneval versucht, den FC Bayern zu erpressen. Der „Besenstielräuber“ hat demnach Bargeld und Diamanten vom Fußballklub gefordert.

Der Rekordmeister sollte erpresst werden. dpa

Geschröpfte Bayern

Der Rekordmeister sollte erpresst werden.

MünchenEin Richter kam in seinem Urteil von 1999 zu dem Schluss, dass der „Besenstielräuber“ nach Verbüßung seiner dreizehnjährigen Haftstrafe so alt sein werde, dass er keinen Schaden mehr anrichten werde. Das erzählt der Münchner Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Dienstag. Doch der Richter hat sich geirrt, da sind sich die Ermittler sicher. Der „Besenstielräuber“ sitzt jetzt wieder in Untersuchungshaft - sieben Jahre nach seiner Entlassung.

Mit 63 Jahren soll der „Besenstielräuber“ seine kriminelle Karriere wieder aufgenommen haben. In einem Erpresserbrief forderte er an Fasching vom deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München Geld und Diamanten im Wert von insgesamt drei Millionen Euro, so schildern es die Ermittler. Am Montag nahm ihn die Polizei auf einem Parkplatz im niederbayerischen Mainburg fest.

Vor knapp 17 Jahren war der damals 47-Jährige wegen 16 Banküberfällen verurteilt worden. Zwischen 1992 und 1998 hatte der Mann im Raum München und im Oberland insgesamt etwa 4,7 Millionen Mark erbeutet. Mark - so lange ist das schon her.

Sein Markenzeichen: Ein Besenstiel. Er passte die Bankangestellten beim Betreten und Verlassen der Bank ab, sperrte sie ein - häufig in Putzräumen. Und verrammelte die Tür mit einem Besenstiel. Insgesamt nahm er bei seinen Taten 73 Geiseln.

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Nach seiner Entlassung aus der Haft veröffentlichte Harald Zirngibl 2011 seine Erinnerungen an die kriminelle Karriere als Buch: „Ich war der Besenstielräuber. Mein gescheiterer Traum“.

Nun hat er sich laut Polizei eine neue Masche ausgedacht - die allerdings auch scheiterte. Am 9. Februar schickte er bisherigen Ermittlungen zufolge den ersten Erpresserbrief an den Vorzeige-Club. „Die Gefahr lauert immer und überall, Tag und Nacht“, schrieb er etwas vage. „Vielleicht kreist eine ferngesteuerte Drohne über den parkenden Autos vor dem Stadion.“

Er verlangte eine Million Euro in 500er-Scheinen, 1,1 Millionen Schweizer Franken und den restlichen Betrag in Diamanten - mit sehr konkreten Angaben zu Schliff, Farbe und Karatzahl. Tage später fiel ihm wohl auf, dass es künftig keine 500-Euro-Scheine mehr geben soll. Er schickte am 15. Februar eine Korrektur hinterher und bat stattdessen um 200- und 100-Euro-Scheine. Das Schreiben sei „von der Diktion her nicht unfreundlich“ gewesen, sagte Kriminaldirektor Stefan Kastner. Schon früher galt der „Besenstielräuber“ als höflicher Gangster.

Für seine Kontaktaufnahmen zum FC Bayern sandte er eine SIM-Karte mit, über die er sich dann bei dem Club meldete. Das wurde ihm schließlich zum Verhängnis. Die Polizei kam ihm über die Telefonverbindungsdaten auf die Schliche.

Bereits vor wenigen Tagen hatte die Polizei den Verdacht, dass der Erpresser ein alter Bekannter sein könnte. Nur einen Tag nach der Festnahme am Montagabend gestand er. Wie schon damals. Auch da habe er ein „überschießendes Geständnis“ abgelegt, sagte Oberstaatsanwalt Steinkraus-Koch. Der Mann habe damals sogar mehr Banküberfälle eingeräumt, als ihm die Ermittler hätten nachweisen können.

Von

dpa

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