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08.08.2016

16:51 Uhr

FC Bayern München

Hoeneß' Rückkehr mit Geschmäckle

Uli Hoeneß steht bei Bayern München vor einem Comeback: Der 64-Jährige kehrt als Präsident zum Rekordmeister zurück. Doch die Wiederkehr des Vereinspatriarchen hat auch ein „Geschmäckle“, finden Juristen.

Hoeneß kehrt als Präsident zurück

Nicht alle begrüßen Hoeneß Präsidentenkandidatur

Hoeneß kehrt als Präsident zurück: Nicht alle begrüßen Hoeneß Präsidentenkandidatur

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München Der FC Bayern bekommt seinen Uli Hoeneß zurück und Uli Hoeneß seinen FC Bayern. Ein knappes halbes Jahr nach seiner Haftentlassung lüftete der 64-Jährige am Montag das längst offene Geheimnis um seine Zukunft beim deutschen Fußball-Rekordmeister. Im November kandidiert er wieder als Präsident. Amtsinhaber Karl Hopfner verzichtet bei der Jahreshauptversammlung, die Wahl von Hoeneß ist ohnehin Formsache. Hopfner wird als Hoeneß' Platzhalter in die Vereinshistorie eingehen. Der so erfolgreiche wie streitbare Macher Hoeneß steht nach seinem tiefen Fall damit vor dem von vielen ersehnten Comeback an der Säbener Straße.

Ob der 2014 wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilte und Ende Februar vorzeitig aus der Haft entlassene Manager dann auch wieder Aufsichtsratsvorsitzender wird, wurde zunächst nicht bekannt. Traditionell leitet bei den Bayern der Vereinspräsident auch das Kontrollgremium der Profi-Abteilung.

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Der Patriarch kehrt zurück: Uli Hoeneß wird wieder Präsident des FC Bayern. Für den Rekordmeister ist das eine gute Sache. Aber nur, wenn der 64-Jährige sich selbst zurücknimmt – und an die Rente denkt. Ein Kommentar.

Juristisch betrachtet geht die erneute Kandidatur von Hoeneß in Ordnung. Doch sie hat ein „Geschmäckle“, findet Sascha Kuhn, Wirtschaftsstrafrechtler bei der Kanzlei Simmons & Simmons. Denn zum einen sollen Menschen, die eine Haftstrafe verbüßt haben, resozialisiert werden. Zum anderen aber ist die Frage, ob sich der FC Bayern München wirklich einen Gefallen damit tut, Hoeneß in diese herausragende Position zu wählen.

Welches Signal sendet man als Verein damit aus? „Steuerhinterziehung ist keine Bagatelle“, sagt Kuhn. „Man darf die Straftat im Einzelfall nicht anders bewerten, nur weil ein Prominenter sie begangen hat“, heißt es weiter. Er denke jedoch, in einem klassisches Wirtschaftsunternehmen wäre diese Personalie in dieser Form weniger möglich.

„Das war's noch nicht!“, hatte ein emotionaler Hoeneß selbst im Mai 2014 den jubelnden Anhängern bei seiner bis dato letzten Mitgliederversammlung zugerufen. So wollte sich der Ex-Profi nicht von seinem Lebenswerk verabschieden, als verurteilter Steuerhinterzieher, als Sträfling.

Uli Hoeneß kandidiert wieder für das Präsidentenamt beim FC Bayern München. dpa

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß kandidiert wieder für das Präsidentenamt beim FC Bayern München.

Das Comeback nun zeichnete sich länger ab. Die Meisterfeierlichkeiten im Mai in der Allianz Arena und im Rathaus genoss Hoeneß merklich und trat sogar auf, als sei er längst wieder in Amt und Würden. Zuvor war er bereits wieder mit den Bayern auf Champions-League-Reisen gegangen und hatte in einer TV-Show über die Basketball-Abteilung referiert.

Die Bayern-Familie demonstrierte zuletzt beachtliche Einigkeit darin, Hoeneß zu einer Rückkehr zu ermutigen - vor allem als sich abzeichnete, dass der Klubpatron nur die Hälfte der Haftstrafe absitzen muss und er schließlich am 29. Februar entlassen wurde.

„Er ist grundsätzlich eine Bereicherung für den FC Bayern. Er ist ja immer schon präsent“, sagte etwa Nationalspieler Thomas Müller. „Uli ist für den Verein sowas von wichtig. Ohne ihn wäre der FC Bayern nicht da, wo er jetzt steht“, betonte Kapitän Philipp Lahm. Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, mit dem Hoeneß die Bayern zum Weltverein geformt hatte, sprach sich stets für eine Rückkehr aus.

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