Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.11.2016

16:19 Uhr

FC Bayern München

König Uli kehrt zurück

„Das war's noch nicht“, hatte Uli Hoeneß 2014 angekündigt. Dann ging er wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis. Die Mitglieder des FC Bayern stört die Episode nicht: Am Freitag wird Hoeneß wieder Präsident des Klubs.

War da was? Am Freitag lässt sich der verurteilte Steuerhinterzieher wieder zum Präsidenten des FC Bayern München wählen. dpa

Uli Hoeneß kehrt zurück

War da was? Am Freitag lässt sich der verurteilte Steuerhinterzieher wieder zum Präsidenten des FC Bayern München wählen.

MünchenAm Freitag schließt sich der Kreis für Uli Hoeneß. Im Münchener Audi Dome, wo die Basketballer des FC Bayern München ihre Heimspiele austragen, sagte der gerade als Steuersünder verurteilte Hoeneß im Mai 2014 bei der Jahreshauptversammlung seines Clubs: „Das war's noch nicht.“

Am selben Ort wird er sich nun am Freitagabend von den Mitgliedern des FC Bayern wieder zum Präsidenten wählen lassen. Ab Freitagabend dürfen sich Trainer Carlo Ancelotti und seine Stars darauf einstellen, dass beim deutschen Fußball-Rekordmeister wieder ein anderer Wind weht.

Die Wiederwahl von Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung im Audi-Dome gilt als sicher. Möglicherweise wird er der Mannschaft schon bei seiner Comeback-Rede ein paar klare Worte mit auf den Weg geben, zumal die letzten Wochen sportlich überhaupt nicht nach Wunsch gelaufen sind.

Uli Hoeneß – Spieler und Manager

Sport

Als Spieler legte Uli Hoeneß, geboren am 5. Januar 1952 in Ulm, eine Traumkarriere hin.

Karrierestart

Schon mit 15 stand er in der Schülernationalmannschaft, mit 18 bestritt er sein erstes Bundesligaspiel für den FC Bayern.

Titel

Als ungemein schneller Außenstürmer gewann er drei deutsche Meisterschaften, dreimal den Europapokal der Landesmeister und einmal den Weltpokal.

Höhepunkte

Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Hoeneß 1972 Europameister und 1974 Weltmeister.

Laufbahn

Als Manager war Hoeneß nicht minder erfolgreich.

Start mit 27

Nach einer Knieverletzung wurde er 1979 mit 27 Jahren jüngster Fußballmanager Deutschlands.

Unzählige Titel

In den folgenden drei Dekaden gewann der FC Bayern 16 Meistertitel, neun DFB-Pokale und einen Europapokal der Landesmeister.

Präsident

2009 übernahm Hoeneß das Präsidentenamt und zog in den Aufsichtsrat ein. Diese Ämter gab er nach seiner Verurteilung 2014 auf. Nach seiner Freilassung kehrte er zum FC Bayern zurück: Seit dem 25. November 2016 ist er zum zweiten Mal Präsident des Klubs.

Nicht nur beim 0:1 im Topspiel bei Borussia Dortmund bot der Luxuskader der Bayern ungewohnte Angriffsfläche. Entsprechend hat sich der Druck vor dem Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch (18 Uhr/Sky) bei FK Rostow und vor der Bundesliga-Partie am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Bayer Leverkusen erhöht.

„Wir brauchen aus den nächsten zwei Spielen sechs Punkte“, verdeutlichte DFB-Kapitän Manuel Neuer bereits, der in Rostow wegen einer Wadenverhärtung allerdings ausfällt. Ansonsten droht in München ein unruhiger Herbst und Winter.

FC-Bayern-Vorstandschef Rummenigge: „Dieser Klub tickt ein wenig anders“

FC-Bayern-Vorstandschef Rummenigge

Premium „Dieser Klub tickt ein wenig anders“

Wachstum im Ausland ist alternativlos, sagt der Bayern-Boss. Im Interview spricht er über Investoren aus China, die Rückkehr von Uli Hoeneß – und erklärt, warum ein Industriemanager seinen Job nicht so gut machen könnte.

Längst haben die Bayern ihre Souveränität der letzten Jahre verloren, in denen sie unter Pep Guardiola die Liga nach Belieben beherrscht hatten. Von Langeweile war die Rede gewesen. Jetzt sind sie erstmals seit 425 Tagen nur Zweiter hinter Überraschungs-Spitzenreiter RB Leipzig.

Bezeichnend ist, dass die Münchner von den momentanen Top-Sieben der Liga nur Hertha BSC (3:0) bezwungen haben. Ansonsten mussten sich die erfolgsverwöhnten Bayern nicht nur dem BVB geschlagen geben, sondern sich auch gegen Köln (1:1), Hoffenheim (1:1) und Frankfurt (2:2) mit mageren Unentschieden begnügen. Dazu gab es das 0:1 in der Königsklasse bei Atletico Madrid, das den angestrebten und wichtigen ersten Platz in Gruppe D infrage stellt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Heiko Fabian

22.11.2016, 17:17 Uhr

Ein Unding, dass Sponsoren- Dax-Unternehmen es zulassen und tolerieren, dass ein verurteilter Steuerhinterzieher erneut Präsident eines Fußball- Clubs wird!
Mit freundlichen Grüßen,
Heiko Fabian

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×