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27.11.2015

22:26 Uhr

FC Bayern München

Mehr Geld für Investitionen in den Profikader

Der größte deutsche Fußballklub FC Bayern München hat weniger umgesetzt, aber mehr Gewinn erwirtschaftet. Dies sichere Kraft, um in den Profikader zu investieren, sagte Finanzvorstand Dreesen dem Handelsblatt.

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge  (rechts), feiert mit Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen dpa

Gut gelaunt

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge (rechts), feiert mit Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen

MünchenDer FC Bayern München hat beim Betriebsgewinn erneut einen Rekord erzielt. Mehr als 111 Millionen Euro betrug das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Geschäftsjahr 2014/15. Im Vorjahr lag diese Kennziffer bei 98,7 Millionen Euro. Der Umsatz stagnierte und lag mit 523 Millionen leicht unter dem Niveau des Vorjahres (528,7 Millionen Euro).

Als Enttäuschung wertete dies Bayern-Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen aber nicht: „Wir wollen Umsatzsteigerungen nicht als Selbstzweck oder aus Marketinggründen“, sagte er dem Handelsblatt (Montagsausgabe). „Es ging uns vor allem darum, im Vergleich mit anderen europäischen Spitzenklubs die Profitabilität zu erhöhen, um weiterhin in den Profikader zu investieren.“ Die Bilanz, die der Klub am Freitagabend auf seiner Jahreshauptversammlung vorlegt hat, nannte er eine „reife Leistung“, die Kraft sichere.

FC Bayern München: Die Hauptversammlung 2015

Mitglieder und Fanklubs

Der FC Bayern hat 270.329 Mitglieder. Das sind 150.000 mehr als vor zehn Jahren. Es gibt weltweit mehr als 4030 Fanklubs mit knapp 315.000 Mitgliedern.

Mr. FC Bayern

Rummenigge nannte Bastian Schweinsteiger „Mister FC Bayern“: „Bastian ist als großer Freund gegangen. Er wird sein Abschiedsspiel hier in München bestreiten, er wird mit dem Verein immer verbunden bleiben. Ich möchte ihm danken, er hat immer super zu unserem Klub gepasst.“

Der Ex-Präsident

„Uli Hoeneß unterstützt seit dem 2. Januar die Jugendabteilung des FC Bayern. Er hat 20 Kilo abgenommen, aber man konnte in seinem Gesicht ablesen, wie schwer diese Zeit ist. Ohne Zweifel hat er frischen Wind reingebracht, und inzwischen gefallen mir auch seine Gesichtszüge wieder besser. Lieber Uli, ich danke dir für dein Engagement.“ (Rummenigge)

Wirtschaftliches Prinzip

„Wir bleiben unserem Prinzip treu, nach dem jeder Euro, der ausgegeben wird, vorher auch verdient wurde.“ (Rummenigge)

„Maximaler sportlicher Erfolg bei wirtschaftlicher Solidität – das ist unsere Maxime“ (Dreesen)

Fernsehgelder

Der FC Bayern liegt in der europäischen Tabelle der Fernseheinnahmen für die Saison 2016/17 mit 73 Millionen Euro auf Platz 26. Spitzenreiter ist Manchester United (210 Millionen) vor Manchester City (205) und dem FC Arsenal (200). „Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass der FC Bayern 26. in dieser Tabelle ist.“

Umsatzrückgang

523,7 Millionen Euro. Das sind fünf Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Das sei ein stabil hohes Niveau, trotz der fehlenden UEFA-Supercup- und Weltpokal-Einnahmen (wie im Jahr davor).

Rekordgewinn

Das operative Ergebnis liegt zum ersten Mal bei mehr als 100 Millionen Euro: 111,3 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern beträgt 31,4 Millionen Euro, nach Steuern sind es 23,8 Millionen.

Steuern

Das Steueraufkommen im vergangenen Geschäftsjahr betrug 162,5 Millionen Euro. In den vergangenen zehn Jahren hat der FC Bayern mehr als 1,1 Milliarden Euro an Steuern gezahlt. Finanzchef Dreesen: „Das ist ein ganz ordentlicher Beitrag zum Gemeinwohl.“

Kriegskasse

Zum Bilanzstichtag 30. Juni 2015 betrug das Eigenkapital der Münchner 411,5 Millionen Euro, auf dem „Festgeldkonto“ lagen 176,7 Millionen Euro.

Das Zahlenwerk sei „Ausdruck eines durch und durch solide finanzierten Unternehmens“, sagte Dreesen: „Weder Oligarchen, Scheichs oder amerikanische Investoren, noch überbordende TV-Vermarktungserlöse stützen unser Geschäftsmodell, wie das bei den englischen und französischen Spitzenklubs der Fall ist.“

Die größten Einnahmequellen waren der Spielbetrieb mit 137,6 Millionen Euro, Sponsoring und Vermarktung (113,9 Millionen) sowie das Merchandising (Trikotverkauf etc.) mit 101,7 Millionen Euro. Auf der Ausgabenseite dominierten angesichts des mit Topstars besetzten Luxuskaders die Personalkosten mit 227,3 Millionen Euro.

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Um den Angriff der reichen englischen Vereine auf die eigenen Topstars abwehren zu können, forderte Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge auf der Hauptversammlung des deutschen Fußball-Branchenführers einen deutlichen Anstieg der TV-Einnahmen in Deutschland. „Unsere Spieler erhalten bereits jetzt dramatische Angebote der englischen Clubs“, mahnte er.

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