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13.08.2015

13:28 Uhr

FC Bayern München

Meister der Sponsorenverträge

VonAxel Höpner

„Die Bayern lassen niemanden kalt“: Der Deutsche Meister verlängert seine Kooperationen mit der Telekom und Adidas. Das Geschäft mit dem Spitzenfußball ist für Verein und Sponsoren ein lukratives Geschäft.

Das Maskottchen ist immer dabei: Auch in China prangt das Logo der deutschen Telekom auf dem Bayerntrikot. dpa

Bayern in China

Das Maskottchen ist immer dabei: Auch in China prangt das Logo der deutschen Telekom auf dem Bayerntrikot.

MünchenVor dem Start der neuen Bundesliga-Saison sichert der FC Bayern weiter seine finanzielle Vorherrschaft für die kommenden Jahre. Der Rekordmeister verlängerte den Vertrag mit der Deutschen Telekom vorzeitig bis 2023. Auch mit Adidas hatten die Bayern den Ausrüstervertrag kürzlich langfristig verlängert. In den nächsten Jahren wird der FCB also seine wirtschaftliche Vormachtstellung weiter ausbauen.

Über finanzielle Details schwiegen sich die Telekom und die FC Bayern München AG, wie es so üblich ist, aus. Der alte Vertrag sah laut Branchenkreisen Zahlungen von 25 bis 30 Millionen Euro pro Saison vor. Es ist davon auszugehen, dass der Trikotsponsor künftig nicht weniger überweist.

FC Bayern München: Die Sponsoren des Rekordmeisters

Classic Partner

Adelholzener, Bayern 3, Coca Cola, Flyeralarm, Hublot, Georgio Armani, Schaeffler, Henkel, MAN, Philips, Samsung, Trentino Hotel, Schöller, Siemens, Thomas Sabo und Starwood Hotels.

Premium Partner

Yingli Solar, DHL, SAP, Paulaner, Lufthansa und Hypo Vereinsbank

Sportwetten

Tipico Sportwetten (Vertrag bis 2019), geschätztes Volumen pro Jahr: 5,5 Millionen Euro

Telefone

Gigaset ist seit Anfang Juli 2015 bis Mitte 2018 exklusiver Partner für das Segment Smartphones, Tablets und Wearables.

Stadion

Die Allianz zahlt für die Namensrechte jedes Jahr sechs Millionen Euro an den Verein. Zudem gehören dem Versicherungskonzern 8,33 Prozent des FC Bayern.

Ausrüster

Adidas hat den Vertrag bis 2030 verlängert. Bisher zahlte der Konzern 20 Millionen Euro an die Münchener. Künftig sollen es 60 Millionen Euro sein. Die Gesamtsumme des neuen Vertrags belaufe sich auf 900 Millionen Euro, berichtet „Sport Bild“. Zudem gehören dem Ausrüster 8,33 Prozent des FCB.

Trikots

Die Telekom lässt sich das Groß-Sponsoring auf den Bayern-Trikots („T)“ 30 Millionen Euro kosten.

Hauptsponsor

Audi lässt sich das Engagement jährlich 25 Millionen Euro kosten und hält 8,33 Prozent Vereinsanteile.

Denn die Partnerschaft, die bereits eng war, soll intensiviert werden. So übernimmt die Telekom in den kommenden Jahren auch den kompletten IT-Betrieb der Allianz Arena. Dort gibt es zukünftig kostenloses Wlan. Auch sollen neue Produkte und ein eigenes Mobilfunkangebot entwickelt werden.

„Die Bayern lassen niemanden kalt, sie wecken bei den Fans Emotionen pur und bieten uns damit die wohl emotionalste Marketing-Plattform“, sagte Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden der Telekom Deutschland. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge meinte, die Verlängerung sorge für „ein seriöses und solides wirtschaftliches Fundament und gibt uns auf lange Sicht Planungssicherheit.“

Die Telekom ist einer der sogenannten Hauptsponsoren des FC Bayern. Anders als Audi, Adidas und die Allianz ist sie aber nicht an der AG beteiligt.

Fragen und Antworten zur 53. Bundesliga-Saison

Was ist neu in der Bundesliga-Saison?

Erstmals wird in der deutschen Eliteklasse die Torlinientechnologie Hawk Eye eingesetzt. Am 4. Dezember 2014 hatten sich die Vertreter der damaligen Erstligisten auf einer Mitgliederversammlung mit 15:3 Stimmen und damit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit für dieses System ausgesprochen.

Wen soll die neue Technologie unterstützen?

In erster Linie die 22 Schiedsrichter, die im Oberhaus zum Einsatz kommen. Neu im erlauchten Kreis der Bundesliga-Referees ist der erst 26 Jahre alte Benjamin Brand. Der BWL-Student aus Bamberg ist seit 2010 im DFB aktiv und debütierte 2012 in der 2. Liga. Dienstältester Unparteiischer ist Wolfgang Stark, der in seine 19. Bundesliga-Saison geht. Nicht mehr dabei sind die aus Altersgründen ausgeschiedenen Peter Gagelmann und Thorsten Kinhöfer. Nach wie vor ist die Spielleitung in der deutschen Eliteklasse eine Männer-Domäne: Zweitliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wird im Oberhaus weiterhin nur als vierte Offizielle zum Einsatz kommen.

Wer kann Redordmeister Bayern München Paroli bieten?

DFB-Pokalsieger und Vizemeister VfL Wolfsburg dürfte nicht zuletzt wegen seines Sieges im Supercup gegen die Bayern wieder ärgster Kontrahent sein. Dazu kommen die üblichen Verdächtigen wie Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Schalke 04 und auch wieder Borussia Dortmund unter seinem neuen Coach Thomas Tuchel. Der BVB gibt sich nach einer schwierigen Saison allerdings zurückhaltend.

Welche Rekorde jagt Bayern in der kommenden Saison?

Die Bayern können als erstes Team zum vierten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gewinnen. Zuvor steht aber möglicherweise schon am zehnten Spieltag eine neue Bestmarke an: Die Münchner könnten als erstes Team der Geschichte den 1000. Sieg in der Bundesliga feiern. Bislang gewann der Rekordmeister 990 Bundesliga-Spiele.

Auf welche neuen Gesichter darf man sich freuen?

In dem chilenischen Copa-América-Gewinner Arturo Vidal und dem brasilianischen Nationalspieler Douglas Costa hat Bayern München die prominentesten Akteure verpflichtet. Von den Rückkehrern Kevin Kuranyi (1899 Hoffenheim), Sascha Riether (Schalke 04) und Piotr Trochowski (FC Augsburg) wird ebenfalls eine Menge erwartet. Insgesamt gaben die Klubs für etwas über 200 Zugänge fast 300 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Die reichste Liga der Welt, die englische Premier League, investierte bislang schon über 750 Millionen Euro (260 Profis).

Mit welchem Ball wird gespielt?

In der sechsten Saison in Folge wird mit der Torfabrik aus dem Hause adidas gespielt, überwiegend in weiß gehalten. Über die Oberfläche des offiziellen Spielballs winden sich „Diamantenbänder“ in erhabenem Schwarz-Rot-Gold. Das Spielgerät basiert auch in seiner neuesten Auflage auf der Technologie des WM-Spielballes brazuca. Für die Wintermonate gibt es eine Alternative in Orange, die auf Schnee oder Eis gut zu sehen ist.

Wie lange dauert die Saison?

Am 10. Juni 2016 beginnt in Frankreich die Europameisterschaft. Um der Nationalmannschaft eine vierwöchige Vorbereitung zu gewährleisten, endet die Bundesliga mit dem 34. Spieltag am 15. Mai 2016. Eine Woche später kämpfen allerdings noch zwei Teams um den DFB-Pokal, und die Relegation steht ebenfalls noch an.

Wer ist der jüngste und wer der älteste Trainer?

Seit 1997 ist Pal Dardai in verschiedenen Funktionen bei Hertha BSC angestellt und damit ein echtes Urgestein. Mit Blick auf die 18 Trainer der Bundesligisten ist der Ungar allerdings ein echter Grünschnabel: Dardai geht in seine erste komplette Saison als Bundesliga-Coach und ist mit 39 Jahren aktuell der Jüngste seiner Zunft. Sein mit 57 Jahren ältester und gleichzeitig dienstältester Kollege ist der Gladbacher Lucien Favre, einer seiner Vorgänger in Berlin.

Was ist noch interessant?

Der Hamburger SV ist der erste Bundesligist, der seinem Stadion seinen ursprünglichen Namen zurückgegeben hat – nachdem er in der Saison 2001/02 noch der erste Klub war, der den Namen an einen Sponsor verkaufte. Ab dieser Saison spielt der Bundesliga-Dino wieder im Volksparkstadion, wobei die Namensrechte nicht beim Verein, sondern bei einem Mäzen liegen.

Was sollte man noch wissen?

Im FC Ingolstadt gibt es wieder einen echten Neuling in der Bundesliga. Die Schanzer sind der 54. Verein im Oberhaus. Von den jüngsten vier Neulingen sind die SpVgg Greuther Fürth (2012/13) und der SC Paderborn (2014/15) gleich wieder abgestiegen, der FC Augsburg und 1899 Hoffenheim halten sich dagegen seit ihrem Aufstieg (2011 bzw. 2008). Zweiter Aufsteiger ist Darmstadt 98, das nach 33 Jahren zurückkehrt. Darüber dürfte sich der HSV freuen: In den beiden Bundesliga-Jahren der Lilien holte Hamburg am Ende die Meisterschaft.

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