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26.05.2013

17:59 Uhr

FC Bayern München

Wann hat Uli Hoeneß ausgefeiert?

VonMartin Dowideit

ExklusivAuch als Champions-League-Sieger verfolgt den Bayern-Präsidenten die Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung. Die Aufsichtsräte des Vereins wollen „den Verlauf des Verfahrens abwarten“. Es könnte eine Schonfrist sein.

Uli Hoeneß (Mitte) bei der Bayern-Party nach dem Champions-League-Sieg in London im Grosvenor House mit Bastian Schweinsteiger und dem Siegerpokal. dpa

Uli Hoeneß (Mitte) bei der Bayern-Party nach dem Champions-League-Sieg in London im Grosvenor House mit Bastian Schweinsteiger und dem Siegerpokal.

London/DüsseldorfIn dem Moment, als ihm, dem Architekten des Champions-League-Siegs des FC Bayern München, das erste Mal der Pokal aus Reihen der Mannschaft gereicht wird, ist Uli Hoeneß zurückhaltend. Der Präsident des Vereins greift zwar dann doch zu den Henkeln – und die wenigen Sekunden auf der Anzeigetafel im Londoner Wembley-Stadion reichen, dass im Bayern-Fanblock „Uli, Uli“-Sprechchöre anschwellen. Doch gleichzeitig gellt im Dortmunder Block ein Pfeifkonzert.

Schrill wird in Erinnerung gerufen, dass Hoeneß in diesem Moment des Triumphs wohl nicht aus Bescheidenheit auf übertriebenen Jubel verzichtet. Seine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung lastet trotz des Triumphs auf ihm. Den „Pott“ reicht er umgehend an Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge weiter, der dann den Pokal mit ausgestreckten Armen in den Himmel reißt.

Hoeneß ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere und gleichzeitig auf dem Tiefpunkt. Immer wieder hat er sich als Moralapostel positioniert, seine Entschlossenheit und Kaltschnäuzigkeit hat ihm Bewunderer und Hasser eingebracht. Der prominenteste Steuersünder des Landes steht unter einem besonderen Schutz. „Wir warten den Gang des Verfahrens ab“, sagt ein Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG Handelsblatt Online nach dem Sieg in London. „Wir sind in einem Rechtsstaat.“

Und namentlich äußerte sich Bayern-Aufseher Martin Winterkorn, Chef des Volkswagen-Konzerns, in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“: „Vor den wichtigen Endspielen in Champions League und DFB-Pokal wäre es falsch gewesen, noch mehr Unruhe in den Verein hereinzutragen. Wir haben das nach meiner Überzeugung richtig entschieden.“

Kommentare (59)

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Schauderschauder

26.05.2013, 18:11 Uhr

Bravo! Der Artikel ist mindestens so hetzerich und blindwütig,, wie die dusselige Aufregung imNetz darüber, dass Frau Merkel Herrn Höneß die Hand schüttelt. Wenn die Redaktion so etwas als ExklusivBericht bringt, fängt man als HB Leser langsam an, die Bild der Frau zu lesen. Da geht es ähnlich sachlich und angemessen zu.

Oekonom

26.05.2013, 18:22 Uhr

Mediale Lynchjustiz beim Handelsblatt???

Früher waren wir solche Schlagzeilen vom Boulevard gewohnt. Man könnte auch fragen:

Wann hat Wowereit ausgefeiert? Wann wissen wir alles über Steinbrück's Rolle bei der WestLB? Wer hat den Nürburgring bezahlt?

Die FTD ist schon weg, aber mit Anstand untergegangen. Seriöser Journalismus scheint dem Untergang geweiht. Beim Handelsblatt scheint man seinen Leserkreis nicht mehr zu kennen.

Account gelöscht!

26.05.2013, 18:28 Uhr

Das sehe ich genau so !!!

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