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25.04.2012

16:11 Uhr

FC Bayern vs. Real Madrid

Heynckes: „Real wird voll auf Angriff spielen“

Vor dem Halbfinal-Rückspiel ist die Anspannung der Mannschaft des FC Bayern München groß. Nur ein Spiel fehlt den Süddeutschen zum Final-Einzug. Doch für ein gutes Ergebnis in Madrid muss die Mannschaft harmonieren.

Mario Gomez bejubelt sein Tor zum 2:1 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales. dpa

Mario Gomez bejubelt sein Tor zum 2:1 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales.

Madrid/München/UnterföhringDie Fußball-Profis des FC Bayern München fiebern dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League bei Real Madrid entgegen. „Solche Spiele sind das Highlight einer Saison. Darauf arbeitet man die ganze Zeit hin“, sagte Bastian Schweinsteiger. Beim Countdown vor der Partie am (heutigen) Mittwoch stehen beim Fußball-Rekordmeister noch Besprechungen, das übliche lockere Anschwitzen und vor der Abfahrt ins Stadion die „Sportler-Mahlzeit“ (Schweinsteiger) auf dem Programm.

In der Mittagspause legte sich der eine oder andere Spieler auch noch mal aufs Ohr. Das fällt nicht jedem Profi leicht. Torjäger Mario Gomez lässt sich allerdings selbst durch ein Champions-League-Halbfinale nicht aus der Ruhe bringen: Er habe das Glück, immer schlafen zu können, wann er wolle, sagt Gomez.

Und das, obwohl auf den Bayern ein riesiger Druck lastet. Auch auf Gomez. Denn nach dem Aus von Lionel Messi mit dem FC Barcelona gegen den FC Chelsea kann der Bayern-Nationalstürmer in der Torjägerliste aufholen. Messi wird die Königsklassen-Saison mit 14 Toren (Rekord) beenden. Gomez steht vor dem Madrid-Spiel bei 12 Treffern.

Neben dem großen sportlichen Ziel wollen die Münchner heute Abend auch ihre Einnahmen hochschrauben. Durch den Einzug in das Halbfinale hatten sie bereits rund 50 Millionen Euro sicher. Der Finaleinzug bringt weitere 4,2 Millionen Euro für den Endspiel-Verlierer und neun Millionen Euro für den Königsklassen-Sieger.

Die Daumen drücken zwei Ex-Bayern. Der frühere Abwehrspieler Martin Demichelis, der mittlerweile beim FC Málaga spielt, jubelte schon beim 2:1-Siegtreffer von Gomez im Hinspiel, wie er auf der Bayern-Homepage verriet. Er wäre am Mittwochabend „mit einem 1:1 im Bernabéu zufrieden“. Und auch Ex-Coach Louis van Gaal, der im Finale 2010 gegen das von José Mourinho trainierte Inter Mailand verlor, guckt „als Anhänger von Bayern“.

Aber beim Rekordmeister läuft nicht alles so harmonisch wie mit den beiden Ex-Kollegen. Der Streit zwischen Franck Ribéry und Arjen Robben belastet die Mannschaft. Bayern-Trainer Heynckes muss zusehen, dass „Robbéry“ auf dem Fußballplatz wenigstens als Zweckbündnis weiter funktioniert.

So verdiente Real Madrid im Geschäftsjahr 2010/2011 sein Geld

Ticketerlöse

Über 80.000 Zuschauer passen ins Estadio Santiago Bernabéu – doch es ist nicht immer ausverkauft.2010/2011 lag der Zuschauerdurchschnitt nur bei etwa 66.000 und damit noch unter dem Schnitt in der Saison 2009/2010. Damals war der Verein außerdem Gastgeber des Champions-League-Finals. Die Ticketerlöse sanken deswegen um vier Prozent auf 124 Millionen Euro.

TV-Vermarktung

Der größte Posten bei Real: 183,5 Millionen Euro an Fernsehgeldern haben die Königlichen eingenommen. Das sind 16 Prozent mehr als in der Vorsaison. 2011stand Madrid im Halbfinale der Champions League und bekam 39 Millionen Euro von der Uefa. Der größte Teil der Einnahmen stammt jedoch von der Produktionsfirma Mediapro, an die Real die Übertragungsrechte verkauft hat. Der Vertrag läuft noch bis zur Saison 2013/2014.

Werbung, Merchandising und Sonstiges

Nachdem FC Bayern hat Real hier die größten Einnahmen in ganz Europa. Insgesamt sicherten sich die Spanier 172 Millionen Euro. Wichtige Partner sind der Wettanbieter Bwin und Ausrüster Adidas. Seit dieser Saison unterstützt außerdem die Fluglinie Emirates den Verein.

Als Arjen Robben vor knapp drei Jahren von Real Madrid nach München wechselte, hatten die Bayern schnell ein neues Traumduo auf dem Spielfeld. Gleich bei seinem Debüt in der Fußball-Bundesliga erzielte der niederländische Nationalspieler Ende August 2009 beim 3:0 gegen den VfL Wolfsburg als Einwechselspieler zwei Tore und harmonierte auf Anhieb prächtig mit Franck Ribéry. Die Bayern-Fans jubelten - die Flügelzange „Robbéry“ war geboren.

Spätestens seit dem handfesten Kabinenstreit der beiden Topstars beim Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid taugt „Robbéry“ höchstens noch als Zweckbündnis für den gemeinsamen Erfolg der Mannschaft. Die nach außen gedrungene Attacke von Ribéry wurde „intern geklärt“, wie Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge berichtete. Trainer Jupp Heynckes erklärte sie vor dem Rückspiel gegen Real am
Mittwochabend in Madrid für „abgehandelt“.

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