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11.04.2015

12:00 Uhr

Fernduelle in der Bundesliga

BVB will nach Europa, HSV zittert vor den Wölfen

Neben dem Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga sorgt das Rennen um die Europapokal-Plätze für zusätzliche Spannung im Endspurt. Nach der Pokalauslosung ergeben sich für den BVB neue Chancen in der Liga.

Nach dem Hammerlos im Pokal-Halbfinale (Auswärts beim FC Bayern) sollte der BVB um Jürgen Klopp wohl eher doch über die Liga den Weg nach Europa suchen. dpa

Borussia Dortmund

Nach dem Hammerlos im Pokal-Halbfinale (Auswärts beim FC Bayern) sollte der BVB um Jürgen Klopp wohl eher doch über die Liga den Weg nach Europa suchen.

DüsseldorfDer Kampf um die internationalen Plätze in der Fußball-Bundesliga hat nach der Pokalauslosung an Spannung gewonnen. Plötzlich könnte sogar Rang sieben zur Teilnahme an der Europa League reichen, damit steigen auch die Chancen von Borussia Dortmund, eine verkorkste Bundesligasaison noch einmal aufzuwerten. Trainer Jürgen Klopp weist die Rechenspiele vor dem Westschlager bei Borussia Mönchengladbach noch von sich. „Davon zu reden, wie viele Punkte es noch bis Platz sieben sind, ist keine relevante Größe“, sagte der BVB-Coach vor dem 28. Spieltag.

Doch die Partie im Borussia-Park bietet den Dortmundern nach dem Halbfinaleinzug im DFB-Pokal auch in der Liga die Chance, weiteren Boden gut zu machen. „Wir sind auf einem guten Weg, haben an Stabilität gewonnen, daraus kann vieles wachsen“, meinte Klopp. Nach dem Hammerlos im Pokal-Halbfinale (Auswärts beim FC Bayern) sollte der BVB wohl eher doch über die Liga den Weg nach Europa suchen. Nachdem in dieser Saison wohl schon Platz sieben zur Europa League reicht, ist der BVB nur vier Punkte vom internationalen Geschäft entfernt.

Zumal es abzuwarten bleibt, wie die zuletzt so erfolgsverwöhnten Gladbacher die Pokalpleite in Bielefeld verarbeitet haben. „Ein solcher Dämpfer wirft uns nicht um“, sagte Gladbachs Torhüter Yann Sommer nach dem Viertelfinal-Aus. „Wir müssen jetzt gut regenerieren und dann versuchen, den Lauf fortzusetzen, den wir in der Bundesliga haben“, meinte Sportdirektor Max Eberl.

Der 28. Spieltag im Überblick

Hannover 96 - Hertha BSC 1:1 (0:0)

Nach Christian Schulz' Führungstreffer in der 75. Minute ist der erste Sieg seit vier Monaten ganz nah. Die in der in der zweiten Hälfte passiven Berliner raffen sich nach dem Rückstand aber nochmal auf und erzwingen das 1:1 durch Stocker (83.). Hannover hat zwar bis auf eine Phase Mitte des ersten Durchgangs mehr vom Spiel, kommt aber nur zu wenig guten Chancen. Die beste Gelegenheit ist Stindls Pfostenschuss in der 50. Minute. Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung.

Bayern München - Eintracht Frankfurt 3:0 (1:0)

Vorneweg marschierte Doppel-Torschütze Robert Lewandowski in die Fankurve und genoss mit seinen Teamkollegen den Jubel der Fans. Trotz einer langen Ausfallliste hat der FC Bayern vor dem Champions-League-Viertelfinale seine Pflicht in der Fußball-Bundesliga mit bemerkenswerter Souveränität erfüllt. Der herausragende Lewandowski (15./66. Minute) mit seinen Saisontoren 15 und 16 sowie Thomas Müller (82.) sorgten für einen hochverdienten Heimerfolg gegen Eintracht Frankfurt. Mit dem 22. Saisonsieg gegen harmlose Hessen machte der Titelverteidiger am 28. Spieltag einen weiteren Schritt zur 25. deutschen Meisterschaft.

Schalke 04 - SC Freiburg 0:0

Der FC Schalke 04 muss nach einer Nullnummer gegen den SC Freiburg wohl endgültig ohne die Champions League für die neue Saison planen. Die Königsblauen steuern nach dem vierten sieglosen Spiel in Serie in der Fußball-Bundesliga nur auf einen Europa-League-Platz zu. Die vom Abstieg bedrohten und sehr engagierten Breisgauer konnten den Punktgewinn am Samstag insgesamt als Erfolg verbuchen. Julian Schuster vergab vor 61.471 Zuschauern sogar die Chance auf den dritten Sieg nacheinander, als er einen Foulelfmeter über das Tor schoss (58.).

Bor. Mönchengladbach - Borussia Dortmund 3:1 (2:0)

Die bessere Borussia kommt in dieser Saison aus Mönchengladbach - und darf im Gegensatz zu der aus Dortmund weiter auf den Einzug in die Champions League hoffen. Mit dem 3:1 (2:0) im Traditionsderby verteidigte das Team von Trainer Lucien Favre den dritten Tabellenrang und baute seine Erfolgsserie in der Fußball-Bundesliga auf acht Spiele ohne Niederlage aus. Drei Tage nach dem bitteren Pokal-Aus beim Drittligisten Arminia Bielefeld schossen Oscar Wendt (1. Minute), Raffael (32.) und Håvard Nordtveit (67.) den verdienten Erfolg für den Gastgeber heraus. Ilkay Gündogan (77.) gelang nur noch das Ehrentor für den Pokal-Halbfinalisten, der Zehnter bleibt.

Mainz 05 - Bayer Leverkusen 2:3 (0:1)

Bayer Leverkusen setzte seinen Siegeszug in der Fußball-Bundesliga fort. Beim zuletzt viermal unbesiegten FSV Mainz 05 setzte sich die Werkself verdient mit 3:2 (1:0) durch. Bayer feierte den sechsten Sieg in Serie, musste aber erstmals wieder einen Gegentreffer hinnehmen. Heung-Min Son (15. Minute), Stefan Kießling (60.) mit seinem 133. Bundesligatreffer und Hakan Calhanoglu (73.) schossen den Sieg des Tabellenvierten heraus. Vor 31.578 Zuschauern waren die 05er im 300. Bundesligaspiel der Clubhistorie bemüht, die Partie offen zu gestalten. Zwei Elfmetertore durch Ja-Cheol Koo (78./90.+1) schönten das Ergebnis für die Mainzer. Mit 31 Punkten müssen die 05er weiter um den Klassenerhalt bangen.

SC Paderborn - FC Augsburg 2:1 (0:0)

Bundesliga-Neuling SC Paderborn hat einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga gelandet und den internationalen Bestrebungen des FC Augsburg einen Dämpfer versetzt. Die Mannschaft von André Breitenreiter beendete eine Durststrecke von sechs Spielen ohne Sieg und feierte mit einem 2:1 (0:0) gegen den FCA den ersten Heimerfolg 2015. Elias Kachunga beendete mit dem Führungstor (48.) die Paderborner Torflaute von zuvor 599 Minuten. Den Ausgleich der Gäste durch Pierre-Emile Hojberg (52.) konterte Srdjan Lakic (60.), der wie Kachunga per Kopf traf.

Hamburger SV - VfL Wolfsburg 0:2 (0:1)

Der Hamburger SV kommt dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga immer näher. Die Hanseaten verloren am Samstagabend gegen den VfL Wolfsburg mit 0:2 (0:1) und rutschten nach der vierten Niederlage nacheinander auf den 17. Tabellenplatz ab. Der HSV blieb zudem im fünften Spiel in Serie ohne Treffer. Verteidiger Johan Djourou musste in der 88. Minute auch noch mit Gelb-Rot vom Platz. Die Wolfsburger festigten indes den zweiten Tabellenplatz hinter dem souveränen Spitzenreiter Bayern München und streben der Champions League entgegen. Joshua Guilavogui (10. Minute) und Daniel Caligiuri (73.) sorgten für die Treffer zum verdienten Erfolg.

1. FC Köln - 1899 Hoffenheim 3:2 (1:0)

Der 1. FC Köln siegt sich langsam zum Klassenverbleib, 1899 Hoffenheim muss mehr denn je um die Europa-League-Teilnahme bangen. Vor den Augen von Lukas Podolski feierte der Aufsteiger am Sonntag ein 3:2 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim und kletterte mit 33 Punkten auf den elften Platz in der Fußball-Bundesliga. Einen Tag nach dem 49. Geburtstag von Trainer Peter Stöger erzielten Matthias Lehmann (20. Minute/Foulelfmeter), Anthony Ujah (54.) und Jung-Nationalspieler Jonas Hector (78.) die Treffer für die stark aufspielenden Kölner. Eugen Polanski (70./Foulelfmeter) und Anthony Modeste (88.) konnten für Hoffenheim jeweils nur auf 2:1 und 3:2 verkürzen. Vor dem Polanski-Treffer sah der Kölner Pawel Olkowski wegen einer Notbremse die Rote Karte. In Unterzahl gelang den Kölnern dank eines sehenswerten Alleingangs von Hector und großer Kampfkraft in der Schlussphase noch der hochverdiente Sieg gegen Hoffenheim.

VfB Stuttgart - Werder Bremen 3:2 (1:0)

Der VfB Stuttgart hat sich im Kampf um den Klassenverbleib mit einer couragierten und beherzten Leistung zurückgemeldet. Die Schwaben bezwangen Werder Bremen mit 3:2 (1:0) und rückten damit erstmals seit acht Wochen auf den vorletzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga vor. Kapitän Christian Gentner mit einem kernigen Volleyschuss (16. Minute) und Mittelstürmer Daniel Ginczek mit einem Doppelpack (70. und 90.+1) nutzten drei der zahlreichen guten VfB-Chancen. Werder-Joker Davie Selkie (50.) und Jannik Vestergaard (86.) glückte der zwischenzeitliche Ausgleich. Großer Pechvogel der Schwaben war Martin Harnik. Der Österreicher vergab zunächst zwei klare Torchancen und sah in der 84. Minute auch noch die Gelb-Rote-Karte nach wiederholtem Foulspiel.

Für die Gladbacher, die zuletzt sechs Heimsiege in Serie feierten und dabei seit 399 Minuten ohne Gegentor sind, geht es auf Rang drei (50 Punkte) auch darum, den direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen (4./48) auf Distanz zu halten. Am 9. Mai treffen die beiden Champions-League-Anwärter im direkten Duell in Mönchengladbach aufeinander. Vorteil für Dortmund: Am Samstag fehlt Christoph Kramer wegen einer Gelbsperre. Im Hinspiel hatte der Nationalspieler mit einem kuriosen Eigentor für den 1:0-Sieg des BVB gesorgt.

Im Umfeld der Bayer-Elf ist es vor der wichtigen Partie beim FSV Mainz 05 zum Eklat um Abwehrspieler Emir Spahic gekommen. Der Kapitän der bosnischen Nationalmannschaft hat sich nach dem Pokalspiel gegen den FC Bayern München mit mehreren Ordnern geprügelt und muss nun auch interne Sanktionen befürchten. Spahic wird seinem Team wegen einer Knöchelverletzung ohnehin einige Wochen nicht zur Verfügung stehen, wie der Club am Freitag mittelte. Bayer-Coach Roger Schmidt war nach eigenen Angaben schockiert über diesen Vorfall. „So kenne ich ihn eigentlich nicht. Das ist für mich schwer nachvollziehbar.“

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